Pressemitteilung

02.12.2019

Wellcome Trust fördert erstmals Translationspartnerschaft in Deutschland

Zurück zur Übersicht

Sie befinden sich hier:

Standort ist Berlin mit Charité und BIH

Gemeinsame Pressemitteilung der Charité, des BIH und des Wellcome Trust

Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin und das Berlin Institute of Health (BIH) sind die ersten Einrichtungen in Deutschland, die der britische Wellcome Trust im Rahmen einer Translationspartnerschaft fördert. Mit den Translationspartnerschaften unterstützt der Wellcome Trust Institutionen dabei, neue Wege zu finden, um biomedizinische Forschungsergebnisse in neue Technologien, medizinische Geräte oder Behandlungsmöglichkeiten zu übertragen. Die Berliner Partner erhalten 1,1 Millionen Euro. Der Wellcome Trust, eine politisch und finanziell unabhängige Stiftung, erweitert damit seine Zusammenarbeit mit verschiedenen universitären Partnern.

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung, zeigte sich erfreut über diese Partnerschaft: „Ich freue mich sehr, dass der Wellcome Trust eine Präsenz in Berlin aufgebaut hat und die Stiftung jetzt auch zu einem Partner für unsere Gesundheitsstadt wird. Dass das BIH und die Charité unter den ersten Einrichtungen auf dem europäischen Festland sind, die im Rahmen dieses Programms gefördert werden, unterstreicht ihre große Kompetenz und herausgehobene Stellung in der translationalen Forschung. Das Engagement der Stiftung ist nicht zuletzt ein wichtiges Zeichen für die internationale Zusammenarbeit, die in Berlin ganz großgeschrieben wird.“

Das übergeordnete Ziel der Translationspartnerschaft zwischen Wellcome Trust und Charité/BIH ist es, einen kulturellen Wandel der Forschungslandschaft herbeizuführen und damit die Möglichkeiten für die medizinische Translation zum Nutzen der Patienten und der Gesellschaft zu maximieren. Die Projektteams an Charité/BIH wollen die Förderung insbesondere dafür einsetzen, die Qualität der biomedizinischen Forschung zu verbessern, regulatorische Notwendigkeiten verständlich zu machen und Anreize für die translationale Forschung zu setzen. Projektleiter sind Prof. Dr. Ulrich Dirnagl, Leiter des BIH QUEST-Center, sowie Prof. Dr. Hans-Dieter Volk, Leiter des Instituts für Medizinische Immunologie an der Charité sowie Sprecher des BIH-Centrums für Regenerative Therapien (BCRT).

Stephen Caddick, Direktor für Innovationen beim Wellcome Trust, zeigte sich überzeugt: „Wissenschaft ist international und gelingt nur dank Zusammenarbeit und Kooperation. Unsere Translationspartnerschaften wollen einige der Hürden beseitigen, denen Grundlagenforscher gegenüberstehen, wenn sie ihre Arbeit in die Anwendung übersetzen wollen: Dabei bieten wir institutionelle Hilfe – einschließlich finanzieller Unterstützung, Mentorship und regulatorischer Beratung. Wir freuen uns sehr auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem BIH und der Charité.“

Die Berliner Translationspartner haben bereits gezeigt, dass sie translationale Projekte gezielt fördern können: Zum Beispiel entwickelten Forscherinnen und Forscher beim BIH-Centrum für Regenerative Therapien aufbauend auf Forschungsergebnissen genetisch veränderte Immunzellen, sogenannte Treg-Zellen, mit denen sie die Akzeptanz von Organtransplantaten bei den Empfängern verlängerten. Eine erfolgreiche Phase-1-Studie zeigte vielversprechende Ergebnisse, die nun in neuen klinischen Studien weiterentwickelt werden, etwa durch den Einsatz der CRISPR/Cas9-Technologie.

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité und BIH Vorstandsmitglied, zeigte sich ebenfalls hocherfreut über die Auszeichnung: „Der Wellcome Trust ist eine der renommiertesten Stiftungen für medizinische Forschung und fördert bereits zahlreiche exzellente Wissenschaftseinrichtungen. Dass die Charité und das BIH sich nun ebenfalls dazuzählen dürfen, zeigt, wie wichtig unsere translationale Spitzenforschung ist, um Innovationen den Weg zur personalisierten Gesundheitsversorgung zu ebnen. Das Ergebnis zeigt uns auch einmal mehr, dass die Entscheidung des Bundes, das BIH in die Charité zu integrieren, genau richtig war. Auch für Berlin ist die Förderung eine sehr große Auszeichnung, denn sie verleiht dem Wissenschaftsstandort als biomedizinischem Zentrum mit translationalem Fokus auch international mehr Sichtbarkeit.“

Als Dekan der Charité und Vorstandsvorsitzender des BIH war Prof. Dr. Axel Radlach Pries kürzlich bei der Jahrestagung der Translationalen Partner des Wellcome Trust in London dabei. „Das Kernanliegen des BIH ist die medizinische Translation. Unser Ansatz ‚Aus Forschung wird Gesundheit‘ hat den Wellcome Trust offensichtlich überzeugt. Denn das BIH fördert das Entstehen eines ‚Translationalen Ökosystems‘, indem es die gesamte Translationskette vom Labor bis in die Anwendung systematisch unterstützt. Gemeinsam werden das BIH und die Charité in Berlin starke Partner im internationalen Streben nach neuen und besseren Therapie- und Diagnoseverfahren für Patientinnen und Patienten sein.“

„Die Hürden für die Translation liegen oft schon in der Qualität der biomedizinischen Forschung selbst begründet. QUEST hat das Ziel, die Werthaltigkeit und den Nutzen medizinischer Forschung zu erhöhen. Daher beschäftigen wir uns schon länger mit genau den Fragen, die auch der Wellcome Trust nun aufwirft, um die Translation zu fördern“, sagt Prof. Dirnagl. „Die Translationspartnerschaft mit dem Wellcome Trust wird es uns erlauben, unsere Ansätze zur Förderung der Translation weiterzuentwickeln und auszuweiten.“

Und Prof. Volk ergänzt: „Das BCRT hat bereits viel Erfahrung beim Einführen neuer Diagnostik und Therapien bis hin zu neuen zellbasierten Verfahren gesammelt. Dabei konnten wir uns eine große Expertise auch in zulassungsrelevanten und regulatorischen Fragen aneignen. Dieses Wissen möchten wir nun allen an Translation interessierten Forscherinnen und Forschern weitergeben und projektspezifisch anpassen. Indem wir mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem QUEST-Center zusammenarbeiten, hoffen wir, eine umfassende Translationsstruktur zu entwickeln, die es erlaubt, robuste Forschungsergebnisse in innovative Lösungen zu überführen.“

Über die CharitéUniversitätsmedizin Berlin
Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin ist mit rund 100 Kliniken und Instituten an 4 Campi sowie 3.001 Betten eine der größten Universitätskliniken Europas. Im Jahr 2018 wurden hier 152.693 voll- und teilstationäre Fälle sowie 692.920 ambulante Fälle behandelt. An der Charité sind Forschung, Lehre und Krankenversorgung eng miteinander vernetzt. Konzernweit sind rund 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Berliner Universitätsmedizin tätig. Damit ist die Charité eine der größten Arbeitgeberinnen Berlins. Rund 4.500 der Beschäftigten sind im Pflegebereich und rund 4.300 im wissenschaftlichen und ärztlichen Bereich tätig. Im Jahr 2018 hat die Charité Gesamteinnahmen von mehr als 1,8 Milliarden Euro erzielt. Mit mehr als 170,9 Millionen Euro eingeworbenen Drittmitteln erreichte die Charité einen erneuten Rekord. An der medizinischen Fakultät, die zu den größten in Deutschland gehört, werden mehr als 7.500 Studierende der Humanmedizin und der Zahnmedizin ausgebildet. Darüber hinaus gibt es 619 Ausbildungsplätze in 9 Gesundheitsberufen. www.charite.de

Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)
Das Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Forschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Das BIH wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zu zehn Prozent vom Land Berlin gefördert. Die Gründungsinstitutionen CharitéUniversitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

Über den Wellcome Trust
Der Wellcome Trust ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in London mit dem erklärten Ziel, Forschung zu fördern, um die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern. 2019 eröffnete der Wellcome Trust ein Büro in Berlin, um enger mit seinen internationalen Partnern zusammenarbeiten zu können und so globale Gesundheitsprobleme anzugehen wie Epidemien oder Antibiotikaresistenzen. 

Kontakt

Manuela Zingl
Unternehmenssprecherin
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 400

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Kommunikation & Marketing
Berlin Institute of Health (BIH)
t: +49 30 450 543 019

Simon Shears
Media Manager
Wellcome Trust
t: +44 20 761 173 72



Zurück zur Übersicht