Pressemitteilung

28.06.2017

Neues Denkmal der Erinnerung für Charité

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Kooperationsprojekt von Charité und Universität der Künste Berlin

Dank einer App erfahren die Besucher mehr über die Charité. Copyright: Remember.
Der Blick durch das Smartphone. Copyright: Remember.

Im Rahmen des Projekts Wissenschaft in Verantwortung – GeDenkOrt.Charité wird die CharitéUniversitätsmedizin Berlin einen Erinnerungsweg am Campus Charité Mitte erhalten, der sich mit der Vergangenheit der Berliner Universitätsmedizin im Nationalsozialismus beschäftigt. Der Gedächtnispfad will an Opfer erinnern, über Täter informieren und eine dauerhafte Auseinandersetzung über die Verantwortung der medizinischen Wissenschaft in der Gegenwart etablieren. Bei dem künstlerischen Auswahlverfahren setzte sich der Entwurf „Remember“ durch.
 
Den Campus erkunden, Historisches erfahren, Perspektiven querdenken und Fragen stellen – der neue Erinnerungsweg „Remember“, der bis Ende 2017 realisiert werden soll, ist eine interaktive Entdeckungsreise in die Vergangenheit der Charité. Beim Auswahlprozess haben sich Sharon Paz, Jürgen Salzmann und Karl-Heinz Stenz mit ihrer Idee durchgesetzt. Diese basiert auf der Verwendung von Smartphones oder anderen mobilen Geräten. Mit einer App erhalten die Besucher audiovisuelle Anweisungen und werden von Station zu Station geführt. Mit Kurzfilmen, Bildern und Texten wird die Geschichte der Charité – rund um Forschung, Bildung und Behandlung – an fünf Ereignisorten thematisiert. Die einzelnen Stationen zeichnen sich durch stählerne Skulpturen mit Barcodes aus. „Wir wollten einen Erinnerungsweg schaffen, der sowohl eine sinnliche Begegnung darstellt, als auch eine emotionale Erfahrung ermöglicht“, erklärt die Künstlerin Sharon Paz.

Der Charité ist es ein besonderes Anliegen, bestehende Lücken in der Erinnerungskultur zu schließen: „Die Thematik ist äußerst relevant für unser Projekt GeDenkOrt.Charité – Wissenschaft in Verantwortung und auch für die medizinischen Mitarbeiter der Charité. Denn es gehört zur traurigen historischen Wahrheit, dass sich deutsche Mediziner – darunter auch Ärzte der Charité – während des Nationalsozialismus in Ausübung ihres Berufes an grausamen Taten beteiligt haben“, sagt Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité. „Der Entwurf ‚Remember‘ ist eine tolle Ergänzung zu unseren bereits vorhandenen Ausstellungen“, erklärt er die Entscheidung der Jury. Die Charité gratuliert den Wettbewerbs-Gewinnern und bedankt sich bei allen Bewerbern.

„GeDenkOrt.Charité – Wissenschaft in Verantwortung“ ist ein interdisziplinäres Projekt der CharitéUniversitätsmedizin Berlin in Zusammenarbeit mit der Berliner Universität der Künste (UdK). Ende 2011 unterzeichneten der Vorstandsvorsitzende der Charité Prof. Dr. Karl Max Einhäupl und der Präsident der Universität der Künste, Prof. Martin Rennert, eine weitreichende Kooperationsvereinbarung. Mit unterschiedlichen Mitteln soll die Auseinandersetzung mit ethischen, historischen, kulturellen, ökonomischen, politischen und sozialen Herausforderungen in der Medizin sowie in den Bio-/Lebenswissenschaften gefördert werden. Vorgesehen sind u.a. Orte der Information, der Erinnerung und der künstlerischen Ansprache auf dem Campus Charité Mitte (CCM); vorgesehen sind ebenso wissenschaftliche Veranstaltungsreihen und Ausstellungen sowie die Implementierung dieser Aspekte in den medizinischen Unterricht.

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Links

https://gedenkort.charite.de/

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Beddies
Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin
Campus Benjamin Franklin        
t: +49 30 450 529 241



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