Pressemitteilung

05.11.2015

Postoperative Behandlung durch Patienten-Empowerment

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Krebspatienten in hohem Alter profitieren von guter Information

Ältere Krebspatienten erholen sich nach schweren operativen Eingriffen nicht so leicht wie junge Patienten. Umso wichtiger ist eine gezielte Nachbetreuung und Aktivierung. Hier zeigen Methoden des „Patienten-Empowerment“ und Aufklärung eine deutliche Wirkung, wie Wissenschaftler der CharitéUniversitätsmedizin Berlin in einer aktuellen Untersuchung herausgefunden haben. Komplikationen und längere Krankenhausaufenthalte können vermieden werden, wenn Patienten gut über Verhaltensweisen vor und nach einer Operation informiert sind. Die Ergebnisse der Studie sind in der internationalen Fachzeitschrift PLOS ONE* veröffentlicht.

Patienten-Empowerment unterstützt und befähigt Patienten, sich aktiv an ihrer Genesung und Rehabilitation zu beteiligen. Dies erhöht nicht nur ihre Autonomie und Mündigkeit nach einer Operation, sondern führt auch zu deutlich besseren Behandlungsergebnissen bei chronischen Erkrankungen. In einer von der Deutschen Krebshilfe geförderten Studie zur Patientenmitbestimmung haben Forscher um Prof. Dr. Claudia Spies, Direktorin der Medizinischen Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin, nun belegen können, dass ältere Krebspatienten nach schweren Eingriffen von zusätzlicher genesungsfördernder Information profitieren. Die Wissenschaftler zeigen, dass Patienten-Empowerment zu besseren Rehabilitationsergebnissen und damit zu mehr Lebensqualität führen kann.

Im Rahmen der Studie sind Patienten in einem Alter von über 65 Jahren, die sich einer großen Krebsoperation unterziehen mussten, in zwei Gruppen aufgeteilt worden: Die Interventionsgruppe erhielt eine Broschüre mit Informationen rund um das Verhalten an den Tagen vor und nach der Operation sowie Tipps zur aktiven Beteiligung an der Genesung. Weiterhin wurden die Patienten angehalten, über den Behandlungszeitraum ein Tagebuch zu führen. Die Kontrollgruppe bekam keine zusätzlichen Informationen. Das Ergebnis: Insbesondere hinsichtlich postoperativer Schmerzen konnten die Forscher eine verbesserte Behandlungsqualität nachweisen. „Eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit oder ein schlechter Ernährungsstatus haben neben der Schwere und Länge einer Krebsoperation entscheidenden Einfluss auf den kurz- und langfristigen Erfolg eines Eingriffs bei älteren Patienten“, erklärt Prof. Spies. Begrenzte präoperative Leistungsfähigkeit geht meist auch mit einer geringen Akzeptanz und Umsetzung von Patienten-Empowerment-Angeboten einher.

*Schmidt, M., et al., Patient Empowerment Improved Perioperative Quality of Care in Cancer Patients Aged ≥ 65 Years – A Randomized Controlled Trial. PLOS ONE, Sept. 2015. doi: 10.1371/journal.pone.013782

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Medizinische Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin

Kontakt

Prof. Dr. Claudia Spies
Direktorin der Medizinischen Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin
Campus Charité Mitte
Campus Virchow-Klinikum
t: +49 30 450 531 012



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