Pressemitteilung

24.03.2015

Krebszellen zielgerichtet überhitzen

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Charité bringt Hyperthermiebehandlung voran

Krebszellen sind hitzeempfindlicher als gesunde Zellen – diese Tatsache macht sich die Hyperthermie zu Nutze. Die Methodik des gezielten Überwärmens von Tumoren parallel zu Chemo- oder Radiotherapie ist im Rahmen eines Sonderforschungsbereiches maßgeblich an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin entwickelt und etabliert worden. Diese Arbeiten werden nun in der klinischen Behandlung und in der Forschung fortgesetzt. Insbesondere Patienten mit wiederkehrenden Tumoren und Kinder mit einer Krebserkrankung profitieren von dieser innovativen Behandlungsmöglichkeit.

Die sogenannte regionale Hyperthermie ist eine grundsätzlich gut verträgliche Behandlung. Sie kann zur Unterstützung von Radio- und Chemotherapie eingesetzt werden und verstärkt deren Wirkung deutlich. Die vom Tumor befallene Körperregion wird mittels elektromagnetischer Wellen auf Temperaturen von etwa 42 Grad Celsius erwärmt. Dabei geht man davon aus, dass Tumorzellen bei 40 bis 43 Grad Celsius absterben. Dieses Vorgehen kann gerade für Patienten mit schwer therapierbaren Krebserkrankungen einen entscheidenden Behandlungsvorteil bedeuten. In der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie der Charité setzen Klinikdirektor Prof. Dr. Volker Budach und sein Ärzteteam die regionale Tiefenhyperthermie insbesondere bei lokal fortgeschrittenen Tumoren im Weichteilgewebe, bei Gebärmutterhalskrebs und Mammakarzinompatientinnen mit Brustwandrezidiven ein. Zudem behandeln sie Kinder und Jugendliche mit soliden Tumoren.

„Mit der Hyperthermie haben wir einen sehr effektiven Wirkungsverstärker für Strahlen- und Chemotherapie an der Hand“, betont Prof. Volker Budach. „Unser Ziel ist es, neben dem klinischen Einsatz schon bald neue Indikationen zu erschließen und damit die Methode innerhalb der medizinischen Onkologie für weitere Bereiche nutzbar zu machen.“ Das interdisziplinär ausgerichtete Netzwerk der Charité bietet beste Voraussetzungen für weitergehende klinische Studien. Derzeit sind Untersuchungen zum Einsatz der regionalen Hyperthermie bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs, bei muskelinvasiven Harnblasenkarzinomen sowie bei Analkarzinomen in Planung. Dabei kooperieren die Wissenschaftler und Mediziner der Charité nicht nur fächerübergreifend sondern auch in bundesweiten Verbünden: Einige der Forschungsvorhaben werden in Zusammenarbeit mit den Universitätskliniken Tübingen und München entwickelt.

Die Berliner Universitätsmedizin verfügt über eine langjährige Erfahrung und Expertise innerhalb der klinischen Entwicklung der Hyperthermie. Nachdem die Finanzierungsvoraussetzungen mit den Kostenträgern erneut geklärt sind, kann die Charité Krebspatienten wieder mittels regionaler Hyperthermie behandeln und innovative Behandlungskonzepte für schwer zu therapierende Krebsformen ausbauen.

Links

Öffnet externen Link im aktuellen FensterKlinik für Radioonkologie und Strahlentherapie

Kontakt

Prof. Dr. Volker Budach
Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie
Charite – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 527 021



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