Pressemitteilung

16.05.2014

DFG verlängert zwei Sonderforschungsbereiche an der Charité

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Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin hat erneut ihre Stärke in der translationalen Forschung bewiesen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte gestern die Fortführung von zwei transregionalen Sonderforschungsbereichen (SFB) mit Sprecherfunktion der Charité. Beide Sonderforschungsbereiche beschäftigen sich mit dem Immunsystem und der Frage, wie angeborene oder erworbene Immunantworten für die Therapie von Krankheiten genutzt werden können.

„Wir gratulieren den Sprechern zu diesem verdienten Votum. Die Entscheidung der DFG, beide Sonderforschungsbereiche weiter zu fördern belegt, dass die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité durch exzellente Leistungen überzeugen und die DFG Vertrauen in die Bereitstellung der notwendigen Rahmenbedingungen durch die Fakultät hat“, bestätigt die Dekanin Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich.

Im SFB Transregio 84 forschen die Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Suttorp, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie, zum Thema „Angeborene Immunität der Lunge: Mechanismen des Pathogenangriffs und der Wirtsabwehr in der Pneumonie“.

Eine Lungenentzündung tritt häufig auf und verursacht in Deutschland sieben Mal mehr Tote in einem Jahr als der Straßenverkehr. Mit der Hilfe von Antibiotika und der körpereigenen Abwehr können rund 90 Prozent der Patienten die Pneumonie überwinden. Jedoch stirbt noch immer etwa jeder zehnte der eingelieferten Patienten an einer Entzündung des Lungengewebes. „In den letzten vier Jahren haben wir im SFB-TR84 bedeutsame neue Erkenntnisse gewonnen, unter anderem wie das Influenza-Virus und das neu aufgetretene MERS-Coronar-Virus das Lungengewebe schädigen“, erklärt Prof. Suttorp. Er ergänzt: „Wir werden in den kommenden vier Jahren beginnen, dieses Wissen in neue Therapien umzusetzen.“ Kooperationspartner in diesem Verbundprojekt sind die Freie Universität Berlin, die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Philipps-Universität in Marburg, das Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik und das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung sowie das Robert Koch-Institut.

Mit der Volkskrankheit Krebs beschäftigt sich der SFB Transregio 36 „Grundlagen und Anwendung adoptiver T-Zelltherapie“, der ebenfalls um weitere vier Jahre verlängert wurde. Sprecher ist Prof. Dr. Thomas Blankenstein, Direktor des Instituts für Immunologie am Campus Berlin Buch. Da bei einer Krebserkrankung klassische Methoden wie die Strahlentherapie, die Chemotherapie und chirurgische Eingriffe oft nicht ausreichen, widmet sich die Forschung dieses SFB der Immuntherapie. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung von speziellen Reagenzien, mit deren Hilfe menschliche Immunzellen (T-Zellen) konstruiert werden sollen. Diese Zellen können dann für die Behandlung von Patienten eingesetzt werden, die an lebensbedrohlichen Virusinfektionen erkrankt sind oder an besonderen Krebsformen leiden. Die adoptive T-Zell-Therapie, die bereits in ersten Studien zur Behandlung von ausgewählten Krebserkrankungen und Viruserkrankungen Erfolge erzielt hat, soll in den nächsten Jahren mit Hilfe neuer experimenteller Modelle und durch klinische Studien verbessert werden, so dass diese Form der Immuntherapie allgemeinere Anwendung finden kann.

An dem Verbundprojekt sind außer Wissenschaftlern der Charité Forschergruppen aus folgenden Einrichtungen beteiligt: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Humboldt-Universität zu Berlin, Freie Universität Berlin, Technische Universität Berlin, Ludwig-Maximillians-Universität München und die Technische Universität München.

Links

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Kontakt

Prof. Dr. Norbert Suttorp
Direktor der Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 553 051

Prof. Dr. Thomas Blankenstein
Direktor des Instituts für Immunologie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 8445 3873



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