Pressemitteilung

14.07.2014

Menschliche Gebeine kehren nach Australien zurück

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Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin hat heute weitere 14 menschliche Gebeine an indigene Gemeinschaften Australiens übergeben. An der offiziellen Zeremonie nahmen Vertreter der indigenen Gemeinschaften, der deutschen und der australischen Regierung und der Charité teil.

Angehörige der Goemulgal der Lag Mabuyag und der Wajarri Yamatji nahmen die Gebeine ihrer Vorfahren als ‚Traditional Owners‘ in Empfang. Sie werden diese auf ihrem angestammten Territorium bestatten. Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité, erklärte in seiner Rede: „Für die Charité ist es wichtig und selbstverständlich, die menschlichen Gebeine, die einst vermeintlich im Namen der wissenschaftlichen Forschung gesammelt wurden, an die Traditional Owners zurückzugeben und damit den Repatriierungsprozess zu unterstützen.“

Bereits 2008 hatte die Charité als erste wissenschaftliche Einrichtung Deutschlands eine Vereinbarung zur Übergabe von menschlichen Gebeinen mit Australien unterzeichnet. Voraussetzung für eine Rückgabe an die ursprünglichen Heimatländer ist es, die genaue Herkunft zu kennen. Von 2010 bis 2013 arbeitete die Charité im DFG-geförderten Charité Human Remains Project zur Herkunft und zum Sammlungskontext der „Schädel- und Skelettsammlungen“. Projektleiter waren Privatdozent Dr. Andreas Winkelmann, Lehrkoordinator der Anatomie, und Prof. Dr. Thomas Schnalke, Direktor des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité.

Die 14 sterblichen Überreste, die jetzt übergeben wurden, stammen aus zwei Regionen Australiens: 13 von ihnen kamen von den Torres Strait Islands. Ein Schädel wurde von einem deutschstämmigen Ingenieur vermutlich 1891/92 in Westaustralien „ausgegraben“. In einer ersten Übergabezeremonie hatte die Charité im April 2013 Schädel und Skelettteile von 33 Personen an die indigenen Gemeinschaften Australiens zurückgegeben.

Insgesamt hat die Charité damit bereits zum fünften Mal menschliche Überreste aus ihren anthropologischen Sammlungen an die Herkunftsstaaten der Opfer übergeben. Neben Australien (2013 und 2014) waren dies Rückgaben an Namibia (2011 und 2014) und Paraguay (2012).

Links

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Kontakt

Privatdozent Dr. Andreas Winkelmann
Lehrkoordinator der Anatomie
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 400



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