Pressemitteilung

29.04.2011

Streik an der Charité beginnt

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Betrieb in Rettungsstellen und Ambulanzen stark eingeschränkt

Ab kommenden Montag wird das Pflegepersonal an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin unbefristet in Streik treten. „Die Patientinnen und Patienten müssen bedauerlicherweise mit erheblichen Einschränkungen an den Rettungsstellen und Ambulanzen, aber auch im stationären Bereich rechnen“, erklärte Prof. Ulrich Frei, der Ärztliche Direktor der Charité. „Der Vorstand respektiert das Recht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu Arbeitskampf-Maßnahmen zu greifen“, betonte er. Er hat daher alle Klinikleiterinnen und –leiter aufgefordert, das Streikrecht der Beschäftigten in keiner Form zu beschränken. Gleichzeitig appellierte er an die Streikenden, Risiken für Leben und körperliche Unversehrtheit der Patienten in jedem Fall zu vermeiden.

Auf allen Stationen und Ambulanzen an der Charité wird während des Streiks nur das Personal zur Verfügung stehen, das normalerweise an Wochenenden Dienst tut. Operationen und Untersuchungen, die nicht unbedingt notwendig sind, können daher in diesem Zeitraum nicht stattfinden und werden in Absprache mit den Patienten verschoben. Für ambulante Patienten hat die Charité unter der Nummer 450 550 500 eine Telefon–Hotline sowie die E-Mail-Adresse streik@charite.de eingerichtet.

Die beiden beteiligten Gewerkschaften ver.di und dbb tarifunion haben darüber hinaus Streikaktionen angekündigt, deren Schwerpunkt am Campus Virchow-Klinikum liegt. Betroffen sind teilweise auch Intensivstationen. Hier haben die Gewerkschaften zugesagt, für alle nach Notfall-Operationen und Unfällen eingewiesenen Patientinnen und Patienten in jedem Fall ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen. Da die beiden Gewerkschaften angekündigt haben, auch Rettungsstellen zu bestreiken, hat die Charité Feuerwehr und Rettungsdienste in Absprache mit der Senatsverwaltung für Gesundheit gebeten, für die Dauer des Streiks vorrangig andere Kliniken in Berlin anzufahren.

„Wir bedauern diese Eskalation und gehen davon aus, dass die Streikenden gemeinsam mit uns alles vermeiden werden, was Patienten schadet“, erklärte Prof. Frei. Die Charité habe allerdings kaum Spielraum, über das bisher vorgelegte Angebot hinaus auf die Forderungen der beiden Gewerkschaften einzugehen. „Wir befinden uns im Schraubstock zwischen dem Anliegen der Mitarbeiter und den Vorgaben der Politik“, erläuterte er, da die Landesregierung von der Charité fordere, im laufenden Jahr keine Verluste mehr zu machen.

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