Pressemitteilung

30.01.2014

Charité an Verbundprojekt zur Behandlung des Bluthochdrucks beteiligt

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BMBF fördert Forschungsvorhaben mit 900.000 Euro

Ein neues Verbundprojekt mit Beteiligung der CharitéUniversitätsmedizin Berlin untersucht die Behandlung des therapieresistenten Bluthochdrucks mithilfe eines speziellen Ballonkatheters. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt mit dem Titel „Renale Denervation mit einem beschichteten Ballonkatheter“ wird in Kooperation mit der Berliner InnoRa GmbH, einer Ausgründung der Charité, und der Universität des Saarlandes durchgeführt.

Bluthochdruck, eine sogenannte arterielle Hypertonie, gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle. Etwa 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung leiden unter dieser Krankheit, so dass sie zu einer der häufigsten chronischen Erkrankungen zählt. Eine besondere Risikogruppe stellen Patienten dar, bei denen trotz Behandlung mit mindestens drei blutdrucksenkenden Medikamenten keine ausreichende Senkung des Blutdruckes möglich ist. Bei dieser therapierefraktären Hypertonie spielt die Überaktivität des sympathischen Nervensystems eine wesentliche Rolle. Das sympatische Nervensystem ist Teil des autonomen Nervensystems, über das lebenswichtige Funktionen wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel kontrolliert werden. Es ist bekannt, dass die Aktivität des gesamten sympathischen Nervensystems maßgeblich von Nervenfasern bestimmt wird, die netzartig um die Arterien der Nieren liegen.

"In den drei Jahren der Forschungsförderung wollen wir ganz neuartige Ballonkatheter herstellen. Ziel ist es, einen geeigneten Wirkstoff zu finden, der vom Katheter über die Arterienwand in das periarterielle Gewebe gelangt und das Nervengeflecht um die Arterie nachhaltig schädigt, so dass die Aktivität des Sympathikus sinkt und damit der Bluthochdruck", äußert sich Prof. Dr. Bernd Hamm vom Institut für Radiologie der Charité.

Die BMBF-Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Medizintechnik“ unterstützt interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsvorhaben insbesondere von Verbundprojekten mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft, die von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) initiiert werden und eine Umsetzung in der Medizin erwarten lassen.

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Kontakt

Dr. Jörg Schnorr
Institut für Radiologie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 539 044



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