Pressemitteilung

01.04.2015

Forschung zur Therapie von Krebspatienten mit Thrombose

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Gemeinsame Studie von Vivantes und Charité startet

Mehr als 15 Prozent aller Patienten mit Krebs entwickeln während der Erkrankung eine Thrombose mit oder ohne, zum Teil tödlicher, Lungenembolie. Die aktuelle GECAT-Studie soll die Frage beantworten, wie diese Patienten behandelt werden. Das Kooperationsprojekt der CharitéUniversitätsmedizin Berlin und des Klinikkonzerns Vivantes ist als dreijährige Registerstudie angelegt und soll Aufschluss über mögliche Verbesserungen in der Behandlung dieser ernsten Komplikation geben.

Allgemein sind Wechselwirkungen zwischen den Tumorzellen und dem Gerinnungssystem experimentell bekannt und klinisch belegbar. Durchschnittlich haben Tumorpatienten ein etwa siebenfach erhöhtes Risiko für Thrombosen, abhängig von der Tumorart und anderen individuellen Risikofaktoren. Damit sind Thrombosen die zweithäufigste Todesursache bei Krebspatienten. Darüber hinaus zeigen epidemiologische Studien, dass zehn bis fünfzehn Prozent der Patienten, die eine erste spontane venöse Thromboembolie erleiden, ebenso an Krebs erkrankt sind, ohne es zu diesem Zeitpunkt zu wissen. Bisher gibt es nur wenige Daten über die medizinische Versorgung dieser Patienten im Verlauf ihrer Erkrankung. In der GECAT-Studie (German Evaluation of Cancer associated Thrombosis) soll nun die wechselseitige Wirkung einer Krebserkrankung mit dem Auftreten von Thrombosen genauer untersucht werden.

In enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Hanno Riess, Ärztlicher Leiter der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie am Campus Charité Mitte, leitet Dr. Robert Klamroth, Chefarzt der Klinik für Angiologie und Hämostaseologie am Vivantes Klinikum im Friedrichshain, die Untersuchung: „Die Studie soll zeigen, wie hämatologisch-onkologische Patienten mit venöser Thromboembolie tatsächlich behandelt werden: Mit niedermolekularem Heparin, mit Vitamin K-Antagonisten oder den direkten oralen Antikoagulanzien?“ Auch ob und wann die Therapie im Krankheitsverlauf geändert werden soll, wird erforscht.

Prof. Riess ergänzt: „An der Studie beteiligen sich alle onkologischen Kliniken der Charité und die onkologischen Zentren von Vivantes. Insgesamt wollen wir die Daten von 350 Patienten sammeln und auswerten. Wir erwarten zuverlässige Erkenntnisse über die Verbesserungsmöglichkeiten der Therapie für diese immer größer werdende Patientengruppe.“

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Kontakt

Prof. Dr. Hanno Riess
Ärztlicher Leiter der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie
Campus Charité Mitte
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 513002



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