Pressemitteilung

14.10.2016

Reanimationswissen für Schülerinnen und Schüler

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Projektstart an ersten Berliner Schulen nach erfolgreicher Pilotphase

Reanimationsunterricht für Berliner Schulen: Privatdozent Dr. Christian Storm mit einer Schülerin. Foto: Wiebke Peitz, Charité.
Herzensangelegenheit: Projektkoordinatoren Prof. Dr. Christian von Heymann, Sylvana Bauernöppel und Privatdozent Dr. Christian Storm mit Berliner Schülern. Foto: Wiebke Peitz, Charité.

„Berliner Schülerinnen und Schüler retten Leben“ – mit diesem Projekt tragen CharitéUniversitätsmedizin Berlin und das Vivantes-Netzwerk für Gesundheit Kenntnisse über Wiederbelebung in den Biologieunterricht von Berliner Schulen. Sie setzen damit in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft eine Empfehlung der Kultusministerkonferenz um. An 13 weiterführenden Schulen können die 7. und 8. Klässler bereits in Reanimation geschult werden. Senatorin Sandra Scheeres ist Schirmherrin der Initiative.

In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe haben Charité und Vivantes zusammen mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft ein Konzept entwickelt, wie Reanimationsunterricht theoretisch, vor allem aber praktisch im Schulunterricht vermittelt werden kann. An Pilotschulen sind jetzt die ersten Unterrichtseinheiten erfolgreich getestet worden. 22 Lehrkräfte, überwiegend aus dem Fachbereich Biologie, konnten durch Notfallmedizinerinnen und -mediziner geschult werden. Die Kurse an der Charité und bei Vivantes sind in der Fortbildungsdatenbank für Berliner Lehrkräfte ausgewiesen.

„Möglichst viele Berliner Schülerinnen und Schüler sollen lernen, wie sie sich im Ernstfall verhalten und einen Menschen wiederbeleben können. Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen und jeder kann helfen. Auch Schülerinnen und Schüler können Leben retten“, so Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft.

Mehrere Teams von Lehrkräften haben sich während der Pilotphase qualifiziert. Doch das ist erst der Anfang: „Mindestens jede vierte weiterführende Schule soll in den nächsten drei Jahren Reanimationsunterricht anbieten können, in der Zukunft soll es jede weiterführende Berliner Schule sein. Dazu brauchen wir nicht nur die Begeisterung der Lehrenden und der Jugendlichen, sondern auch Unterstützung seitens der Eltern, der Schulleitungen und des Senats sowie die Mithilfe durch externe Sponsoren“, sagt Privatdozent Dr. Christian Storm, Oberarzt an der Klinik für internistische Intensivmedizin an der Charité. Der Intensivmediziner koordiniert das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Christian von Heymann, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Vivantes-Klinikum im Friedrichshain sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Für eine Ausstattung der ersten Schulen mit eigenen Sets von Übungspuppen haben Charité und Vivantes eine Anschubfinanzierung von je 6.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Wissenschaftliche Studien zeigen, wie wichtig es ist, dass bereits Schülerinnen und Schüler über Reanimationswissen und Kenntnisse in erster Hilfe verfügen. Nur so können sie im Ernstfall schnell und sicher handeln: „Die Ersthelferrate liegt in Berlin wie auch deutschlandweit bei nur rund 30 Prozent, in anderen Ländern, beispielsweise Schweden, liegt sie bei 70 Prozent. Die Ausbildung an Schulen zeigt Wirkung, denn wo es bereits Reanimationskurse und gutes Vorwissen gibt, da geht auch die Sterblichkeit bei Notfällen erwiesenermaßen zurück“, erklärt Prof. von Heymann.

Auf Grundlage der Lehrkräfteweiterbildungen kann der Reanimationsunterricht nun an weiteren Schulen in Berlin eingeführt werden. Wissenschaftler von Charité und Vivantes begleiten das Projekt und überprüfen die Lerneffekte der Jugendlichen. Künftig sollen zusätzlich Medizinstudierende in die Weiterbildung von Lehrkräften eingebunden werden. Ab diesem Wintersemester können Studierende an der Charité das Wahlpflichtfach „Experte für Reanimation“ belegen.

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Links

Fortbildungsdatenbank für Berliner Lehrkräfte

Cardiac Arrest Center of Excellence

Kontakt

Privatdozent Dr. Christian Storm
Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie und internistische Intensivmedizin/ Leiter des Cardiac Arrest Center of Excellence
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 653 837



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