Pressemitteilung

19.04.2010

Charité ist beste Adresse für Schwangere und Nierenkranke

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Berliner Universitätsklinikum stellt sich bundesweiter Qualitätsmessung

Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin veröffentlicht ab heute erstmals ihre Qualitätsergebnisse unter der Webadresse qualitaetsmanagement.charite.de im Internet. Seit dem Jahr 2008 nimmt die Charité an der Initiative Qualitätsmedizin freiwillig teil.  An den Daten lässt sich genau ablesen, wie erfolgreich die Charité in der Behandlung ihrer Patienten bei 30 häufigen und zum Teil schweren Erkrankungen abschneidet. Die Ergebnisse der Charité sind Teil einer Datenauswertung von 95 Kliniken in Deutschland, die der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angehören. Ziel ist, den Patienten und niedergelassenen Ärzten objektiv erhobene und umfassende Daten zur medizinischen Behandlungsqualität zur Verfügung zu stellen. „Für uns ist das IQM-Verfahren ein wichtiges Instrument in der Qualitätskontrolle“, erklärt Prof. Ulrich Frei, der Ärztliche Direktor der Charité. „Es gibt uns die Chance, in Zusammenarbeit mit Experten aus anderen Kliniken unsere Prozesse laufend zu verbessern. Die IQM-Werte belegen unsere Stärken, zeigen aber auch, wo Handlungsbedarf besteht.“

In der Geburtsmedizin gab es an der Charité im vergangenen Jahr keinen Sterbefall bei einer Gebärenden. Damit liegt sie deutlich unter dem Durchschnittswert aller IQM-Mitgliedskliniken, bei denen insgesamt 0,007 Prozent aller Mütter verstarben. Bei der Behandlung von Pneumonien hat sie dagegen das Ziel von 6,59 Prozent nicht erreicht. Insgesamt verstarben 6,62 Prozent aller Patienten.

Der nächste Schritt für Prof. Frei und sein Team ist es nun, mit Hilfe des sogenannten Peer-Review Verfahrens den Ursachen der Abweichung auf den Grund zu gehen. Diese Methode setzt auf den Fachaustausch zwischen IQM -Mitgliedskliniken und ist ein effektives Instrument zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse. „Unsere verantwortlichen Chefärzte  werden sich mit den chefärztlichen Kollegen aus anderen IQM-Mitgliedskliniken zusammensetzen, um gemeinsam kritische Patientenfälle auf mögliche Fehler in Abläufen und Strukturen zu analysieren. Dann werden die Schwachstellen identifiziert und Maßnahmen zur Beseitigung festgelegt“, erklärt Prof. Frei.

Wie deutlich sich durch strukturelle Verbesserungen die Behandlungsqualität anheben lässt, zeigt an der Charité die Operation zur partiellen Entfernung der Niere. Hier verzeichnet das Berliner Universitätsklinikum im Jahr 2009 keinen Sterbefall, während im Durchschnitt aller Mitgliedskliniken 0,56 Prozent der Patienten die Operation nicht überlebten. Die Ursache für diesen signifikanten Unterschied war schnell gefunden: „Wir haben an der Charité einen akribisch durchgeplanten Behandlungspfad entwickelt, den alle Patienten durchlaufen“, erläutert Prof. Frei. IQM-Mitgliedskliniken, die dieses Konzept nachahmen wollen, können sich an den Ärztlichen Direktor selbst wenden.

Peer-Kontakt:
PD Dr. Ortrud Vargas Hein
t: + 30 450 514 041

 

Die Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM)
Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammen geschlossen. Die Initiative mit Sitz in Berlin besteht deutschlandweit und ist offen für alle Trägergruppen. Gründungsinitiatoren sind die HELIOS Kliniken, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, die SRH Kliniken, die Malteser, die Johanniter GmbH und das Unfallkrankenhaus Berlin (ukb).

Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, in ihren insgesamt rund 100 Kliniken mit knapp 1 Million stationären Patienten drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer trägerübergreifenden Plattform und die Durchführung von „Peer-Review-Verfahren“. Bei den Peer Reviews werden Behandlungsprozesse mit auffälligen Ergebnissen von internen und externen „Peers“, also ärztlichen Fachkollegen, auf mögliche Fehler in den Ergebnissen, Abläufen und Strukturen hin anhand der konkreten Fälle untersucht, analysiert und anschließend konsequent verbessert.

Qualitätssicherung auf Basis von Routinedaten
Das deutsche Fallpauschalensystem bietet die Möglichkeit, weitreichende Qualitätsinformationen aus den Abrechnungsdaten der Kliniken abzuleiten: Jede Leistung im Krankenhaus wird im Zuge der Abrechnung kodiert und in sog. ICD (International Classification of Diseases) bzw. OPS (Operationen- und Prozedurenschlüssel) abgebildet. Diese Routinedaten werden von den Kostenträgern überprüft, erfassen jeden behandelten Patienten und sind kurzfristig verfügbar. Die Qualitätsmessung über Qualitätsindikatoren auf Basis von Routinedaten bedeutet deshalb hohe Effizienz (kein zusätzlicher Dokumentationsaufwand in den Kliniken) und Objektivität (leichte Überprüfbarkeit).

 

Kontakt

Presseanfragen:
Tel.    +49 30 521 321-522
Fax    +49 30 521 321-199
info(at)initiative-qualitaetsmedizin.de

 

Kontakt:
Initiative Qualitätsmedizin (IQM)
Friedrichstraße 166
10117 Berlin
www.initiative-qualitaetsmedizin.de

 



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