Pressemitteilung

17.09.2019

Welttag der Patientensicherheit: Bundesgesundheitsminister besucht Charité

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Bundesminister Jens Spahn gemeinsam mit dem Charité-Vorstand Prof. Kroemer (3.v.l.), dem Ärztlichen Direktor Prof. Frei (4.v. links) und den Projektverantwortlichen. Foto: Peitz/Charité
Bundesminister Jens Spahn gemeinsam mit dem Charité-Vorstand Prof. Kroemer (3.v.l.), dem Ärztlichen Direktor Prof. Frei (4.v. links) und den Projektverantwortlichen. Foto: Peitz/Charité
Jens Spahn, Prof. Kroemer, Prof. Frei. Foto: Peitz/Charité
Jens Spahn, Prof. Kroemer, Prof. Frei. Foto: Peitz/Charité
Beleuchtetes Charité Bettenhaus Mitte. Foto: Zingl/Charité
Beleuchtetes Charité Bettenhaus Mitte. Foto: Zingl/Charité

Wie lässt sich eine Sicherheitskultur dauerhaft etablieren? Welche Maßnahmen zur Verbesserung gibt es? Und wie wird das medizinische Personal regelmäßig geschult? Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn heute an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin über neueste Projekte zur Patientensicherheit informiert.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Der Tag der Patientensicherheit ist eine Mahnung an alle, die im Gesundheitswesen Verantwortung tragen. Patienten müssen sicher sein können, dass Arzneimittel oder Implantate nutzen und nicht schaden. Und sie müssen sich darauf verlassen können, dass sie richtig behandelt werden. Dafür ist wichtig, dass Ärzte aus Fehlern lernen und sie abstellen. Wie das geht, zeigt die Charité beispielhaft. Deutlich wird dabei: Digitalisierung macht die Patientenversorgung nicht nur patientenfreundlicher, sondern auch sicherer.“

Erste Station des Besuchs war die Aktion „Findet die Fehler“: Hier können Beschäftigte heute am Tag der Patientensicherheit in einem nachgebildeten Patientenzimmer, anhand einer realitätsnahen Krankenakte, gemeinsam nach versteckten Fehlern und Risiken suchen sowie ihr Situationsbewusstsein für die Patientensicherheit schärfen. Anschließend wurden drei ausgewählte klinische Projekte vorgestellt:

Der AKI-Alert ist ein Frühwarnsystem, das Nephrologen über neu aufgetretene Episoden von akuten Nierenschädigungen (acute kidney injury, AKI) automatisch informiert. Die Nierenärzte können dann in enger Zusammenarbeit mit anderen behandelnden Ärzten frühzeitig Maßnahmen treffen, um die Ursache der Nierenschädigung zu behandeln und ein Fortschreiten des Nierenschadens zu verhindern. Eine akute Nierenschädigung tritt bei etwa jedem fünften Patienten im Krankenhaus auf. Die Diagnose von AKI erfolgt über den Labormarker Kreatinin, der die Nierenfunktion abschätzen kann. Das Frühwarnsystem unterstützt die behandelnden Ärzte bei der Erstellung der Diagnose und trägt damit zur Patientensicherheit bei. 

Mit dem Projekt Infection Control Use Case soll ein smartes Kontrollsystem zur Detektion von Keim-Ausbrüchen im Krankenhaus entwickelt werden. Infektionen, die in medizinischen Einrichtungen erworben werden, sind ein relevanter Faktor, der zur Morbidität nach Krankenhausaufenthalten beiträgt. Dieser Anwendungsfall des HighMed Consortiums der Medizininformatik-Initiative soll frühzeitige Häufungen von Infektionen und Verbreitungen von Keimen detektieren. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut.

Das Projekt Patient-Reported Outcome Measurement (PROM) wird an der Charité eine zentrale Säule der Patientensicherheit sein, da die Ergebnisse der Patientenbefragungen für Maßnahmen der kontinuierlichen Verbesserung eingesetzt werden. Die Charité setzt PROM auf patientenindividueller Ebene ein, beispielsweise für Therapiegespräche, ebenso wie für Qualitätskonferenzen, in denen die Ergebnisse einer Patientengruppe verglichen und Verbesserungsansätze erarbeitet werden.

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité: „Für die Charité steht das Wohl ihrer Patientinnen und Patienten an oberster Stelle. Um das sicherzustellen, braucht es die kritische Selbstreflektion jedes Einzelnen. Auch Strukturen, Prozesse und die Zusammenarbeit in der Behandlung gehören immer wieder auf den Prüfstand. Mit den neuen Projekten sind wir hier auf einem guten Weg.“

Prof. Dr. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité: „Um die Patientensicherheit zu stärken, braucht es ein Bewusstsein und die Bereitschaft zur Verbesserung. Voraussetzung dafür ist eine transparente und konstruktive Fehlerkultur, die die Charité bereits lebt. So gibt es beispielsweise das Critical Incident Reporting System (CIRS), ein Berichtssystem zur anonymisierten Meldung von kritischen Ereignissen und Beinahe-Schäden.“

Leuchtendes Bekenntnis zur Patientensicherheit
Anlässlich des ersten WHO-Welttags der Patientensicherheit werden weltweit Gebäude und Wahrzeichen orange beleuchtet. Die Charité beteiligt sich an der Aktion mit dem Charité Bettenhaus Mitte, das am 16. und 17. September orange leuchtet.

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Welttag der Patientensicherheit
 

Kontakt

Manuela Zingl
Unternehmenssprecherin
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 400
 



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