Pressemitteilung

06.04.2016

Neues Verfahren bei Adipositas

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Erstmalig in Deutschland wurde jetzt an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin mit dem endoskopischen Schlauchmagen ein minimal-invasives Verfahren bei Adipositas praktiziert, das besonders schonend und nebenwirkungsarm ist.

Immer mehr Menschen in Deutschland haben Adipositas, krankhaftes Übergewicht. Bei Betroffenen mit einem Body-Mass-Index (BMI) größer 40 kommen häufig noch erschwerend Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen dazu. Unbehandelt wird nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigt, sondern auch das Leben der Betroffenen verkürzt. Wenn konservative Therapiemethoden wie Sport, Medikamente und Diäten nicht mehr zu den nötigen Erfolgen beim Abnehmen führen, helfen chirurgische Maßnahmen, die entweder den Magen verkleinern oder den Darm verkürzen.

Der endoskopische Schlauchmagen (Endoscopic Sleeve Gastroplasty, ESG) ist die Bezeichnung für eine neue minimal-invasive Methode bei Adipositas. Ricardo Paiva Araujo dos Scheiba-Zorron von der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie und Mitentwickler sowohl der Methode als auch des Gerätes, mit dem der Eingriff durchgeführt wird, erläutert das Vorgehen: „Wir führen über den Mund einen Schlauch, ein flexibles Endoskop, bis zum Magen ein, wie bei einer Spiegelung. Entlang des Magens setzen wir acht bis zehn Nähte, die das Volumen des Magens bis zu 70 Prozent reduzieren. Das Organ selber bleibt vollständig erhalten und die Operation dauert in den meisten Fällen nicht länger als eine Stunde.“ Das Verfahren ist besonders schonend: „Die Patienten haben ein geringes Komplikationsrisiko, keine Schnitte und Narben, weniger postoperative Schmerzen und können das Krankenhaus bereits nach zwei Tagen wieder verlassen.“

Das Operationsverfahren ist für Patienten mit einem BMI zwischen 30 und 45, Diabetiker und mehrfach operierte Patienten, die nicht mehr durch den Bauch operiert werden können oder die keine weiteren Operationen wünschen, geeignet. Auch Adipositas-Erkrankte, die älter sind als 55 Jahre oder Patienten, bei denen eine andere chirurgische Maßnahme zu riskant wäre, können mit dem minimal-invasiven Verfahren operiert werden. Das Ziel ist, dass sich durch eine Reduktion des Magenvolumens schnell ein Sättigungsgefühl einstellt und das Gewicht dadurch signifikant sinkt.

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Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie


Kontakt

Ricardo Paiva Araujo dos Scheiba-Zorron
Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie
Campus Virchow-Klinikum
t: +49 30 450 652 393



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