Pressemitteilung

25.11.2011

Weltweit erster MRT-fähiger Defibrillator eingesetzt

Zurück zur Übersicht

Berliner Kardiologen und Medizintechnikern gelingt eine Premiere

Oberarzt Mattias Roser vor der Implantantation

Ärzte an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin haben am Dienstag den weltweit ersten Defibrillator implantiert, mit dem auch Untersuchungen im Magnetresonanztomographen (MRT) möglich sind. In einem 50minütigen komplikationslosen Eingriff wurde das Gerät einem  ehemaligen Schauspieler eingesetzt. Der 69jährige Berliner konnte das Klinikum bereits wieder verlassen.

„Das ist ein großer Fortschritt für Menschen mit einem Herzleiden, die beispielsweise gleichzeitig Erkrankungen des Nervensystems oder der Wirbelsäule haben“, erklärte Dr. Mattias Roser von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie am Campus Virchow-Klinikum, der die Operation leitete „Sie können künftig auch die schonende und strahlenfreie MRT-Diagnostik in Anspruch nehmen.“

Defibrillatoren geben einen Elektroschock ab, wenn ein lebensbedrohlicher Herzstillstand eingetreten ist. Bereits seit 1980 werden sie herzkranken Menschen eingesetzt. Bisher war es jedoch nicht möglich, bei Patienten mit implantiertem Defibrillator MRT-Untersuchungen durchzuführen. „Die handelsüblichen Geräte werden vom Magnetfeld des MRT beschädigt, was eine unmittelbare Gefährdung für die Patienten bedeuten würde“, sagte Dr. Roser. Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der MRT-Scans  im vergangenen Jahr weltweit schon bei 50 Millionen lag, habe dies einen gravierenden Nachteil für die Patienten bedeutet.

Entwickelt wurden die neuen, MRT-fähigen Implantate von dem Berliner Medizintechnik-Hersteller Biotronik SE & Co.KG.  Das Unternehmen erhielt die europaweite Zulassung am 18. November und hat die Geräte danach sofort einigen europäischen Partnerkliniken zur Verfügung gestellt. „Noch sind die neuen Defibrillatoren um etwa 25 Prozent teurer als herkömmliche Geräte. Daher werden wir sie hauptsächlich für Patienten verwenden, bei denen MRT-Untersuchungen in Zukunft absehbar notwendig werden“, erläuterte Dr. Roser. Er rechnet aber damit, dass der Preis schnell sinkt, wenn andere Unternehmen ähnliche Implantate auf den Markt bringen.

Downloads

Kontakt

Dr. Mattias Roser

Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie

Campus Virchow-Klinikum

t.: +49 30 450 665412

 



Zurück zur Übersicht