Pressemitteilung

24.10.2013

Charité eröffnet Intensivstation der Zukunft

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Pilotzimmer am Campus Virchow-Klinikum

Foto: "Parametrische (T)Raumgestaltung“ auf der Station 8i im Charité Campus Virchow-Klinikum
Parametrische (T)Raumgestaltung“ auf der Station 8i im Charité Campus Virchow-Klinikum
Foto: "Parametrische (T)Raumgestaltung“ auf der Station 8i im Charité Campus Virchow-Klinikum
"Parametrische (T)Raumgestaltung“ auf der Station 8i im Charité Campus Virchow-Klinikum

Kann ein Intensivzimmer auch anders aussehen als kühl, steril und dominiert von medizinischen Geräten? Welche Auswirkungen hat die Raumatmosphäre auf den Heilverlauf von Intensivpatienten? Diese Fragen hat sich die CharitéUniversitätsmedizin Berlin in einem Pilotprojekt mit dem Architekturbüro Graft, den Mediengestaltern von Art+Com und der Charité CFM Facility Management GmbH gestellt. Als Antwort darauf ist eine neuartige Intensiveinheit am Campus Virchow-Klinikum entstanden, die jetzt eröffnet wurde.

Zwei Zimmer mit vier Betten wurden so umgestaltet, dass sie ein Höchstmaß an Privatsphäre für Patienten und deren Angehörige bieten. So treten technische Geräte in den Hintergrund, Alarmgeräusche werden gedämpft. Die gesamte Umgebung kann an die individuellen Bedürfnisse der Patienten angepasst werden und soll so helfen, den Genesungsprozess zu unterstützen.

„Auf dieser neu gestalteten Intensiveinheit sind neue Sichtweisen im Bereich der Intensivmedizin bereits umgesetzt. Die Perspektive hat gewechselt – die Bedürfnisse des Patienten und sein Erleben stehen statt der Technik im Fokus.“, betont Prof. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité.

In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekt „Parametrische (T)Raumgestaltung“ erforschen Intensivmediziner, Psychologen und Schlafforscher, Architekten und Mediengestalter in den kommenden 18 Monaten, welchen Effekt das Zimmer auf den Heilverlauf der Patienten hat. Noch in der Planungsphase wurde das Projekt im Januar 2013 mit dem ersten Preis beim Wettbewerb „Design & Gesundheit“ ausgezeichnet.

Über die in den Zimmern verbaute Lichtdecke lassen sich Lichtintensität und -temperatur individuell steuern. Hierdurch sollen der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus der Patienten unterstützt und Delirien reduziert werden. Mit der Darstellung visueller Inhalte über die Lichtdecke wird eine Atmosphäre geschaffen, die Stress und Ängste mindern soll. Mit einer speziellen Vorrichtung, einem sogenannten Deckenlifter, können Patienten trotz schwerster Krankheit im Zimmer mobilisiert werden: „Damit kommen wir einer sogenannten Walking-ICU, einer Intensivstation, die Patienten trotz Organunterstützung nicht hilflos macht, immer näher. Diese Zimmer sind ein Meilenstein in der Intensivmedizin.“, erklärt Prof. Dr. Claudia Spies, die Leiterin des CharitéCentrums für Anästhesiologie, OP-Management und Intensivmedizin. Sie leitet das Projekt an der Charité und führt es in enger Kooperation mit den multiprofessionellen Partnern durch.

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Öffnet externen Link im aktuellen FensterKlinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin

Kontakt

Uwe Dolderer    
Leiter Unternehmenskommunikation
Charité - Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 400



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