Pressemitteilung

22.11.2011

Kommandostand für medizinische (Flug-) Simulatoren

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An der Charite lassen sich künftig kritische Situationen im OP trainieren

Es ist die Katastrophe im OP: Mitten in einer Operation tritt ein Herzstillstand ein oder es kommt zu einer starken Blutung. Dann muss  jeder Handgriff sitzen, Entscheidungen fallen in Sekunden. Um die Reaktion bei derartigen Ereignissen möglichst realitätsnah zu trainieren, eröffnet die Charité - Universitätsmedizin Berlin heute einen hochmodernen Operationssaal für simulierte Eingriffe.

Das Entscheidende: Der Patient ist ein Simulator, eine Puppe im Wert von 300.000 Euro. Mit ihrer Hilfe lassen sich hunderte Krankheitszustände und körperliche Reaktionen nachstellen. Das medizinische Team  sieht abnormale Werte auf ihren Monitoren aufleuchten und muss handeln - schnell. „Es ist für die Patientensicherheit essentiell, dass Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden wie die Besatzung eines Cockpits“, erklärt Prof. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. „Die Simulation bietet die Chance, ohne Patientengefährdung die notwendige Präzision zu erreichen.“

Das hat sich nicht nur in Berlin herumgesprochen. Der neue Simulations-OP ist in den kommenden Monaten bereits komplett ausgebucht. Ärztinnen und Ärzte trainieren dort etwa die Anästhesie bei Kindern oder die Behandlung der lebensbedrohlichen Sepsis. Auch in der Ausbildung an der Charité hat der Saal seinen festen Platz: Berlin setzt als erste Universitätsklink Deutschlands auf die Simulation als eigenständiges Ausbildungsformat. Alltagssituationen werden mit Hilfe so genannter Simulationspatienten trainiert. Dafür engagiert die Charité Schauspieler, die sehr überzeugend in die unterschiedlichsten Patientenrollen schlüpfen können. Auch den OP-Saal lernen die Studierenden bereits im ersten Semester kennen. „Wir haben Ende der 90er Jahre begonnen, diese Unterrichtsform zu entwickeln. Seither wurden schon viele Studierende an einem Vorläufer unseres heutigen Simulators trainiert“, berichtet die Prodekanin für Studium und Lehre, Prof. Claudia Spies. „Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, ob man etwa den Herzstillstand in Lehrbüchern zur Kenntnis nimmt oder in der Realität erlebt.“

Entwickelt wurde der insgesamt etwa eine Million Euro teure OP-Saal im Rahmen eines Public Private Partnership mit dem Lübecker Medizingeräte-Hersteller Dräger. Auch dessen Beschäftigte können künftig bei Schulungen an der Charité kritische Situationen erleben, bei denen der Patient eine High-Tech-Puppe ist.

Pressefotos zur Veranstaltung stehen zum Download bereit.

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Kontakt

Dr. Torsten Schröder
Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt Intensivmedizin
Charité - Universitätsmedizin Berlin
t.:+49 30 450 531 631



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