Pressemitteilung

29.06.2016

Alfried Krupp-Förderpreis für Charité-Wissenschaftler

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Prof. Dr. Benjamin Judkewitz (Copyright/Fotografin: Lisanne Schulze)

Der Biologe Benjamin Judkewitz, Professor für Bioimaging und Neurophotonik am Exzellenzcluster NeuroCure der Charité, erhält den Alfried Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer 2016. Die mit einer Millionen Euro dotierte Auszeichnung gehört zu den renommiertesten Preisen für wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland. Er soll den Preisträgern während eines Zeitraums von fünf Jahren ermöglichen, sich unabhängig von öffentlichen Geldern ein verbessertes Arbeitsumfeld zu schaffen und ihre Arbeit in Forschung und Lehre voranzutreiben.

Insgesamt waren 50 Vorschläge aus dem ganzen Bundesgebiet eingereicht worden. „Die Entscheidung für Herrn Judkewitz fiel einstimmig aus“, so Prof. Dr. Ursula Gather, Kuratoriumsvorsitzende der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. „Das Kuratorium war beeindruckt von der Originalität und Innovationskraft seiner wissenschaftlichen Arbeiten.“ Auch der Dekan der Charité, Prof. Dr. Axel Radlach Pries, zeigt sich sehr erfreut: „Mit Benjamin Judkewitz, ein wirklich herausragender, junger Forscher, erhält zum ersten Mal ein Wissenschaftler der Charité diese angesehene Auszeichnung. Darauf sind wir sehr stolz.“ Er fügt hinzu: „Die Expertise von Benjamin Judkewitz im Bereich mikroskopische Bildgebung und die zusätzlichen Mittel aus dem Förderpreis werden der Forschung an der Charité weitere Impulse für die Zukunft geben.“

Der 34-jährige Wissenschaftler ist ein typischer Repräsentant der jungen, fächerübergreifenden Forschung in den Biowissenschaften: Diplom in Biologie mit Schwerpunkten in Zellbiologie, Biochemie und Zoologie; Promotion in den Fachgebieten Physiologie und Neurowissenschaften; Habilitation in den Bereichen Photonik und Ingenieurwissenschaften. „Das Ziel meiner Forschung ist es, die Grenzen der optischen Mikroskopie in biologischen Geweben zu überwinden“, beschreibt Prof. Dr. Benjamin Judkewitz seine Motivation. Denn lebende Zellen, beispielweise im Gehirn von Menschen und Tieren, sind bisher für mikroskopische Untersuchungen unerreichbar, da sich in ihnen die Lichtstrahlen eines Mikroskops auf sehr unterschiedliche Art und Weise brechen. Diese Unterschiede in der Lichtstreuung haben es bisher unmöglich gemacht, mit Methoden der optischen Mikroskopie in Gewebetiefen jenseits von wenigen hundert Mikrometern vorzudringen.

Für Prof. Judkewitz bieten neueste Erkenntnisse der Photonik den geeigneten Ansatz, dieses Problem zu lösen. Denn die Lichtstreuung ist kein zufälliger Prozess, der Information zerstört, sondern ein Resultat der Probenstruktur. Somit ist sie reproduzierbar und umkehrbar. Um Licht an einem beliebigen Punkt innerhalb eines Gewebes zu fokussieren, müsste man Lichtstrahlen an der korrekten Stelle und mit der richtigen Richtung in das Gewebe schicken, so dass diese sich nach der Streuung am gewünschten Punkt treffen. Es geht also darum, die richtige Korrektur zu ermitteln, mit der sowohl die Bildgebung als auch die optische Stimulation an einem beliebigen Punkt innerhalb eines streuenden Gewebes möglich werden.

Das interdisziplinäre Labor von Prof. Judkewitz baut auf diesen Prinzipien auf, um hochauflösende Mikroskopie in Tiefen zu ermöglichen. Ein Durchbrechen der Tiefengrenzen der bisher bestehenden Methoden wird eine Reihe neuer Wege eröffnen, um biologische Systeme zu studieren und neue Anwendungen in der Diagnostik zu ermöglichen.

Alfried Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer
Der Alfried Krupp-Förderpreis wird seit 1986 jährlich für Nachwuchswissenschaftler ausgeschrieben, die in den Bereichen Natur- und Ingenieurwissenschaften eine Erstprofessur an einer deutschen Hochschule innehaben. Er gehört zu den am höchsten dotierten Preisen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und wurde bisher an 36 herausragende Nachwuchsforscherinnen und -forscher vergeben. Die mit 1 Mio. Euro dotierte Auszeichnung soll die Preisträger während eines Zeitraums von fünf Jahren in die Lage versetzen, sich unabhängig von öffentlichen Geldern ein verbessertes Arbeitsumfeld zu schaffen und ihre Arbeit in Forschung und Lehre voranzutreiben.

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist das Vermächtnis von Dr.-Ing. E. h. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, dem letzten persönlichen Inhaber der Firma Fried. Krupp. Mit seinem Tod am 30. Juli 1967 und Dank des Erbverzichts seines Sohnes Arndt von Bohlen und Halbach ging sein Vermögen auf die Stiftung über.

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NeuroCure

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Prof. Dr. Benjamin Judkewitz
Exzellenzcluster NeuroCure
Charité - Universitätsmedizin Berlin



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