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Pressemitteilung

30.04.2021

Charité-Jahresabschluss im Pandemiejahr 2020 mit leichtem Minus

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Positiver Konzernabschluss mit rund 5,6 Millionen Euro

Charité-Jahresbericht 2020 © Charité
Charité-Jahresbericht 2020 © Charité
Factsheet Klinik, Forschung, Lehre 2020
Factsheet Klinik, Forschung, Lehre 2020

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin hat 2020 mit einem leichten Minus von rund 1,3 Millionen Euro abgeschlossen. Das Jahr war für die Charité sowohl bei der medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten als auch wirtschaftlich maßgeblich durch die Pandemie bestimmt. Dank der Unterstützung des Landes Berlin konnte die Deckungslücke aus den coronabedingten Belastungen nahezu geschlossen werden. Zudem unterstreicht die Bilanz das solide wirtschaftliche Fundament von Klinikum und Fakultät. Der Aufsichtsrat der Charité hat den Jahresabschluss in seiner heutigen Sitzung festgestellt.

Das vergangene Jahr war für die Charité im Wesentlichen durch die Pandemie geprägt. Mitte März begann hier mit der Bestätigung und der stationären Aufnahme des ersten COVID-19-Patienten Berlins die Corona-Pandemie in der Krankenversorgung. Mit dem frühzeitig entwickelten SAVE-Konzept stellt die Charité die akute intensivmedizinische Versorgung in der Metropolregion Berlin sicher und bringt ihre Expertise ein. Dabei versorgt die Berliner Universitätsmedizin als Level-1-Zentrum die schwersten Fälle und koordiniert zentral die Belegung der Intensivstationen in den Berlin-Brandenburger Level-2-Häusern. Mit insgesamt 2.600 stationär versorgten COVID-19-Patienten – 1.255 von ihnen auf Intensivstationen – nimmt die Charité eine Führungsrolle in der Pandemiebekämpfung ein.

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, Wissenschaftssenator und Aufsichtsratsvorsitzender der Charité, erklärt: „Die Charité hat in der Vergangenheit ihre herausragende Leistung in Lehre, Forschung und Versorgung immer wieder unter Beweis gestellt, aber im Pandemiejahr 2020 hat sie sich selbst noch übertroffen. Unter schwierigsten Bedingungen hat die Charité erfolgreich Kurs gehalten und eine zentrale Rolle in der Bewältigung der Pandemie in Berlin und bundesweit übernommen. Das verdient nicht nur große Anerkennung, sondern auch die notwendige finanzielle Rückendeckung. Das Land Berlin hat zusätzlich gut 50 Millionen Euro bereitgestellt und auch Lehre und Forschung mit weiteren Mitteln unterstützt, weil die Ausgleichszahlungen des Bundes bei weitem nicht ausreichen, um die pandemiebedingten Sonderbelastungen und Mehrkosten der Universitätsmedizin zu kompensieren. Als Aufsichtsratsvorsitzender und auch im Namen unserer Stadt möchte ich allen Beschäftigten der Charité für ihren großen Einsatz herzlich danken.“

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, betont: „Durch die Corona-Pandemie haben sich die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen fundamental geändert und wir wussten schnell, dass dies Auswirkungen auf das wirtschaftliche Ergebnis 2020 haben und die Charité nach neun positiven Jahresergebnissen voraussichtlich mit einem Minus abschließen würde.“ Er ergänzt: „In einer der schwersten Gesundheitskrisen der letzten Jahrzehnte mussten Klinik und Fakultät ihre Prozesse umgehend an die Bedingungen einer dynamischen Pandemie anpassen.“ 

Die Fakultät hat im Berichtsjahr mit Drittmitteleinnahmen in Höhe von rund 196 Millionen Euro erneut einen Maximalwert für die Charité erreicht, der die Exzellenz der Forschung dokumentiert und auch einen erheblichen Beitrag zur wissenschaftlichen Entwicklung Berlins leistet. Die herausragende Forschungsstärke der Berliner Universitätsmedizin spiegelt sich beispielsweise auf nationaler Ebene in der Beteiligung an 28 DFG-Sonderforschungsbereichen und international in 23 EU-Projekten wider.

Astrid Lurati, Vorstand Finanzen und Infrastruktur der Charité, erläutert: „Das Jahr 2020 hat die Charité – menschlich wie wirtschaftlich – auf eine außerordentliche Belastungsprobe gestellt. Angesichts der Krisensituation hat der Charité-Vorstand das Erreichen der wirtschaftlichen Ziele hintenangestellt und alle Kräfte für die Versorgung der Patienten und die Bewältigung der Pandemiesituation gebündelt. Wir haben das getan, was in einer solchen Lage zu tun war und im Schulterschluss mit dem Land Berlin weit über unseren Versorgungsauftrag hinaus dazu beigetragen, die Gesundheitskrise zu managen. Die Einschränkung des klinischen Normalbetriebes und die Bereitstellung zusätzlicher Intensivkapazitäten hat zu einer nie dagewesenen wirtschaftlichen Belastung geführt, die nicht vollständig durch die bundesgesetzlichen Kompensationsleistungen gedeckt wurde. Mit Unterstützung des Landes Berlin in Höhe eines Beitrages von 49,4 Millionen Euro zum Ausgleich der Corona-Verluste ist es gelungen, ein Ausnahmejahr mit Gesamteinnahmen von über 2 Milliarden Euro und einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis von minus 1,3 Millionen Euro sowie einem positiven Konzernergebnis von 5,6 Millionen Euro abzuschließen.“

Prof. Kroemer ergänzt: „Der große Dank des Vorstands gilt allen voran den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Charité und allen Beschäftigten unserer Konzerngesellschaften für ihr herausragendes Engagement. Mit beispielhaftem Zusammenhalt und Organisationstalent setzen sich unsere konzernweit rund 19.400 Beschäftigten mit ganzer Kraft gemeinsam für die bestmögliche Versorgung der COVID-19-Patienten und die Forschung zur Bewältigung der Pandemie ein. Wir sind außerordentlich stolz, dass unser Motto ‚Zusammen ein Ganzes‘ von allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelebt wird.“

Neben den Anforderungen der Corona-Pandemie konnte die Charité 2020 weitere Meilensteine für strukturelle Projekte erreichen: So ist Berlin dank des erfolgreichen BMBF-Antrags von Charité, BIH und MDC sowie der Unterstützung des Landes einer von vier neuen Standorten für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), für das auch ein innovativer Neubau geplant ist. Zudem wurden die Pläne für ein gemeinsames Herzzentrum von Charité und Deutschem Herzzentrum Berlin (DHZB) in ein tragfähiges Unternehmensmodell für den Zusammenschluss der Kardiologien und Herzchirurgien beider Partner im Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) entwickelt. Darüber hinaus wurde zum 1. Januar 2021 das Berlin Institute of Health (BIH) zum Translationsforschungsbereich der Charité und bildet nun neben Klinikum und Medizinischer Fakultät die dritte Säule der Berliner Universitätsmedizin. Als einen der ersten Schritte im Amt als neuer Vorstandsvorsitzender hatte Prof. Kroemer den Strategieprozess 2030 initiiert, um gemeinsam mit den Beschäftigten und Studierenden eine wegweisende Strategie für die nächsten zehn Jahre in Forschung, Lehre und Krankenversorgung zu erarbeiten. Mit der Strategie „Gesundheit neu denken – Rethinking Health“ hat die Charité aktiv ihren Strategieprozess gestartet. Das Konzept für die innovative und wegweisende Weiterentwicklung von Forschung, Lehre, Gesundheitsversorgung und Digitalisierung wurde im Herbst öffentlich vorgestellt und zielt darauf ab, auch während der Pandemie den Blick nach vorn zu bewahren.

Zudem konnten im vergangenen Jahr einige entscheidende Bauprojekte vorangebracht und fertiggestellt werden: Dazu gehören beispielsweise am Campus Charité Mitte das Richtfest des kombinierten Ambulanz-, Translations- und Innovationszentrums (ATIZ) für die Charité und das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH), der Beginn der substanziellen Modernisierung des 1899 eröffneten Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité sowie die Fertigstellung des generalsanierten und umgebauten Forschungs- und Laborgebäudes für Charité und BIH in der Hessischen Straße. Am Campus Benjamin Franklin konnte der neue Hubschrauber-Sonderlandeplatz in Betrieb genommen werden, der aufgrund geänderter luftrechtlicher EU-Vorschriften erforderlich geworden war. Zudem sind die ersten Pflegestationen in die 2019 errichtete Charité Campus-Klinik Süd (CCKS) eingezogen. Das viergeschossige Modulgebäude beherbergt während der Modernisierungsmaßnahmen im Hauptgebäude einen Großteil der Stationen. 

Abschließend unterstreicht Prof. Kroemer: „Eine Organisation muss in der Lage sein, mit gänzlich unerwarteten Anforderungen schnell und agil umgehen zu können – und sie darf dabei zugleich den Blick nach vorne nicht verlieren. Bereits jetzt sollten wir gemeinsam die Zukunft in den Fokus rücken und aus den Erfahrungen und dem Wissen der Corona-Zeit Lehren für die Bewältigung zukünftiger Pandemien und Gesundheitskrisen ziehen, damit wir zusammen gestärkt aus dieser Zeit hervorgehen.“

Ein Jahr Pandemie an der Charité
Am 1. März 2020 haben mit dem ersten bestätigten COVID-19-Patienten Berlins herausfordernde Monate der Corona-Pandemie begonnen. Als Level-1-Zentrum hat die Universitätsmedizin bis Ende März 2021 insgesamt rund 2.600 an COVID-19 erkrankte Patientinnen und Patienten stationär behandelt, davon mussten 1.255 Patientinnen und Patienten intensivmedizinisch betreut werden. Der Altersdurchschnitt aller an der Charité behandelten an COVID-19 erkrankten Patientinnen und Patienten liegt bei 62 Jahren. Vor gut einem Jahr hat die Charité für ein erfolgreiches Pandemiemanagement in kurzer Zeit neue Strukturen und Prozesse geschaffen und modellhaft die erste Untersuchungsstelle für Verdachtsfälle auf das Coronavirus SARS-CoV-2 eingerichtet sowie den Klinikbetrieb in Normal- und Intensivstationen für COVID-19- und Non-COVID-19-Patienten strukturiert. Im Rahmen des SAVE-Konzepts ist die Charité als Koordinatorin und Level-1-Zentrum für die bestmögliche Versorgung der schwersten Fälle zuständig. Zusätzlich wurde am Campus Charité Mitte ein Intensivgebäude mit 135 Intensivbetten inklusive Beatmungsgeräten eingerichtet. Frühzeitig wurden regelmäßige Corona-Screenings der Beschäftigten und die Testung der Patienten bei der stationären Aufnahme etabliert. Im Auftrag der Senatskanzlei wurde im Rahmen der Berliner Teststrategie eine einjährige Schul- und Kitastudie gestartet sowie von Ende Juli bis Anfang Oktober gemeinsam mit Mitarbeitenden von Hilfsorganisationen und der Bundeswehr rund 75.000 Reiserückkehrende an den Berliner Flughäfen getestet. Zur Entlastung der emotionalen Herausforderungen für die pflegerischen und ärztlichen Teams sowie die Erkrankten und ihre Angehörigen hat die Charité ein multiprofessionelles psychosoziales Versorgungsnetzwerk etabliert. Die wissenschaftlichen und klinischen Expertinnen und Experten teilen ihr Fachwissen und ihre Forschungsergebnisse von Beginn an mit der Politik und Gesellschaft und informieren die Öffentlichkeit verständlich und transparent. Bereits im April haben sich Forschende an bundesweit 36 Standorten der Universitätsmedizin zusammengeschlossen, um ihre Forschungsaktivitäten zu bündeln. Auf Initiative der Charité fördert das BMBF den Aufbau des Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin zu COVID-19, kurz: Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) für ein Jahr mit 150 Millionen Euro, das zentral an der Charité koordiniert wird. Inzwischen hat der Bundestag eine Weiterführung des Netzwerks bis 2024 beschlossen. Mit dem im April 2020 neu eingerichteten Charité/BIH COVID-19 Research Board wird die fachliche Expertise der Charité und des Berlin Institute of Health (BIH) zur Erforschung von SARS-CoV-2 und COVID-19 fokussiert und gebündelt. Zusätzlich liefern die Expertinnen und Experten Antworten auf Fragen zu medikamentösen Therapien, zur optimalen Beatmung, zur Interpretation von Testergebnissen und Hygienemaßnahmen. Im Bereich Studium und Lehre mussten die Präsenzangebote innerhalb kürzester Zeit auf digitale Formate umgestellt werden, um den mehr als 8.600 Studierenden der Medizinischen Fakultät die Lehrinhalte zu vermitteln. Auch die feierliche Immatrikulation der ersten Studierenden des Bachelorstudiengangs Pflege im Wintersemester 20/21 fand virtuell statt. Pro Jahr können bis zu 60 Studierende den neuen BA-Studiengang beginnen und innerhalb von sieben Semestern eine Berufszulassung als Pflegefachperson sowie den akademischen Bachelorgrad erwerben. 

Charité – Universitätsmedizin Berlin
Die Charité – Universitätsmedizin Berlin ist mit rund 100 Kliniken und Instituten an 4 Campi sowie 3.001 Betten eine der größten Universitätskliniken Europas. Forschung, Lehre und Krankenversorgung sind hier eng miteinander vernetzt. Mit Charité-weit durchschnittlich rund 16.391 und konzernweit durchschnittlich rund 19.400 Beschäftigten gehört die Berliner Universitätsmedizin zu den größten Arbeitgeberinnen der Hauptstadt. Dabei waren 4.707 der Beschäftigten im Pflegebereich und 4.693 im wissenschaftlichen und ärztlichen Bereich tätig. An der Charité wurden im vergangenen Jahr 132.383 voll- und teilstationäre Fälle sowie 655.138 ambulante Fälle behandelt. Im Jahr 2020 hat die Charité Gesamteinnahmen von rund 2,2 Milliarden Euro, inklusive Drittmitteleinnahmen und Investitionszuschüssen, erzielt. Mit den 196 Millionen Euro eingeworbenen Drittmitteln erreichte die Charité einen erneuten Rekord. An der medizinischen Fakultät, die zu den größten in Deutschland gehört, werden mehr als 8.600 Studierende in Human- und Zahnmedizin sowie Gesundheitswissenschaften und Pflege ausgebildet. Darüber hinaus gibt es 577 Ausbildungsplätze in 10 Gesundheitsberufen.

Links

Strategie 2030 „Gesundheit neu denken – Rethinking Health“
 

 

Kontakt

Manuela Zingl
Unternehmenssprecherin
Charité – Universitätsmedizin Berlin         
t: +49 30 450 570 400
 

 



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