Pressemitteilung

29.10.2019

Riskantes Halbwissen bei Pilzbestimmung

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Giftnotruf der Charité registriert starken Anstieg der Anfragen

Häufig verwechselt: Perlpilz, Speisepilz (links) und Pantherpilz mal mit, mal ohne weißen Flocken auf dem Hut, giftig (rechts). Foto: Greiner/Charité
Häufig verwechselt: Perlpilz, Speisepilz (links) und Pantherpilz mal mit, mal ohne weißen Flocken auf dem Hut, giftig (rechts). Foto: Greiner/Charité

Nicht nur erfahrene Sammler zieht es aktuell in die Wälder, auch Menschen mit wenig Fachkenntnis pflücken Pilze und essen diese ohne weitere Beurteilung. Die Experten des Giftnotrufes der CharitéUniversitätsmedizin Berlin verweisen eindringlich auf ausgewiesene Pilzberater. Spezielle Apps, aber auch Bücher zur Pilzbestimmung können Laien schnell in die Irre führen. Dabei kann eine einzige Fehleinschätzung fatale Folgen haben.

2019 ist aufgrund der Witterung ein besonders gutes Pilzjahr. Die Experten des Giftnotrufs der Charité warnen daher erneut vor dem unbedachten Verzehr selbst gesammelter Pilze: „Sorglosigkeit kann lebensgefährlich sein, denn die große Ähnlichkeit vieler Pilze führt bei ungeübten Sammlern leicht zu Verwechslungen. Eindeutige Bestimmungen gelingen in vielen Fällen nur Spezialisten“, sagt Daniela Acquarone vom Giftnotruf der Charité. Die Toxikologin erklärt weiter: „Eine Vergiftung durch Pilze kann zu starken Magen-Darm-Symptomen, Halluzinationen, Leberversagen und weiteren Krankheitsbildern führen, mitunter sogar tödlich sein.“ Kinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet, da hier schon kleine Mengen giftiger Pilze schwere Symptome verursachen.

Wer Pilze ohne Bedenken essen möchte, sollte sich ausschließlich auf Expertenwissen verlassen. Das gilt auch für Pilze von Straßenhändlern. Vielerorts besteht die Möglichkeit, ausgebildete Berater zu befragen. Sollte es dennoch zu einem Verzehr nicht zuverlässig bestimmter Pilze gekommen sein, oder hat ein Kind versehentlich einen giftigen Pilz gekostet, sollte unverzüglich ein Giftinformationszentrum kontaktiert werden. Wichtig hierbei: sämtliche Pilzreste aufheben, damit ausreichend Material zur Bestimmung vorliegt.

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Giftnotruf der Charité

Kontakt

Daniela Acquarone
Leiterin Giftnotruf der Charité
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 569 701



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