Pressemitteilung

18.09.2009

Schlaganfall-Prävention wirkt nur bei Berlinerinnen

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Wissenschaftler der CharitéUniversitätsmedizin Berlin konnten jetzt zeigen, dass sich bei Berliner Frauen allein durch das Verteilen von Informationsmaterial zu den Warnzeichen des Schlaganfalls, die Zeit bis zum Erreichen der Klinik im Ernstfall, deutlich verkürzen lässt. Die Studie* entstand im Rahmen des Kompetenznetzes Schlaganfall gemeinsam mit dem Institut für Sozialmedizin und der Klinik für Neurologie der Charité. Die Forscher um Prof. Jacqueline Müller-Nordhorn teilten zufällig ausgewählte Einwohner Berliner Bezirke zwei Gruppen zu. Die erste Gruppe, insgesamt 75 000 Personen, erhielten Informationsmaterial zu den Anzeichen des Schlaganfalls wie plötzliche Lähmung, Gefühls-, Sprach-, Seh- und Gleichgewichtsstörungen. Verbunden damit war der deutliche Hinweis, bei diesen Symptomen den Notruf 112 anzuwählen. Die zweite Gruppe, die so genannte Kontrollgruppe, erhielt keinerlei Aufklärung. Es zeigte sich, dass etwa 37 Prozent der informierten Frauen schnell genug in die Klinik kamen. Bei den angeschriebenen Männern ließ sich hingegen kein Unterschied zur Kontrollgruppe feststellen. Von ihnen kamen 31 Prozent rechtzeitig, um lebenslange Behinderungen zu vermeiden. „Das ist erneut ein Beleg dafür, dass in der Präventionsarbeit geschlechtsspezifische Ansätze notwendig sind“, sagt Prof. Müller-Nordhorn. „Männer können nicht mit den gleichen Methoden erreicht werden wie Frauen.“

* Müller-Nordhorn, Jacqueline et al.: Population-Based Intervention to Reduce Prehospital Daleys in Patients With Cerebrovascular Events. In: Archives of Internal Medicine, 169(16):1484-1490, 2009.

Kontakt

Prof. Jacqueline Müller-Nordhorn
Berlin School of Public Health an der Charité
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 872
t: +49 160 94 995 206



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