Pressemitteilung

16.02.2015

Professionelle Anlaufstelle für Opfer von Gewalttaten

Zurück zur Übersicht

Die Gewaltschutzambulanz der CharitéUniversitätsmedizin Berlin zieht Bilanz: Im ersten Jahr ihres Bestehens haben sich insgesamt 382 Opfer von Gewalttaten an die Ambulanz gewandt. Davon wiesen 196 Personen sichtbare Verletzungen auf 175 von ihnen ließen ihre Verletzungen von einer Rechtsmedizinerin gerichtsfest dokumentieren. Die spezialisierte Ambulanz bietet Betroffenen unabhängig von Alter und Geschlecht eine niedrigschwellige rechtsmedizinische Expertise und eine Anbindung an die psychosoziale Beratung. Das kostenfreie und unbürokratische Angebot ist einzigartig in der Region Berlin-Brandenburg.

Unter den 175 Hilfesuchenden, die ihre Verletzungen dokumentieren ließen, waren 109 Erwachsene und 66 Kinder. Von häuslicher Gewalt waren dabei 74 Erwachsene betroffen. Die jeweiligen Verletzungen, wie Frakturen, Hämatome, Verbrennungen und Platzwunden, wurden in der Ambulanz gerichtsfest dokumentiert – auch ohne dass vorher die Polizei eingeschaltet werden musste. Entscheiden sich die Opfer später für eine Anzeige, können sie dem Gericht die rechtsmedizinische Dokumentation ihrer Verletzungen vorlegen.

„Wir sind sehr stolz, dass unser Angebot tatsächlich diejenigen erreicht, die es benötigen. Unsere bisherigen Erfahrungen bestärken uns allerdings darin, das Angebot zu erweitern und noch bekannter zu machen“, betont Dr. Saskia Etzold, Stellvertretende Ärztliche Leiterin der Gewaltschutzambulanz. Bisher wurden die meisten Gewaltopfer von der Polizei, vom Jugendamt und dem Kindernotdienst sowie von Ärzten und Krankenhäusern oder Frauenberatungsstellen an die Ambulanz vermittelt. Durch die Kooperation mit der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG e.V.) können Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, im Anschluss an die Untersuchung von mobilen Beraterinnen der Initiative beraten werden. „Dieses Angebot nehmen 57 Prozent der Frauen an“, berichtet Dr. Etzold.

Der Berliner Justizsenator Thomas Heilmann ist ebenfalls von dem Angebot überzeugt: „Wir konnten dadurch den Opferschutz in unserer Stadt erfolgreich stärken. Mit der Gewaltschutzambulanz erhalten die Betroffenen konkrete Unterstützung. Zudem ist die Kombination einer rechtsmedizinischen Untersuchungsstelle mit einer psychosozialen Beratung am selben Ort bisher beispiellos in Deutschland.“ Die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz hat die Gewaltschutzambulanz im Doppelhaushalt 2014/15 jeweils mit 150.000 Euro unterstützt.

Die Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt mit polizeilicher Anzeige findet weiterhin in den Rettungsstellen der Charité statt.

Links

Öffnet externen Link im aktuellen FensterGewaltschutzambulanz

Öffnet externen Link im aktuellen FensterFlyer Gewaltschutzambulanz

Kontakt

Dr. Saskia Etzold
Stellvertretende Ärztliche Leiterin der Gewaltschutzambulanz
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 525 331



Zurück zur Übersicht