Pressemitteilung

17.06.2015

Charité informiert über bevorstehenden Streik

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Großes Ausmaß erwartet – Patientenhotline eingerichtet

Angesichts des bevorstehenden Streiks der Pflegekräfte an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin ab dem kommenden Montag hat der Vorstand heute über das Ausmaß und die Auswirkungen informiert. Die Charité-Leitung teilte mit, dass die geplanten Streikmaßnahmen die Sicherheit der Patienten und die Versorgung im Land Berlin in hohem Maße gefährden.

Daher habe man sich entschlossen, gegen den von ver.di angekündigten Streik eine einstweilige Verfügung beim Berliner Arbeitsgericht zu beantragen. Begründet wird dieser Schritt mit dem unverhältnismäßigen Ausmaß des breit angelegten Streiks: Insgesamt sollen laut ver.di-Ankündigung allein 113 Intensivbetten sowie rund 800 Betten in allen Fachbereichen geschlossen werden. In der Gesamtheit entspricht dies fast einem Drittel aller Charité-Betten. Dieses Ausmaß an Bettenschließungen kann nicht von anderen Berliner Krankenhäusern ausgeglichen werden.

Weiterhin sei die Forderung nach einer Mindestbesetzung in der Pflege kein Thema, das per Tarifvertrag geregelt werden könne. Vielmehr sei dies ein gesamtgesellschaftliches Thema, das von Bund und Ländern gemeinsam angegangen werden müsse. Und schließlich gelte für ver.di eine Friedenspflicht, da der Tarifvertrag an der Charité noch bis Ende 2016 laufe. „Die erhebliche Gefährdung der Patientensicherheit, die nach Tarifrecht bestehende Friedenspflicht und der Versuch, ein gesamtgesellschaftliches Thema auf dem Rücken der Charité, ihrer Patienten und Mitarbeiter zu lösen, sind die Gründe, warum wir uns an das Gericht gewandt haben“, sagte Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité.

„Die Patientinnen und Patienten müssen bedauerlicherweise mit erheblichen Einschränkungen rechnen“, erklärte Prof. Dr. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. Konkret heißt das ab kommendem Montag: Geplante Operationen und Untersuchungen, die nicht dringlich notwendig sind, können nicht stattfinden und werden in Absprache mit den Patienten verschoben. Zudem hat die Charité ab Montag, den 22. Juni eine Hotline für Patienten eingerichtet, die montags bis freitags von 9 Uhr bis 17 Uhr unter der Nummer 450 550 500 erreichbar ist.

Eine Realisierung der Forderungen von ver.di würde für die Charité 600 zusätzliche Stellen im Pflegebereich und Kosten von bis zu 36 Millionen Euro bedeuten. Dies ist im derzeitigen Finanzierungssystem für die Charité nicht bezahlbar und kann nur mit den Krankenkassen gelöst werden. „Wir bedauern diese Eskalation und gehen davon aus, dass die Streikenden gemeinsam mit uns alles vermeiden werden, was den Patienten schaden könnte“, betonte Judith Heepe, kommissarische Pflegedirektorin der Charité.

Kontakt

Uwe Dolderer
Leiter der Unternehmenskommunikation
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 400



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