Nahaufnahme des Versuchsaufbaus mit (1) QLF-Hand¬stück, (2) Haltevorrichtung und (3) einer Zahnprobe ohne Spangen-Bracket

Pressemitteilung

19.11.2015

Zahnmediziner der Charité erhalten Preis der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie

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Studie als beste Publikation des Jahrgangs ausgezeichnet

Nahaufnahme des Versuchsaufbaus mit (1) QLF-Hand¬stück, (2) Haltevorrichtung und (3) einer Zahnprobe ohne Spangen-Bracket
Nahaufnahme des Versuchsaufbaus mit (1) QLF-Hand¬stück, (2) Haltevorrichtung und (3) einer Zahnprobe ohne Spangen-Bracket

Für ihre Arbeit über die Demineralisierung beim Einsatz von festsitzenden Zahnspangen sind Wissenschaftler des Instituts für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der CharitéUniversitätsmedizin Berlin ausgezeichnet worden. Beim Anbringen von Spangenelementen sind Beschädigungen des Zahnschmelzes und punktueller Mineralverlust unvermeidlich. Die Forscher um Prof. Dr. Paul-Georg Jost-Brinkmann haben verschiedene Systeme zum Kleben fester Spangen auf Zahnoberflächen verglichen und untersucht, ob die Veränderungen des Zahnschmelzes irreversibel sind oder sich wieder reparieren. Die Publikation der Ergebnisse in der Fachzeitschrift Fortschritte der Kieferorthopädie/ Journal of Orofacial Orthopedics wurde anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie ausgezeichnet.

Viele Heranwachsende tragen eine feste Zahnspange zur Korrektur von Fehlstellungen. Diese sogenannten Multibracket-Apparaturen werden angebracht, indem die Zahnoberfläche punktuell mit einer schwachen Säure behandelt wird. Es entsteht eine leicht raue Stelle, hier werden die Befestigungselemente aufgeklebt. Das künstliche Anrauen sichert zwar den Halt der Spange, die einhergehende Beschädigung durch Demineralisation, also Mineralverlust, ist dagegen unerwünscht. Die Charité-Wissenschaftler haben daher drei verschiedene Befestigungssysteme verglichen: Ein konventionelles Schmelzätzverfahren sowie zwei selbstklebende Verfahren, darunter ein System, das Fluorid freisetzt.

Vor der Schmelzbehandlung und in regelmäßigen Abständen danach haben die Zahnmediziner mittels quantitativer Lichtfluoreszenz den Mineralverlust gemessen. „Die Ergebnisse zeigen für alle drei Befestigungssysteme, dass der Zahnschmelz beim Anbringen von Spangen einen deutlichen oberflächlichen Mineralverlust erleidet“, sagt Prof. Jost-Brinkmann. „Allerdings konnten wir in den nachfolgenden Tagen in allen Fällen eine fortschreitende Remineralisation beobachten. Am deutlichsten fällt dieser Effekt mit dem fluoridfreisetzenden System aus.“ Das Ergebnis unterstreicht daher die Bedeutung von Fluoriden für den natürlichen Reparaturprozess, die Remineralisation, von Zahnschmelz. Eine perfekte Zahnreinigung ist beim Tragen einer Zahnspange aufgrund der temporären Schwachstellen unerlässlich. Nur so lässt sich vermeiden, dass aus einer demineralisierten Stelle Karies wird.

*Dominik Visel, Thomas Jäcker, Paul-Georg Jost-Brinkmann, Thomas-Michael Präger: Demineralisation des Bracketumfeldes nach Anwendung konventioneller und selbst konditionierender Schmelzadhäsivsysteme [Demineralization adjacent to orthodontic brackets after application of conventional and self-etching primer systems]. Journal of Orofacial Orthopedics 2014; 75: 358-373. doi: 10.1007/s00056-013-0223-9.

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Institut für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Kontakt

Prof. Dr. Paul-Georg Jost-Brinkmann
Wissenschaftlicher Direktor des CharitéCentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Leiter der Abteilung für Kieferorthopädie, Orthodontie und Kinderzahnmedizin
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 562 522



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