Pressemitteilung

20.03.2019

Zwei neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppen an der Charité

Zurück zur Übersicht

Sie befinden sich hier:

Die Neurone des Darmnervensystems – welche Rolle spielen sie bei der Regulation von Immunantworten? Foto: Klose/Charité
Die Neurone des Darmnervensystems – welche Rolle spielen sie bei der Regulation von Immunantworten? Foto: Klose/Charité
Tiefe Hirnstimulation bei Parkinson: Die Zielregion der Stimulation, der subthalamische Nucleus, ist orange gefärbt, die umliegenden Fasertrakte (grün, gelb) verbinden die Elektroden mit entscheidenden anderen Hirnregionen. Grafik: Horn/Charité
Tiefe Hirnstimulation bei Parkinson: Die Zielregion der Stimulation, der subthalamische Nucleus, ist orange gefärbt, die umliegenden Fasertrakte (grün, gelb) verbinden die Elektroden mit entscheidenden anderen Hirnregionen. Grafik: Horn/Charité

Wie lässt sich die Tiefe Hirnstimulation zur Behandlung neurologischer Erkrankungen noch verbessern? Und wie reguliert das Nervensystem schützende und chronische Immunreaktionen? Diesen Fragen gehen Dr. Andreas Horn und Dr. Christoph Klose jetzt in ihren Emmy Noether-Nachwuchsgruppen an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin nach. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Wissenschaftler für drei Jahre mit insgesamt mehr als 1,7 Millionen Euro.

Mit dem Emmy Noether-Programm möchte die DFG herausragende Forscherinnen und Forscher in der Frühphase ihrer wissenschaftlichen Karriere dabei unterstützen, die Voraussetzungen für eine Berufung an eine Hochschule zu erlangen. Mit Dr. Horn und Dr. Klose fördert die DFG nun gleich zwei besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftler der Charité.

Dr. Horn richtet seine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe in der Sektion für Bewegungsstörungen und Neuromodulation der Klinik für Neurologie ein. Sein zentrales Ziel ist es, das Verfahren der Tiefen Hirnstimulation mittels moderner bildgebender Methoden zu optimieren. Die Tiefe Hirnstimulation kommt bei der Therapie verschiedenster Erkrankungen des Nervensystems, wie beispielsweise dem Parkinsonsyndrom und anderen Bewegungsstörungen, Zwangserkrankungen oder Epilepsie zum Einsatz. Dabei werden Elektroden so in das Gehirn implantiert, dass sie abhängig von der Erkrankung an eine bestimmte Zielregion Stromimpulse abgeben – man spricht daher auch von der Implantation eines „Hirnschrittmachers“. Neuere Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass für den Erfolg einer solchen Behandlung nicht nur entscheidend ist, ob die jeweiligen Nerven lokal stimuliert werden, sondern wie sich diese Stimulation über ein Netzwerk auf das gesamte Gehirn auswirkt. „Insbesondere mithilfe der Kernspintomographie möchten wir nun die optimalen Stimulationspunkte für verschiedene Erkrankungen noch besser bestimmen und untersuchen, inwiefern diese Zielpunkte in Netzwerken organisiert sind“, sagt Dr. Horn. „Zusätzlich werden wir daran arbeiten, die Stimulationspunkte für jeden Patienten – beispielsweise durch Berücksichtigung seiner Hirnanatomie – individuell definieren zu können. So wollen wir die Tiefe Hirnstimulation noch wirksamer machen.“ Die DFG fördert die Nachwuchsgruppe für drei Jahre mit mehr als 700.000 Euro und stellt, nach erfolgreicher Zwischenevaluation, eine Anschlussförderung über weitere drei Jahre mit knapp 600.000 Euro in Aussicht.

Dr. Klose ist mit seiner Emmy Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Mikrobiologie und Infektionsimmunologie angesiedelt. Zusammen mit seinem Team wird er sich der Frage widmen, wie das Nervensystem auf das Immunsystem einwirkt, um Entzündungsprozesse zu steuern. Im Fokus der Arbeit steht die Regulation der sogenannten Typ-2-Immunantwort. Typ-2-Immunantworten steuern vielfältige Prozesse im Körper. Sie sind ursächlich für die Entstehung von allergischen Erkrankungen, vermitteln aber auch Immunität gegen Wurminfektionen und können Wundheilungsprozesse oder den Energieumsatz im Fettgewebe regulieren. „Wir möchten verstehen, wie sich neuronale Reize – beispielsweise Stress – auf Typ-2-Immunantworten auswirken“, erklärt Dr. Klose. „Dadurch erhoffen wir uns Erkenntnisse, die neue Therapien zur Behandlung von Allergien eröffnen.“ Für seine Forschung erhält der Immunologe von der DFG mehr als eine Million Euro über die kommenden drei Jahre. Nach erfolgreicher Zwischenevaluation ist eine Anschlussförderung von mehr als 500.000 Euro für zwei weitere Jahre möglich.

Emmy Noether-Programm der DFG
Das Emmy Noether-Programm soll besonders qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit geben, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren. Damit soll ein Weg eröffnet werden, auf dem die Voraussetzungen für eine Professur auch ohne eine Habilitation erreicht werden können. Das Förderprogramm richtet sich an Forscherinnen und Forscher aller Fachdisziplinen in der Regel bis vier Jahre nach ihrer Promotion. Die Mittel werden zunächst für drei Jahre bewilligt. Nach erfolgreicher Evaluation eines Zwischenberichts kann die Förderung verlängert werden.

Downloads

Links

Emmy Noether-Nachwuchsgruppen an der Charité

Emmy Noether-Programm der DFG

Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie

Institut für Mikrobiologie und Infektionsimmunologie

Kontakt

Manuela Zingl
Unternehmenssprecherin
CharitéUniversitätsmedizin Berlin   
t: +49 30 450 570 400



Zurück zur Übersicht