Pressemitteilung

18.06.2018

Probanden gesucht: Studie zur Schlaganfall-Prävention bei Hochrisiko-Patienten

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Welche Therapie eignet sich am besten für Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern, um Schlaganfälle zu vermeiden? Diese Fragestellung untersucht die weltweit größte Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) unter der Leitung der CharitéUniversitätsmedizin Berlin. Ziel der fünfjährigen Studie ist es, die bestmögliche Behandlung zu sichern, insbesondere für Patienten mit Herzrhythmusstörungen, die zusätzlich ein hohes Schlaganfallrisiko sowie ein erhöhtes Risiko für Blutungen haben. Für die Studie werden noch Patienten gesucht.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und Hauptursache für einen Schlaganfall. Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Kommt es zum Vorhofflimmern, besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden. Über 90 Prozent der Blutgerinnsel entstehen im linken Herzohr, einer Ausstülpung am linken Vorhof des menschlichen Herzens. Von dort können die Gerinnsel in die Blutgefäße des Gehirns gelangen und einen Schlaganfall auslösen.

In der Studie CLOSURE-AF-DZHK16 werden zwei Therapieverfahren, der katheterbasierte Verschluss des linken Vorhofohres und die medikamentöse Blutgerinnungshemmung, verglichen. Bisher erhalten Patienten mit Vorhofflimmern überwiegend Blutgerinnungshemmer, die das Risiko für einen Schlaganfall um 70 Prozent reduzieren können. Da diese Arzneimittelgruppen jedoch mit einem erhöhten Risiko für schwere Blutungen einhergehen, können rund ein Viertel der Patienten diese nicht einnehmen. Als Alternative wurde ein Verfahren entwickelt, bei dem das linke Vorhofohr per Katheter mit einer Art Mini-Schirm verschlossen wird, sodass von dort aus keine Blutgerinnsel mehr in das Gehirn oder den Körper gelangen können. Die Patienten müssen nach dem Eingriff nur noch so lange Blutverdünner einnehmen, bis der Verschluss eingeheilt ist.

„Aktuelle wissenschaftliche Daten aus zwei kleineren Studien zeigen, dass Schlaganfälle mit einem Verschluss des linken Herzohres wirksam verhindert werden können. Es fehlen jedoch fundierte Daten für den Nutzen bei Hochrisiko-Patienten mit einem hohen Blutungsrisiko und einem hohen Schlaganfallrisiko – das wollen wir ändern“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Ulf Landmesser, Direktor der Klinik für Kardiologie am Campus Benjamin Franklin. Er fügt hinzu: „Gerade für diese Patientengruppe ist dieses Verfahren eine wichtige Alternative, denn bei einigen von ihnen ist das Blutungsrisiko so hoch, dass sie gar keine Blutgerinnungshemmer mehr einnehmen können.“ Die Ergebnisse der Studie werden in die Leitlinien zur Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern und einem hohen Schlaganfall- und Blutungsrisiko einfließen.

Die Charité ist mit drei Studienzentren an den klinischen Campi beteiligt. Interessierte können sich an folgende Ansprechpartner wenden:
Campus Benjamin Franklin
Ansprechpartner: Dr. Johannes Jakob Hartung
t: +49 30 450 513 706

Campus Charité Mitte
Ansprechpartner: Privatdozent Dr. Henryk Dreger
t: +49 30 450 613 496

Campus Virchow-Klinikum
Ansprechpartnerin: Marika Saegebarth
t: +49 30 450 665 487

CLOSURE-AF-DZHK16
CLOSURE-AF-DZHK16 ist die weltweit größte Studie zu dieser Fragestellung, über 1.500 Patienten sollen in die Studie eingeschlossen werden, 17 DZHK-Zentren und 45 weitere Zentren in Deutschland beteiligen sich daran. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden Patienten rekrutiert – die Gesamtlaufzeit wird voraussichtlich fünf Jahre betragen.

Links

CLOSURE-AF-DZHK16

Klinik für Kardiologie am Campus Benjamin Franklin

Kontakt

Prof. Dr. Ulf Landmesser
Direktor der Klinik für Kardiologie
Campus Benjamin Franklin
t: +49 30 450 513 702



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