Pressemitteilung

05.09.2016

1 Jahr „Charité hilft“

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Engagement und Verantwortung für Berlin

Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin übernimmt seit einem Jahr Verantwortung für die medizinische Basisversorgung in Notunterkünften. Dank der Aktion „Charité hilft“ konnten über 40.000 ankommende Flüchtlinge in Berlin von Ärzten, Pflegekräften und freiwilligen Helfern versorgt werden. Neben einer Erstversorgung steht heute die psychologische Beratung und Impfprävention im Vordergrund.

Vor einem Jahr haben Ärzte und Pflegekräfte der Charité begonnen, neu eingetroffenen Flüchtlingen in zunächst zwei Notunterkünften mit einer medizinischen Erstversorgung zu helfen. Damit ging die Charité in der Flüchtlingsversorgung voran und war das erste Krankenhaus in Berlin, das die medizinische Versorgung direkt in den Notunterkünften gewährleistete. Im November beauftragte das Land Berlin die Charité, auch auf dem Gelände des LAGeSo in der Turmstrasse die Notversorgung zu organisieren, die von zahlreichen Ehrenamtlichen dort begonnen wurde. „Die Charité übernimmt mit der medizinischen Versorgung der neu Eintreffenden eine große und wichtige Aufgabe. Das Engagement unserer Mitarbeiter war und ist ungebrochen – dafür haben wir größten Respekt“, betont Prof. Dr. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité.

Ein Jahr Flüchtlingsversorgung an der Charité bedeutet: Aus den zu Beginn zwei medizinisch betreuten Notunterkünften mit 200 freiwilligen Helfern sind drei Anlaufstellen geworden, an denen sich inzwischen 42 eigens für die Flüchtlingsversorgung eingestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem ärztlichen und pflegerischen Dienst um die Frauen, Männer und Kinder kümmern. Über 25.000 Patienten konnten bisher mit akuten und chronischen Erkrankungen behandelt werden, außerdem wurden 5.500 Erstuntersuchungen von neu eingetroffenen Personen am Ankunftszentrum Bundesallee durchgeführt. Dort startet ebenfalls täglich ein Shuttlebus der Charité, der bisher 8.700 Bewohner aus über 100 Flüchtlingsunterkünften zu Impfungen in die Bundesallee brachte. In zwei großen Aktionen im Januar und Juli wurden insgesamt 2.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untersucht und geimpft, eine Voraussetzung für den Schulbesuch.

„Die häufigsten Erkrankungen, mit denen Patienten zu uns kommen, sind akute Atemwegsinfekte, Schmerzen und Verletzungen des Bewegungsapparates und Hauterkrankungen, aufgrund der hygienischen Umstände, denen die Geflüchteten teilweise wochenlang ausgesetzt waren“, erklärt Privatdozent Dr. Joachim Seybold, stellvertretender Ärztlicher Direktor. Doch auch mit schwerwiegenderen körperlichen und psychischen Erkrankungen werden die Experten konfrontiert: „Nicht wenige Flüchtlinge leiden zudem an Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen“, fügt er hinzu. Die seit Februar existierende zentrale Clearingstelle ist der erste Anlaufpunkt für bisher 1.500 Erwachsene und Kinder mit psychiatrischen Erkrankungen oder Traumatisierungen gewesen. Hier wurden sie von einem multilingualen Team erfahrener Psychiaterinnen und Psychiater aus der Erwachsenen-, Kinder- und Jugendpsychiatrie untersucht.

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft und Aufsichtsratsvorsitzende der Charité dankt den Ärzten und Pflegekräften sowie der Klinikleitung für die überaus wichtige Hilfe: „Die Charité ist nicht nur Berlins herausragende Universitätsklinik, sondern ein wesentlicher sozialer Akteur der Stadt. Das wurde bei der schnellen Hilfe der Charité bei der medizinischen Versorgung von Geflüchteten wieder einmal eindrucksvoll deutlich. Hunderte von Ärzten, Pflegekräften und Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern haben sich engagiert. Die Leitung der Charité hat unbürokratisch das Notwendige veranlasst und die Hilfe organisiert."

Links

Aktion „Charité hilft“

Kontakt

Manuela Zingl
Stellv. Pressesprecherin
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 400



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