Pressemitteilung

22.09.2010

Präventionsmediziner fordern Umorientierung

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Vorsorge soll sich an individuellen Merkmalen orientieren

Weniger essen – mehr bewegen! Dieses Mantra hören die Deutschen von ihren Ärztinnen und Ärzten genauso wie über die Medien. Allein, sie halten sich nicht daran. Die Rate vermeidbarer Volkserkrankungen wie Herzinfarkt und Diabetes steigt nach wie vor rasant an. Ist die Prävention schon am Ende ?

Diesem Thema widmet sich der gemeinsame Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) und des Europäischen Verbands der Sozialversicherungsärzte (EUMASS). Anlässlich des 300sten Geburtstages der CharitéUniversitätsmedizin Berlin treffen sich die in diesen Verbänden organisierten Sozialmediziner jetzt zum ersten Mal in der Hauptstadt. Unter dem Kongressmotto „Individualisierte Prävention und Epidemiologie: Die moderne Medizin“ wollen sie aktuelle Entwicklungen aufgreifen. Ziel ist, Prävention stärker als bisher an individuellen Merkmalen zu orientieren.

Einigkeit herrscht unter Experten in der Analyse, dass Prävention in Deutschland bislang völlig unzureichend in die medizinische Versorgung integriert ist. Konzepte, wie präventive Strategien für bestimmte Zielgruppen oder Betroffene sinnvoll zu adaptieren sind, fehlten oft völlig, sagt Prof. Stefan N. Willich Leiter des CharitéCentrums für Human- und Gesundheitswissenschaften sowie Präsident der Tagung.  „Prävention kann nur wirksam sein, wenn wir die Menschen individuell in ihrem biografischen und sozialen Umfeld abholen und ihnen nicht nur generelle Maßnahmen verordnen“, setzt er hinzu.

Die Tagung spannt den  Bogen von einer „Individualisierung“ der Prävention hin zum breiten Bevölkerungsbezug der Epidemiologie und Sozialmedizin. „Die großen sozialen Unterschiede im Gesundheitszustand der Bevölkerung, wie wir sie in epidemiologischen Studien immer wieder sehen, stellen eine besondere Herausforderung für zielgerichtete Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention dar“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Martin Schlaud vom Robert-Koch-Institut, der für die DGEpi dem Kongress vorsteht.

Der integrierte 18. EUMASS-Kongress befasst sich aus länderübergreifender europäischer Perspektive unter anderem mit Fragen der Innovationsbewertung, Systemgestaltung, Qualitätssicherung sowie Modellen der Reintegration in das Erwerbsleben.

Kongresspräsidenten:
Prof. Stefan N. Willich, MPH, MBA, Charité - Universitätsmedizin Berlin für die DGSMP
Priv.-Doz. Martin Schlaud, Robert-Koch-Institut Berlin, für die DGEpi
Dipl.-Med. Hans-Werner Pfeifer, für die EUMASS

Links

Öffnet externen Link im aktuellen Fensterwww.kongress2010.de

Kontakt

Dr. Anne Berghöfer
Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 529 034
fax: +49 30 450 529 902



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