Pressemitteilung

14.04.2014

BMBF fördert Forschungsprojekt zur Systemmedizin der ambulant erworbenen Lungenentzündung

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Charité erhält 1,4 Millionen Euro

Warum verläuft eine Volkskrankheit wie die Lungenentzündung häufig noch immer tödlich? Um die frühzeitige Identifizierung für derart schwere Verlaufsformen der Pneumonie zu verbessern, erhält ein bundesweiter Forschungsverbund jetzt insgesamt 3,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Von dieser Summe gehen 1,4 Millionen Euro an die CharitéUniversitätsmedizin Berlin.

Eine Lungenentzündung tritt häufig auf und verursacht in Deutschland sieben Mal mehr Tote in einem Jahr als der Straßenverkehr. Mit der Hilfe von Antibiotika und der körpereigenen Abwehr können rund 90 Prozent der Patienten die Pneumonie überwinden. Jedoch stirbt noch immer etwa jeder zehnte der eingelieferten Patienten an einer Entzündung des Lungengewebes. In diesen Fällen kann die Infektion die Barriere zwischen den Lungenbläschen und den Gefäßen überwinden, so dass sich die anfangs lokale Entzündung auf den gesamten Körper ausweitet und es zu einer Blutvergiftung oder einem Organversagen kommen kann.

Der Forschungsverbund CAPSyS (Systems Medicine of Community Aquired Pneumonia) will in den nächsten drei Jahren die Fragen klären, wie es zu dem Verlust der Barrierefunktion in den befallenen Lungenbläschen kommt und welche Faktoren die Entwicklung einer systemischen Entzündung beeinflussen. Dafür werden Wissenschaftler der Charité über 1000 Patienten untersuchen und klinische Parameter, Laborwerte und umfangreiche molekulare Daten analysieren. „Zusätzlich werden wir experimentelle Daten von Zellen und Geweben in Modellierungsuntersuchungen einfließen lassen, die die Details der Vorgänge in den Lungenbläschen aufklären sollen“, erklärt Prof. Norbert Suttorp, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité. „Unser Ziel ist es letztendlich, Biosignaturen zu finden, die bei der Patientenaufnahme schon anzeigen, welcher der Patienten einen komplizierten Verlauf nehmen wird“.

An dem Forschungsverbund sind neben der Charité die Universitäten Leipzig, Erlangen, Marburg, Greifswald und Jena beteiligt. Geleitet wird der Verbund gemeinsam von Prof. Markus Löffler, Institut für Medizinische Informatik der Universität Leipzig und Prof. Norbert Suttorp von der Charité. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein für das vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung geplante Programm der translationalen Systemmedizin.

Kontakt

Prof. Dr. Norbert Suttorp
Medizinische Klinik m. S. Infektiologie und Pneumologie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
t. +49 30 450 553 052



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