Pressemitteilung

18.02.2011

Erster Notarztwagen für Schlaganfall-Opfer

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Entwicklung der Charité soll Folgen des Hirninfarkts lindern

Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin erlebt eine echte Premiere. Heute wurde der weltweit erste Schlaganfall-Notarztwagen in Dienst gestellt. Er ermöglicht es, bereits Minuten nach Eintreffen des Rettungsdienstes die sichere Diagnose „Schlaganfall“ zu stellen. Dies gelingt mit Hilfe eines kompakten Computertomographen (CT), der im Wagen angebracht ist. Er liefert die für den Schlaganfall charakteristischen Bilder verstopfter Gefäße im Gehirn bzw. kann andere Ursachen gestörter Hirnfunktionen ausschließen. „Unmittelbar nach dieser Diagnose kann die Therapie zur Wiedereröffnung der Gefäße einsetzen“, erläuterte der Leiter des Projekts, Prof. Heinrich Audebert von der Klinik für Neurologie. Bei der so genannten Lyse sorgen spezielle Medikamente dafür, dass sich die Verstopfung im Gehirn auflöst und die Gefäße wieder mit Blut versorgt werden können. „Je eher dies geschieht, desto weniger Gehirnzellen sterben ab und umso geringer sind die Folgeschäden“, betonte Prof. Audebert.

Das „Stroke-Einsatz-Mobil“ (STEMO) enthält Geräte, die es sonst nur in Kliniken gibt. Dazu gehören neueste Errungenschaften aus der bildgebenden Diagnostik, der Laboratoriumsmedizin und der Telemedizin. Anders als in bereits laufenden Pilotprojekten mit einem mobilen Computertomographen kann die komplette Rettungsversorgung einschließlich Intensivtherapie und Patiententransport innerhalb des Stroke-Einsatz-Mobil erfolgen. Expertinnen und Experten der Charité haben den neuartigen Rettungswagen gemeinsam mit der Berliner Feuerwehr und den brandenburgischen Firmen MEYTEC GmbH Informationssysteme und BRAHMS-GmbH in mehr als einjähriger Arbeit entwickelt. Er wird ab sofort im Berliner Stadtgebiet unterwegs sein. Durch das Spezialteam an Bord wird nicht nur der Transport zur Klinik verbessert, sondern es werden auch zeitraubende Patientenübergaben im Krankenhaus vor Behandlungsbeginn vermieden.
„Das Schlaganfallmobil steht beispielhaft für einen gelungenen Technologietransfer“ erklärt der brandenburgische Wirtschaftsminister Ralf Christoffers. „Die enge Verbindung zwischen Wirtschaft und medizinischer Forschung in der Gesundheitswirtschaft ist vorteilhaft für die gesamte Region“, hob er hervor. Berlin und Brandenburg haben als erstes gemeinsames Cluster beider Länder im Sommer 2010 den Innovationsverbund Gesundheitswirtschaft etabliert.

Gefördert wurde das Projekt durch die Technologiestiftung Berlin aus Mitteln des Zukunftsfonds des Landes Berlin, des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie durch das brandenburgische Wirtschaftsministerium.

Kontakt

Prof. Heinrich Audebert
Klinik für Neurologie
Campus Benjamin Franklin
t: +49 30 8445 2297



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