Pressemitteilung

03.03.2015

Hörstörungen frühzeitiger erkennen und versorgen

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Charité unterstützt IAMP-Statement

Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin unterstützt die Stellungnahme des InterAcademy Medical Panel (IAMP) zu einer verbesserten Versorgung von Hörstörungen. Anlässlich des heutigen International Ear Care Day der Weltgesundheitsorganisation (WHO) präsentiert das internationale Netzwerk der 73 Nationalakademien sein Positionspapier.

Weltweit leiden mehr als 360 Millionen Menschen an Hörstörungen – darunter 32 Millionen Kinder. Ohne Diagnose und Behandlung kommt es bei den betroffenen Kindern zu typischen Verzögerungen der sprachlichen und kognitiven Entwicklung. Bei den Erwachsenen leiden beispielsweise rund 75 Prozent der über 70-Jährigen an einer Hörstörung. Experten gehen davon aus, dass damit auch ein erhöhtes Risiko verbunden ist, an einer Demenz zu erkranken.

Prof. Dr. Manfred Gross, Direktor der Klinik für Audiologie und Phoniatrie der Charité, begrüßt das unabhängige Statement: „Die Zahlen sind beunruhigend, aber viele Faktoren, die zu einer Hörstörung führen, können entweder verhindert oder behandelt werden. So können beispielsweise einfache Tests bei Neugeborenen frühzeitig zeigen, ob ein Kind Hörprobleme hat. Übliche Impfungen in der Kindheit, wie die Röteln-Impfung, können Erkrankungen verhindern, deren Komplikationen zu Hörstörungen führen. Im Erwachsenenalter kann schon eine einfache Reduktion der Lärmexposition am Arbeitsplatz Hörstörungen vermeiden.”

Insbesondere in den Entwicklungsländern ist der Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung begrenzt. Das IAMP-Statement ruft deshalb vor allem Regierungen und andere Gesundheitsversorger auf, eine Reihe von Verfahren zu implementieren. Prof. Dr. Detlev Ganten, Präsident des World Health Summit (Weltgesundheitsgipfel) und Co-Chair des IAMP erklärt dazu: „Das Statement zur verstärkten Versorgung von Hörstörungen ist ein Ergebnis intensiver Diskussionen beim World Health Summit und ein positives Zeichen dafür, dass sich die Weltgemeinschaft eines solchen Themas mit neuer Energie und neuen Initiativen annimmt. Nur durch gemeinsame Anstrengungen werden wir eine wirkliche Verbesserung auf dem Gebiet der Hörstörungen erreichen.“

Das InterAcademy Medical Panel (IAMP) ist das internationale Netzwerk von 73 medizinischen Akademien und medizinischen Sektionen von Wissenschaftsakademien. Mit seinen wissenschaftsbasierten Beratungsleistungen setzt es sich weltweit für Verbesserungen im Gesundheitswesen ein - Entwicklungsländer erfahren dabei eine besondere Aufmerksamkeit. Die Leopoldina ist seit 2006 Mitglied des IAMP, seit 2013 ist Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Detlev Ganten Co-Chair. Zur Implementierung wird empfohlen: - Die Gesundheitsversorgung auf dem Gebiet der Hörstörungen zu verbessern und beispielsweise das universelle Neugeborenen-Hörscreening in allen Geburtseinrichtungen einzuführen sowie Hörgeräte und Cochlea-Implantate zugänglich und bezahlbar zu machen. - Sich mit Hörstörungen sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen zu beschäftigen und gleichzeitig die Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen zu berücksichtigen. - Sich mit den grundlegenden gesellschaftlichen Bedürfnissen zu beschäftigen, wie beispielsweise der Aufstellung von Erziehungsprogrammen für Kinder mit Hörstörung sowie deren Verwandten und Gemeinden. - Forschungs- und Innovationsprogramme einzurichten, die auf die Prioritäten von Hörstörungen ausgerichtet sind – einschließlich der Entwicklung neuer Screening- und Diagnosetechniken, um die Früherkennung von Hörstörungen bei Kindern zu verbessern und einschließlich der Entwicklung von qualitativ hochwertigen Hörgeräten und Batterien zu niedrigen Preisen.

Links

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Kontakt

Prof. Dr. Manfred Gross
Direktor der Klinik für Audiologie und Phoniatrie
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 555 401



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