
Gemeinsame Pressemitteilung von Charité und BIH
Mit der Gründung eines ARC Innovation Centers schafft die Charité – Universitätsmedizin Berlin gemeinsam mit dem Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) einen neuen organisatorischen Rahmen, um medizinische Innovationen schnell und gezielt voranzubringen. ARC steht für Accelerate, Redesign, Collaborate. Das Zentrum bündelt medizinische Expertise, wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung unter einem Dach und verkürzt den Weg von der Idee in den klinischen Alltag.
„Der demografische Wandel stellt unser Gesundheitssystem vor beispiellose Herausforderungen. Wir müssen deshalb medizinische Innovationen deutlich schneller in die Praxis bringen und lange Forschungs- und Entwicklungszyklen beschleunigen. Das ARC Innovation Center ermöglicht es uns, anhand konkreter Fragestellungen aus dem Versorgungsalltag interdisziplinär Lösungen zu entwickeln, die medizinisch sinnvoll sowie technisch machbar sind und schnell den Patientinnen und Patienten zugutekommen“, sagt Prof. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité.
Prof. Christopher Baum, Vorsitzender des BIH-Direktoriums und Vorstand des Translationsforschungsbereichs der Charité, ergänzt: „Neue Ansätze in Prävention, Diagnose und Therapie sollten risiko-adaptiert entwickelt werden und so rasch wie möglich zu Patientinnen und Patienten gelangen. Das ARC-Modell wird hierbei viele wichtige Impulse geben. Wir werden es mit Bedacht an die hiesigen Rahmenbedingungen adaptieren, gerne in Wechselwirkung mit weiteren Partnern unseres Innovations-Ökosystems.“
Mitarbeitende als Innovationsmotor
Die Idee des ARC Innovation Centers geht auf ein am Sheba Medical Center in Israel entwickeltes Konzept zurück, das mittlerweile weltweit von Kliniken aufgegriffen wird. Ausgangspunkt sind konkrete Herausforderungen aus dem Klinikalltag, die Mitarbeitende aus allen Bereichen einbringen. Das ARC Innovation Center sammelt und priorisiert diese Bedarfe, entwickelt erste Lösungsansätze und testet sie anschließend direkt in der medizinischen Versorgung. Es verbessert die Zusammenarbeit mit externen Partnern, Aufsichtsstellen und Investoren und stellt den Zugang zu Daten, Testumgebungen und klinischer Expertise sicher.
„Die Mitarbeitenden einer Klinik sind die entscheidenden Akteure für echte Transformation im Gesundheitswesen. Das neue Zentrum und das internationale Netzwerk der ARC Center geben ihnen dafür die notwendige Struktur und Reichweite“, sagt Prof. Surjo Soekadar, Chief Innovation Officer und maßgeblich für den Aufbau des neuen ARC Centers verantwortlich. Er entwickelt das Zentrum gemeinsam mit dem Geschäftsführer Avner Shahal und einem interdisziplinären Kernteam.
Sind die Entwicklungen erfolgreich, können die Erlöse zurück in die Forschung fließen – ein Kreislauf, der langfristig der Patientenversorgung zugutekommt. Das ARC Innovation Center ist damit ein Ökosystem, das Menschen, Wissen und Ressourcen zusammenbringt, um das Gesundheitswesen weiterzuentwickeln.
Erste Projekte in den Startlöchern
Das Berliner ARC Innovation Center bringt Kliniken, Forschung, Start-ups und Industriepartner in thematischen Open Innovation Hubs zusammen. Diese Hubs sind offene Entwicklungsräume, in denen Innovationen gemeinsam mit externen Partnern praxisnah entwickelt und erprobt werden.
Die ersten Aktivitäten des Berlin ARC Innovation Centers beginnen bereits in der ersten Jahreshälfte 2026. Geplant sind beispielsweise Ideenwettbewerbe, in denen konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze aus Klinik, Forschung und Verwaltung systematisch erfasst werden. Zudem startet ein Innovator-Programm, das Mitarbeitende und externe Teams strukturiert bei der Entwicklung und Umsetzung unternehmerischer Ideen unterstützt.
Die Idee der ARC Innovation Center
Das Konzept des ARC Innovation Centers wurde 2019 am Sheba Medical Center in Israel entwickelt. Die Idee basierte auf der Erkenntnis, dass traditionelle Gesundheitssysteme aufgrund steigender Kosten und Personalmangel zunehmend instabil werden und eine tiefgreifende Transformation benötigen. Innovationen werden dabei nicht nur als Motor für skalierbaren Patientennutzen und wirtschaftliches Wachstum begriffen, sondern auch als globale Verantwortung. Mittlerweile hat sich die ARC-Idee zu einem rasch wachsenden internationalen Netzwerk entwickelt. Partner sind unter anderem UCL Partners (London), Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles, SingHealth in Singapore und Albert Einstein Hospital in São Paulo.
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Vom Labor in die Praxis368 KB
Vom Labor in die Praxis: Das neue ARC-Center soll Forschungsergebnisse schneller in die Anwendung bringen. © Charité | Arne Sattler
Das Projektteam des neuen ARC Centers3.48 MB
Das ARC-Projektteam (v. l.): Dr. Thiago Ramos Dos Santos, Tim Huse, Avner Shahal (Managing Director), Prof. Surjo R. Soekadar (Chief Innovation Officer), Dr. Anke Knauf, Thomas Gazlig, Dr. Claudia Keil-Dieckmann, Dr. Johanna Nothacker, Dr. Florentine Kaniess, Martin Viestenz, Dr. Kornelia Johann © Charité | Thomas Rafalzyk
Kontakt
Markus Heggen
Pressesprecher
Charité – Universitätsmedizin Berlin
T +49 30 450 570 400
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