Pressemitteilung

13.10.2015

Charité warnt: Vergiftungen durch Knollenblätterpilze

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Flüchtlinge besonders gefährdet

Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin warnt vor dem Verzehr von Knollenblätterpilzen: Sein Gift ist lebensgefährlich. Derzeit werden immer wieder Menschen mit Vergiftungen durch diese Pilzart registriert – die meisten Betroffenen stammen aus Syrien. Die Charité appelliert dringend, bei Auftreten von Unwohlsein nach dem Pilzgenuss sofort den Giftnotruf (+49 30 19240, rund um die Uhr) zu kontaktieren oder unverzüglich eine Rettungsstelle aufzusuchen.

Der Knollenblätterpilz wächst vor allem in Laubwäldern und gehört zu den giftigsten Arten in Deutschland. 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen sind auf ihn zurückzuführen. Der Pilz hat keinen abstoßenden Geschmack und das Gift wirkt erst mehrere Stunden nach dem Verzehr. Zunächst treten Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Nach ein bis zwei Tagen kann es zur Schädigung der Leber kommen. Im schlimmsten Fall stellt diese ihre Funktion ein, so dass nur noch eine Lebertransplantation den Patienten retten kann.

Vergiftungsfälle mit dem Knollenblätterpilz kommen immer wieder vor, da dieser auch dem Wiesenchampignon sehr ähnelt. Die aktuelle Häufung von Vergiftungserscheinungen bei syrischen Flüchtlingen liegt daran, dass es in Syrien essbare Pilze gibt, die dem Knollenblätterpilz zum Verwechseln ähnlich sehen. Die Charité warnt seit Längerem in den Einrichtungen, die sie medizinisch versorgt, mit Plakaten in fünf Sprachen vor dem tödlich giftigen Pilz.

Aktion „Charité hilft“ Die Charité sieht es als eine wichtige Aufgabe an, die medizinische Versorgung von Flüchtlingen zu verbessern und sichert die medizinische Basisversorgung von Flüchtlingen in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Spandau (Schmidt-Knobelsdorf-Straße 31) und im Westend (Glockenturmstraße 9). Darüber hinaus bieten Charité-Experten in diesen Erstaufnahmeeinrichtungen sowie in einer Einrichtung am Ostpreußendamm psychologisch-psychiatrische Sprechstunden für traumatisierte Flüchtlinge an.

Links

http://giftnotruf.charite.de

 

 

Kontakt

Uwe Dolderer
Leiter der Unternehmenskommunikation/Pressesprecher
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 400



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