Pressemitteilung

07.07.2010

Charité erforscht Wirkung der tiefen Hirnstimulation

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Millionenförderung für neue Therapie bei Bewegungsstörungen

Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin kann jetzt eine Klinische Forschergruppe zur tiefen Hirnstimulation einrichten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) entschied, dieses Vorhaben in den nächsten drei Jahren mit rund 4,3 Millionen Euro zu fördern. Leiterin der neuen Forschergruppe, die an der Klinik für Neurologie am Campus Virchow-Klinikum entstehen soll, wird die 39-jährige Professorin Andrea Kühn. Sie befasst sich seit Jahren mit der tiefen Hirnstimulation, die auch als Hirnschrittmacher-Therapie bekannt ist, und hat gemeinsam mit Prof. Andreas Kupsch und dem Neurochirurgen Dr. Gerd-Helge Schneider an der Charité bereits rund 500 Patienten operiert.

Den Kranken werden Elektroden über ein kleines Loch in der Schädeldecke implantiert. Ein externes Gerät sorgt dann für elektrische Impulse mit hoher Frequenz. „Diese Methode hilft zuverlässig bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen, die wie beispielsweise der Morbus Parkinson mit Bewegungsstörungen einhergehen“, erklärt sie. „Wir wissen nur noch nicht so genau, warum.“

Dieser Frage soll die neu geschaffene Klinische Forschergruppe jetzt nachgehen. Sie setzt sich interdisziplinär aus Neurologen, Neurophysiologen, Psychiatern und Naturwissenschaftlern zusammen. Im Zentrum des Interesses stehen die so genannten Basalganglien im Gehirn. „Über deren Rolle bei motorischen Aufgaben, Sprachverarbeitung, Gedächtnisfunktion und emotionaler Reizverarbeitung ist noch wenig bekannt“, erläutert Prof. Kühn.
 
Ihre Forschergruppe will außerdem die Wirkung der tiefen Hirnstimulation bei Patienten mit schweren Depressionen untersuchen. Die Wissenschaftler hoffen, durch diese Methode auch deren Lebensqualität steigern zu können. „Mit der Förderung als Klinische Forschergruppe bieten sich ganz neue Möglichkeiten. Wir können einen translationalen Ansatz wählen, das heißt, Fragestellungen aus der klinischen Therapie am Tiermodell erforschen und diese Ergebnisse dann schnell in die Behandlung der Patienten einfließen lassen.“

Als erstes wird die Forschergruppe jetzt zusätzliche Mitarbeiter suchen. „Wir können mit den Mitteln der DFG zwölf Wissenschaftler-Stellen finanzieren“, sagt sie.

Kontakt

Prof. Andrea Kühn
Leiterin der Klinischen Forschergruppe „Tiefe Hirnstimulation“
Klinik für Neurologie
Campus Virchow-Klinikum
t: +49 30 450 660 203



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