Pressemitteilung

24.11.2011

Charité und MDC bündeln ihre Spitzenforschung unter einem Dach

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Erschwerte Zusammenarbeit durch Trennung von Forschung und Wissenschaft befürchtet

Die Charité - Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch, ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft, werden ihre bisherige Zusammenarbeit ausbauen. Dieser Forschungsverbund soll im Sinne eines qualitätsgesicherten und durch die Wissenschaft geleiteten Prozesses dazu beitragen, die internationale Sichtbarkeit der Lebenswissenschaften in Berlin dauerhaft zu stärken. Das Zusammengehen von MDC und Charité in der Forschung trägt dabei den Besonderheiten des Wissenschaftsstandorts Berlin mit seinem seit vielen Jahren bestehenden dichten Netzwerk biomedizinischer Forschungseinrichtungen Rechnung.

Allerdings befürchten MDC und Charité, dass die Absicht der neuen Landesregierung, Forschung und Wissenschaft zu trennen und sie zwei unterschiedlichen Ressorts – Wirtschaft und Bildung – zuzuordnen, die künftige Zusammenarbeit erschweren wird. Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf den offenen Brief, den die deutsche Wissenschaft an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und den Fraktions- und Landesvorsitzenden der Berliner CDU, Frank Henkel, geschrieben hat. Darin fordert die Wissenschaft, diesen Beschluss aufzuheben und Forschung und Wissenschaft unter einem Dach zu belassen.

MDC und Charité weisen weiter darauf hin, dass sie angesichts ihrer langjährigen Zusammenarbeit zum Beispiel bei der Berufung von Spitzenwissenschaftlern, der Durchführung von leistungsstarken Verbundprojekten sowie der Nutzung von Forschungsinfrastruktur bereits am 8. Juli diesen Jahres eine Absichtserklärung über ihre zukünftige institutionelle Zusammenarbeit unterzeichnet haben. So sollen durch die Bündelung der komplementären grundlagen- sowie patientenorientierten klinischen Forschung der Wissenschaftsstandort Berlin und die Gesundheitsforschung in Deutschland dauerhaft in der internationalen Spitze der Lebenswissenschaften etabliert werden. Durch die Kooperation sollen darüber hinaus auch der Zugang zu Patienten, die Förderung eines klinisch und experimentell geschulten wissenschaftlichen Nachwuchses sowie die Zusammenarbeit bei der Forschungsinfrastruktur nachhaltig intensiviert werden. Die zukünftige Verbindung könnte nach Ansicht von MDC und Charité zugleich wichtige Anknüpfungspunkte für weitere Forschungseinrichtungen bieten, so beispielsweise für das von der Humboldt-Universität zu Berlin im Rahmen der Exzellenzinitiative geplante lebenswissenschaftliche Integrative Research Institute am Campus Nord der HU sowie für den Ausbau des Biocampus Dahlem des Exzellenzkonzepts der Freien Universität.

„Das MDC passt mit seiner international anerkannten Forschung in den Bereichen Krebs, Neurowissenschaften sowie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen hervorragend zum herausragenden klinischen Profil der Charité“, erklärt Prof. Walter Rosenthal, Vorsitzender des Stiftungsvorstands und wissenschaftlicher Vorstand des MDC. Auch Prof. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité, sieht in der Partnerschaft eine einmalige Chance, die exzellente molekulare Grundlagenforschung des MDC der Charité zu verbinden und gezielter als bisher Innovationen ans Krankenbett zu bringen. „Wir erreichen damit eine neue Dimension in der translationalen Zusammenarbeit zwischen grundlagen-, krankheits- und patientenorientierter Forschung.“ Prof. Jürgen Mlynek, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, unterstützt die geplante Verbindung ebenfalls mit Nachdruck. „Die geplante strategische Partnerschaft zwischen MDC und Charité wird der biomedizinischen Forschung in Berlin noch mehr internationale Sichtbarkeit geben.“

Bundesforschungsministerin Annette Schavan und ihr scheidender Berliner Amtskollege Prof. Jürgen Zöllner (SPD) hatten den Anstoß für die geplante engere Verbindung von MDC und Charité gegeben. Nach Ansicht von MDC und Charité kommt dem geplanten Vorgehen insbesondere durch die Verbindung der bundesweiten Förderung aller exzellenten Wissenschaftsbereiche Pilotcharakter für weitere Bundesländer zu.

Links

Weitere Informationen:
Öffnet externen Link im aktuellen FensterOffener Brief der Wissenschaft an Wowereit und Henkel

Kontakt

Claudia Peter
Stv. Leiterin Unternehmenskommunikation
Charité - Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 503

Barbara Bachtler
Leiterin Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
in der Helmholtz-Gemeinschaft
t: +49 30 94 06 - 38 96



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