Pressemitteilung

09.07.2010

Kein Verdacht gegen versetzte Krankenschwester

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Arbeitsgericht bestätigt das Vorgehen der Charité

Zur Berichterstattung in der heutigen Ausgabe der B.Z. stellt die CharitéUniversitätsmedizin Berlin fest:

„Es hat keine statistische Häufung von Todesfällen in der Klinik für Neonatologie gegeben“, erklärte Prof. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. Aufgefallen ist gegen Ende des Jahres 2009 eine statistische Häufung in der Schicht einer bestimmten pflegerischen Mitarbeiterin. Die Charité hat binnen Stunden nach Bekanntwerden dieses Sachverhaltes umfangreiche Untersuchungen eingeleitet. Die betroffene Mitarbeiterin wurde aus dem pflegerischen Dienst entfernt und einer anderen Tätigkeit zugeteilt. Die Charité hat sich mit der Polizei beraten, eine gerichtsmedizinisch assistierte Obduktion, toxikologische Untersuchungen und eine externe Begutachtung durch einen Spezialisten durchführen lassen. Aus all diesen Untersuchungen ergab sich kein Verdacht gegen die Mitarbeiterin.

Die Charité verfügt – insbesondere aufgrund der Erfahrungen im Fall Irene Becker – über ein Frühwarnsystem für Auffälligkeiten im ärztlichen und pflegerischen Alltag. Dieses besteht unter anderem aus dem anonymen Fehlermeldesystem CIRS, genauen Todesfallstatistiken, regelmäßigen Mortalitätskonferenzen zwischen Pflegekräften und Ärzten auf Intensivstationen, einem anonymen Telefon und psychologischen Gruppen- und Einzelsupervisionen. „Dieses System hat im vorliegenden Fall funktioniert“, sagte Prof. Frei. „Es ergab sich nach Abschluss aller Untersuchungen das Bild einer fähigen und leistungsorientierten Mitarbeiterin, die in einer hoch belasteten Station regelmäßig die schwersten Fälle mit dem höchsten Sterberisiko übernahm. Sie war nicht in der Lage, sich selbst aktiv gegen diese Überlastung zu schützen.“ Die Charité, so setzte er hinzu, habe neben der Verantwortung für die anvertrauten Patienten auch eine Fürsorgepflicht gegenüber der Beschäftigten und sei auch aus diesem Grund zum Handeln gezwungen gewesen. Das Arbeitsgericht Berlin hat diese Entscheidung der Charité in seinem Urteil gestern bestätigt.

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