Pressemitteilung

19.12.2011

Probandenaufruf für Studie zum Entfremdungserleben

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Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin sucht Patientinnen und Patienten, die am sogenannten „Depersonalisations-Derealisations-Syndrom“ (DP-DR) leiden. Bei dieser psychischen Krankheit erleben die Betroffenen emotionale Abstumpfung und eine dauerhafte Entfremdung von sich selbst und ihrer Umwelt. Die Studie, die im Forschungsbereich „Mind and Brain“ an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité durchgeführt wird, versucht nun, der Krankheit mithilfe der funktionellen Bildgebung näher zu kommen. Während die Patientinnen und Patienten einige maßgeschneiderte Aufgaben lösen, wird ihren Gehirnen mittels eines Magnetresonanztomographen (MRT) bei der Arbeit zugesehen.

Drei Viertel aller Menschen haben mindestens einmal im Leben zeitweise das Gefühl, sich selbst fremd und abgelöst von ihrer Umwelt zu sein. Für Momente oder längere Phasen verliert die Umgebung dann ihren Realitätscharakter und erscheint unecht, wie in einem Film oder hinter einer Nebelwand. Obwohl dieses Entfremdungserleben durch Drogenkonsum, Schlafentzug und Jetlag, Stress oder plötzliches Erschrecken herbeigeführt werden und unter Umständen sogar angenehm sein kann, so existiert es auch als psychische Störung. Manche Patienten erleben sich dabei länger oder dauerhaft als reine Beobachter ihrer Handlungen oder fühlen sich dann wie in einer Traumwelt. Diese emotionalen Veränderungen sind jedoch schwer in Worte zu fassen und daher nicht leicht zu diagnostizieren, was sicherlich dazu beiträgt, dass sie in Forschung und klinischer Praxis häufig vernachlässigt werden.

Für die Patientinnen und Patienten umfasst die Studie drei Sitzungen, die alle auf dem Charité Campus Charité Mitte stattfinden: Der erste Termin besteht aus einem vier- bis fünfstündigem diagnostisches Gespräch; die beiden folgenden Termine dienen dem Lösen vorher geübter Aufgaben unter MRT-Beobachtung, jeweils für ca. eine Stunde. Nach Abschluss der drei Testtage erhalten die Probanden eine Aufwandsentschädigung. Es werden keine Medikamente oder invasiven Techniken benutzt und alle Daten werden nach der Erhebung pseudonymisiert ausgewertet und aufbewahrt. 

Links

http://mindandbrain.charite.de/

Kontakt

Michael Gaebler
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 517 216
f: +49 30 450 517 906



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