Pressemitteilung

02.05.2011

Charité kann Notfallversorgung sichern

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Wegen des Streiks sind 300 Betten nicht belegt

Der erste Streiktag an der Charité - Universitätsmedizin Berlin hat zu erheblichen Einschränkungen geführt. Insgesamt kam es bei 90 Prozent aller geplanten Eingriffe zu Verschiebungen. Lediglich 30 als Notfälle eingestufte Operationen wurden durchgeführt. Die Gewerkschaften hätten sich im Rahmen der Notdienstvereinbarung gesprächsbereit gezeigt, erklärte Prof. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. „Wenn die Ärzte eine Operation als dringend erforderlich einstuften, dann fand sie auch statt.“

Prof. Frei zeigte sich von den Auswirkungen des Streiks nicht überrascht. „Es war klar, dass es eine erhebliche Mobilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben würde“, erklärte er. Die Notfallversorgung werde von Seiten der Charité aus wie geplant gewährleistet. Der Betrieb in den Rettungsstellen verlaufe im Rahmen der Streik-Aktivitäten verhältnismäßig ruhig. Feuerwehr und Rettungsdienste würden die Charité wie vereinbart nur noch in unumgänglichen Fällen anfahren und ansonsten auf andere Kliniken ausweichen.

Auf den Pflegestationen war nur so viel Personal tätig wie sonst an Wochenenden. „In der Praxis mussten die Patientinnen und Patienten länger warten, bis beispielsweise zusätzliche Getränke verteilt waren. Auch Untersuchungstermine, etwa beim Röntgen oder bei der Magenspiegelung, wurden in medizinisch vertretbaren Fällen verschoben“, schilderte Prof. Frei die Situation. Insgesamt 300 Betten blieben aufgrund des Streiks unbelegt.

Aufgrund der Abrechnungsmodalitäten wird erst in etwa sechs Wochen feststehen, wie groß die durch den Streik entstehenden wirtschaftlichen Verluste sind. „Wir rechnen mit mindestens 500.000 Euro pro Streiktag“, erklärte Prof. Frei. Es gebe Überlegungen für ein neues Angebot an die Gewerkschaften. Konkrete Gespräche seien aber derzeit nicht im Gange.

Betroffen von der Tarifauseinandersetzung sind rund 10.000 nichtärztliche Beschäftigte der Charité, darunter etwa 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Teilzeitverträgen. Ein Eingehen auf die Forderungen der Gewerkschaften würde der Charité massive Mehrkosten bescheren. „Das ist für die Charité ein kaum lösbares Dilemma“, sagte Prof. Frei. „Denn die Forderung des Senats, unsere wirtschaftliche Situation ins Lot zu bringen und im laufenden Kalenderjahr keine Verluste zu machen, besteht unverändert fort.“

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