Pressemitteilung

30.05.2008

Charité darf ALS-Kranke ambulant behandeln

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Spezielle Genehmigung wird in Berlin erstmals erteilt

Als erstes Krankenhaus in Berlin erhält die Charité -Universitätsmedizin Berlin von der Senatsverwaltung für Gesundheit die Genehmigung zur Ambulanten Versorgung nach §116b SGB V für eine besonders komplizierte seltene Krankheit.

Als erstes Krankenhaus in Berlin erhält die Charité - Universitätsmedizin Berlin von der Senatsverwaltung für Gesundheit die Genehmigung zur Ambulanten Versorgung nach §116b SGB V für eine besonders komplizierte seltene Krankheit. In diesem Fall handelt es sich um die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Dabei kommt es allmählich zu einer vollständigen Muskellähmung des Körpers. „Die neue Regelung hilft den Kranken sehr“, erklärt Prof. Thomas Meyer, Leiter der ALS-Ambulanz an der Charité. „Ab sofort können wir sie umfassend ambulant betreuen.“ 

Die ALS-Ambulanz finanzierte sich bisher überwiegend aus Spenden und anderen Drittmitteln. Seit der Gründung 2002 flossen insgesamt rund 1,5 Millionen Euro, zuletzt auch im Rahmen der Gala „Charity for Charité.“ So gelang es der Ambulanz, ein Netzwerk aufzubauen, in dem engagierte Fachleute die soziale Betreuung der Patienten sowie ihre Versorgung mit spezieller Ernährungstherapie und Hilfsmitteln übernahmen. „Ab jetzt kann die Charité die komplexe ambulante Betreuung von ALS-Patienten aus einer Hand gewährleisten“, erläutert Prof. Meyer.

Die neue Genehmigung ist auch gesundheitspolitisch von Bedeutung. Erst seit 2007 räumt der Gesetzgeber Krankenhäusern die Möglichkeit ein, bei besonders schweren und komplexen Erkrankungen die ambulante Versorgung zu übernehmen (§116b SGB V). Die Kliniken können hierfür direkt mit den Krankenkassen abrechnen und ergänzen damit die vertragsärztliche Versorgung. Bis vor kurzem war in Deutschland die stationäre von der ambulanten Gesundheitsversorgung streng getrennt. Außer der Charité haben erst wenige Kliniken in Schleswig-Holstein und Hamburg sowie jeweils ein Krankenhaus in Bremen und dem Saarland eine derartige Genehmigung erhalten.

Dr. Joachim Seybold vom Ärztlichen Direktorat der Charité möchte erreichen, dass auch Patienten mit anderen schwerwiegenden Krankheitsbildern durch eine derartige Zulassung von Spezialisten der Charité ambulant versorgt werden können. „Das würde die Situation vieler schwer kranker Menschen erleichtern, die wegen der Besonderheit ihrer Erkrankung oft von weit her an die Charité kommen“, meint er. Matthias Scheller, Direktor des Klinikums, unterstützt diesen Kurs. „Die Senatsverwaltung stärkt mit dieser Zulassung die Gesundheitsstadt Berlin im Interesse der betroffenen Patienten.“

Kontakt

Dr. Joachim Seybold MBA
Ärztliches Direktorat
Charité - Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 151 



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