Pressemitteilung

31.03.2017

Interkulturelles Arbeiten in Medizin, Pflege und Sozialdienst

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An der CharitéUniversitätsmedizin Berlin erhalten jetzt die Absolventen der Fortbildung „Interprofessionelles und Interkulturelles Arbeiten (IPIKA)“ ihre Zertifikate und stellen ihre Projektarbeiten vor. Ziel der berufsbegleitenden Weiterqualifizierung für Beschäftigte in Medizin, Pflege und Sozialdienst ist es, die interkulturellen Kompetenzen berufsgruppenübergreifend zu stärken und so die Versorgung von Patienten mit Migrationshintergrund zu verbessern.

Berlin ist mit rund einer Million Einwohnern mit Migrationshintergrund von einer wachsenden kulturellen, ethnischen und religiösen Vielfalt geprägt. Im Klinikalltag zeigt sich dies durch eine hohe Anzahl von Patienten unterschiedlichster Herkunft sowie internationales Klinikpersonal. Allein an der Charité arbeiten und studieren Menschen aus 89 Ländern. „Die Kenntnisse kulturell geprägter Regeln und Normen sowie das Wissen um migrationsbedingte Zugangsbarrieren sind im Gesundheitswesen mittlerweile eine unerlässliche fachliche und soziale Kompetenz“, sagt Baharan Naghavi, Charité-Projektkoordinatorin für interkulturelle Kommunikation. Sie ergänzt: „Kommunikationsprobleme und kulturelle Missverständnisse wirken sich letztlich auf den Erfolg der medizinischen Versorgung von Patienten mit Migrationshintergrund und Geflüchteten aus.“

Bisher fehlte in der Hauptstadt ein niedrigschwelliges Fortbildungsangebot für Ärzte, Pflegepersonal und Mitarbeiter des Sozialdienstes zur Steigerung dieser Kompetenz. IPIKA schult die Teilnehmer praxisorientiert in fünf je zweitägigen Modulen in kultursensibler und migrationsspezifischer Patientenkommunikation, Zuwendung und Behandlung. Vermittelt werden beispielsweise kulturvariable Konzepte von Krankheit und Gesundheit sowie Zusammenhänge zwischen Migration und Gesundheit. Darüber hinaus stehen Gesprächstrainings mit Simulationspatienten, der Umgang mit Konflikten, aber auch Reflexionen zur eigenen soziokulturellen Prägung auf dem Programm.

Die Teilnehmer entwickeln abschließend in Kleingruppen Projektideen, die zur verbesserten Versorgung der Patienten auf ihren Stationen und Abteilungen beitragen soll. So hat sich beispielsweise eine Gruppe damit beschäftigt, wie geeignete Piktogramme die Behandlungsabläufe anschaulich an Patienten mit geringen Deutschkenntnissen vermitteln können. Ein anderes Team hat sich zum Ziel gesetzt, die zahlreichen mehrsprachigen und kultursensiblen Angebote, die an den einzelnen Charité-Kliniken existieren, zu bündeln und weiterzuentwickeln.

Medienvertreter sind herzlich zum Abschlusssymposium und zur Vorstellung der Projekte eingeladen. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 5. April in der Hörsaalruine des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité am Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1 in 10117 Berlin (Geländeadresse Virchowweg 16) statt. Um Anmeldung unter presse(at)charite.de wird gebeten.

Programm
10.30 Uhr Begrüßung
Interkulturelle Kompetenz im Gesundheitswesen – Chancen und Herausforderungen
Prof. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde der Charité
10.50 Uhr Grußwort
Prof. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité
11.00 Uhr Grußwort
Judith Heepe, Pflegedirektorin der Charité
11.15 Uhr Rückblick IPIKA
5 Module Interkulturelle Fortbildung
Dr. Ute Siebert, Trainerin und Beraterin für interkulturelle Kompetenzen in der Medizin
11.30 Uhr Vorstellung der Projektarbeiten
12.15 Uhr Pause
12.45 Uhr Interkulturelle Fortbildungen – Wo stehen wir in Berlin?
Barbara Scheffer, Geschäftsstelle Interkulturelle Kompetenzen im Berliner Gesundheitswesen
13.00 Uhr Grußwort
Senatorin
Nachhaltigkeit von Interkulturellen Fortbildungen
Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
13.20 Uhr Ausblick und Zertifikatübergabe
Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
Astrid Lurati, Direktorin des Klinikums der Charité
Prof. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde der Charité

Über IPIKA
Das 21-monatige Projekt „Interprofessionelles und Interkulturelles Arbeiten“ (IPIKA) steht unter der Schirmherrschaft von Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung. Es wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert und in Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule durchgeführt. Perspektivisch sollen die im Rahmen des Projekts IPIKA entwickelten Lerneinheiten in das Fort‐ und Weiterbildungsangebot der Gesundheitsakademie Charité integriert werden.

Kontakt

Baharan Naghavi
Charité Comprehensive Cancer Center
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 564 715



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