FAQ-Liste zu SARS-CoV-2

Sowohl Medien als auch Bürgerinnen und Bürger haben zahlreiche Fragen zum aktuellen Ausbruch des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2). Die Charité beantwortet im Folgenden die häufigsten Fragen.

Hinweis: Das neuartige Coronavirus wird als SARS-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2) bezeichnet. Die von dem Virus ausgelöste Atemwegserkrankung heißt COVID-19 (Coronavirus disease 2019).

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Corona-Ticker

[17. November] Wie verlässlich sind Antigenschnelltests?

Im Gegensatz zur PCR weisen Antigentests kein Virus-Erbgut, sondern Virus-Proteine nach (siehe „Wie funktioniert eine PCR?“). Das Prinzip ähnelt dem eines Schwangerschaftstests, als Probe dient hierbei z.B. ein Nasen-Rachen-Abstrich. Antigen-Schnelltests können direkt vor Ort angewendet und ausgewertet werden, es ist keine Geräteanalyse in einem Labor nötig. Das Ergebnis eines Antigentests liegt bereits innerhalb von weniger als 30 Minuten vor.

Antigentests sind grundsätzlich weniger leistungsfähig als PCR-Tests: Sie übersehen in manchen Fällen SARS-CoV-2-infizierte Personen (geringere Sensitivität) und schlagen manchmal bei Personen an, die nicht mit SARS-CoV-2 infiziert sind (geringere Spezifität). In der besonders wichtigen Frühphase der Infektion (erste Woche nach Symptombeginn) fällt die mangelnde Sensitivität aber nicht stark ins Gewicht. Bei vielen verfügbaren Antigen-Schnelltests ist auch die Rate von falsch-positiven Ergebnissen gemessen am Verwendungszweck gering: Sie liegt im Bereich von etwa 1 zu 100. Um sicherzustellen, dass ein positiver Antigentest tatsächlich eine SARS-CoV-2-Infektion entdeckt hat, kann eine Bestätigung durch einen PCR-Test durchgeführt werden.

Wichtig ist, dass Antigentests grundsätzlich nur eingeschränkte Aussagen machen können, beispielsweise eine Einschätzung über die Ansteckungsfähigkeit (Infektiosität), nicht aber über die grundsätzliche Infektion einer Person zum Zeitpunkt des Tests. Ein negatives Ergebnis kann daher nicht ausschließen, dass die Person dennoch infiziert ist, aber zu diesem Zeitpunkt nur wenig Virus ausscheidet. Die Bewertung eines Antigentests sollte deshalb unter ärztlicher Beratung erfolgen.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Einsatz von Antigentests besonders hilfreich und sinnvoll sein (siehe Hinweise des Robert Koch-Instituts): Beispielsweise in Situationen, in denen vor Ort schnell eine erste (Vor-)Entscheidung über das Vorliegen einer übertragungsrelevanten Infektion bei einer Person gefällt werden soll – beispielsweise bei Besuchern in Pflegeheimen oder im Krankenhaus.

Eine Reihe von kommerziellen Anbietern hat in den letzten Monaten Antigentests entwickelt. Um die Verlässlichkeit einiger dieser Produkte unabhängig zu evaluieren, hat das Institut für Virologie der Charité sieben kommerzielle Antigentest-Produkte auf ihre Sensitivität und Spezifität hin geprüft. Dabei wurden solche Tests berücksichtigt, die Ende September bis Anfang Oktober (Zeitpunkt der Erhebung der Messergebnisse) entweder bereits auf dem deutschen Markt verfügbar waren oder zumindest in Form von Prototyp-Produkten von Herstellern oder Vertreibern in Deutschland erhalten werden konnten. Evaluiert wurden die Tests auf Basis von verschieden Laborproben, u.a. Nasen-Rachen-Abstrichen, infektiösem Virus aus Zellkultur und synthetischem Virusprotein.

Die Ergebnisse der Untersuchungen sind bei einem Fachmagazin zur Publikation eingereicht. Im Zuge des Publikationsprozesses werden unabhängige Expertinnen und Experten die Daten begutachten (Peer Review). Um sowohl der Fachwelt als auch der Öffentlichkeit die Studienergebnisse schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen, hat das Autorenteam die Daten parallel auf einem sogenannten Preprint-Server hinterlegt. Das Manuskript kann hier eingesehen werden. Da das Peer-Review-Verfahren noch aussteht, sind die Daten als vorläufig zu betrachten. Wichtig: Diese Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf Proben, die von medizinischem Fachpersonal genommen wurden. Sie sind nicht auf Proben übertragbar, die von medizinischen Laien beispielsweise im Sinne eines Heimtests genommen werden.

[16. November] KV-COVID-Notdienstpraxis am Campus Charité Mitte

Die KV-COVID-Notdienstpraxis ist ein Angebot für Patientinnen und Patienten mit schweren Erkältungssymptomen, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hindeuten.

Bitte beachten: Nicht alle Personen, die in die Notdienstpraxis kommen, erhalten pauschal einen Test. Im Anmeldebereich entscheidet das medizinische Fachpersonal, ob ein Abstrich vorgenommen wird. Diese Entscheidung richtet sich nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts. Getestet wird demnach insbesondere:

•        bei schweren Erkältungssymptomen

•        bei Erkältungssymptomen in Verbindung mit dem Kontakt zu einem bestätigten Fall

•        bei einer Störung des Geruchs- und Geschmacksinns

Die KV-COVID-Notdienstpraxis ist nicht für Personen ohne Symptome sowie Ein- und Rückreisende aus Risikogebieten.

 

Standort und Öffnungszeiten der KV-COVID-Notdienstpraxis

Philippstraße 10, 10117 Berlin (an der Zentralen Notaufnahme)

Geöffnet täglich von 11 bis 21 Uhr

 

Die KV-COVID-Notdienstpraxis besteht aus einem Behandlungsraum, der separat von der Notaufnahme erreichbar ist. Patientinnen und Patienten begeben sich zuerst in das Anmeldezelt und nehmen bis zum Behandlungsbeginn im separaten Wartebereich Platz. Durch die strikte Trennung von infektiösen Patienten und Patienten der Notaufnahme mit anderen akuten Beschwerden und Verletzungen soll zudem das Ansteckungsrisiko minimiert werden. Die neue Anlaufstelle wurde geschaffen, um die Praxen in der Umgebung und die Notaufnahme zu entlasten. Sie ist ein gemeinsames Projekt der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin und der Charité.

Personen mit leichten Erkältungssymptomen, die keiner Risikogruppe angehören oder keinen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten, werden in der Regel nicht zwingend getestet, erhalten jedoch eine ärztliche Behandlung. Patienten ohne Symptome sowie Ein- oder Rückreisende aus Risikogebieten erhalten in der KV-COVID-Notdienstpraxis keinen Test.

Personen mit bestätigter Infektion: Patienten mit einer bestätigen COVID-19-Erkrankung verbleiben bitte in häuslicher Isolation und wenden sich bei einer Verschlechterung der Symptome telefonisch an ihren Hausarzt bzw. den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der 116117 bzw. in besonders schweren Fällen an den Rettungsdienst 112.

 

Weiterführende Informationen

[1. Oktober] Corona-Teststellen an den Flughäfen

Wichtige Hinweise für alle Einreisenden und Rückkehrenden hat die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung unter https://www.berlin.de/sen/gpg/service/oft-gesucht/artikel.968998.php veröffentlicht. Informationen zu den Corona-Teststellen an den Flughäfen erhalten Sie unter https://www.berlin.de/corona/massnahmen/einreisen-und-quarantaene/ [Änderung am 1.10.2020].

Wissenswertes rund um die PCR

Was ist eine PCR und wofür wird sie eingesetzt?

Die PCR (Polymerase-Kettenreaktion bzw. Polymerase Chain Reaction) ist ein molekularbiologisches Verfahren zur Vervielfältigung von Erbsubstanz. Entwickelt wurde es 1983 von dem Biochemiker Kary Mullis, der 1993 dafür den Nobelpreis für Chemie verliehen bekam. Die PCR hat sich zu einer der wichtigsten Methoden der Molekularbiologie entwickelt, auf die wir uns heutzutage in Deutschland und weltweit in vielen Bereichen stützen. Sie wird – neben vielen weiteren Anwendungsgebieten – beispielsweise eingesetzt für Vaterschaftstests, die forensische Untersuchung von Tatorten, die Abklärung von Erbkrankheiten und den Nachweis von Krankheitserregern.

So wird die PCR seit Langem routinemäßig genutzt für die Diagnose und Verlaufskontrolle von Infektionskrankheiten, die von Bakterien (z.B. Tuberkulose), Parasiten (z.B. Malaria) oder Viren (z.B. Hepatitis A bis D, AIDS, Influenza) ausgelöst werden. Der Vorteil der PCR im Vergleich zu anderen Nachweismethoden liegt oftmals in der hohen Spezifität und Sensitivität (siehe "Wie verlässlich ist ein PCR-Test auf SARS-CoV-2?") sowie der Schnelligkeit des Verfahrens. Zusätzlich kann die PCR Hinweise auf die Menge des Krankheitserregers liefern. Besonders bei Erregern, die im Labor nicht oder nur sehr schwer anzüchtbar sind (z.B. Hepatitis C), hat die PCR eine besondere Bedeutung.

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Wie funktioniert eine PCR?

Mithilfe der PCR können sehr geringe Mengen von Erbsubstanz (DNA) im Labor millionenfach vervielfältigt werden – man könnte die PCR deshalb als eine Art „Schnellkopierer“ für DNA bezeichnen. Um ein DNA-Molekül vervielfältigen zu können, muss zunächst der DNA-Doppelstrang in Einzelstränge aufgetrennt werden. Das erreicht man durch das Erhitzen der Probe auf über 90 Grad. Welcher Abschnitt der DNA vervielfältigt werden soll – also beispielsweise welches spezifische Gen –, wird durch die sogenannten Primer definiert. Primer sind kurze einzelsträngige DNA-Stücke, die künstlich hergestellt werden. Sie werden so designt, dass sie sich am Anfang und am Ende des zu kopierenden DNA-Abschnitts an den Erbgutstrang anlagern. Damit die beiden Primer und der Erbgutstrang zueinander finden, muss die Probe wieder etwas abgekühlt werden. Anschließend fungieren die Primer als Startpunkt für den Kopiervorgang: Die sogenannte DNA-Polymerase – ein Enzym, das auch in Organismen für die Vervielfältigung der DNA bei der Zellteilung verantwortlich ist – setzt an den Primern an, um den nachfolgenden Bereich der DNA zu kopieren. Dafür ist eine wiederum etwas höhere Temperatur nötig. Am Ende sind aus einem DNA-Molekül zwei geworden. Ein solcher Kopierzyklus, inklusive der Erhitzung und Abkühlung der Probe, wird nun zigfach wiederholt.

Eine Weiterentwicklung der PCR ist die sogenannte qPCR (quantitative PCR, genauer: „real time PCR“). Sie erlaubt nicht nur die Vervielfältigung der DNA, sondern auch das Abschätzen der DNA-Kopien. Dafür kommen sogenannte Sonden zum Einsatz, die z.B. ein Fluoreszenz-Signal abgeben, sobald sie an den zu kopierenden DNA-Einzelstrang binden. Die Stärke des Fluoreszenz-Signals ist also ein Maß für die Anzahl der DNA-Kopien, von dem sich ableiten lässt, wie viele DNA-Moleküle sich ursprünglich in der Probe befanden. Für die Virus-Diagnostik bedeutet das konkret: Mithilfe der qPCR lässt sich abschätzen, wie viele Kopien des Virus-Erbguts in einer Probe enthalten waren („Viruslast“). Hier kommt der sogenannte Ct-Wert (Cycle threshold bzw. Schwellenwert-Zyklus, auch Cp- oder Cq-Wert genannt) ins Spiel: Er beschreibt den Zyklus, an dem das Fluoreszenz-Signal erstmals stärker als das Hintergrundrauschen wird. Ein Ct-Wert von 30 beispielsweise bedeutet, dass 30 Kopierzyklen nötig waren, um die in der Probe vorliegende DNA so häufig zu vervielfältigen, dass die Sonden sie detektieren können. Je höher also der Ct-Wert liegt, desto geringer war die DNA-Menge in der Probe. Um die Viruslast in einer Probe exakt ermitteln zu können, ist ein Abgleich mit einem Standard nötig.

Die Erbsubstanz einiger Viren ist nicht die DNA, sondern die RNA. Das gilt beispielsweise für das Masernvirus und auch für Coronaviren. Um die Viren-RNA mittels PCR nachweisen zu können, muss sie deshalb zunächst in DNA umgeschrieben werden. Dazu setzt man das Enzym Reverse Transkriptase ein. Die Methode, die für den Nachweis von SARS-CoV-2 und anderen RNA-Viren eingesetzt wird, nennt sich also vollständig „qRT-PCR“ (quantitative Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion).

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Was ist der „Drosten-Test“?

Ein Team um Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie am Campus Charité Mitte, hat bereits kurz nach Bekanntwerden der neuen Virusinfektion in Wuhan damit begonnen, ein PCR-Testprotokoll zu entwickeln. Es wurde Mitte Januar von der WHO als erster diagnostischer Leitfaden veröffentlicht und ist anschließend in der Fachzeitschrift Eurosurveillance erschienen. 

Um einen PCR-Test zu konzipieren, müssen Wissenschaftler zunächst einmal spezifische Primer designen (siehe „Wie funktioniert eine PCR?“). Dazu wird das eigentliche Virus-Erbgut nicht benötigt, nur die Sequenz der zu kopierenden Erbsubstanz muss bekannt sein. Das Team der Virologie hat sich dabei zunächst auf die Erbgut-Sequenzen von SARS-Coronaviren gestützt, die aus der Vergangenheit und auch aus dem Tierreich bereits bekannt waren. Dazu zählte auch SARS-CoV-1, das 2002 erstmals weltweit auftrat, heutzutage aber nicht mehr zirkuliert. Als die Erbgut-Sequenz des neuen SARS-CoV-2 verfügbar wurde, zeigte sich: Die Abschnitte, an die die vorab designten Primer binden sollen, stimmten zwischen den bekannten SARS-Coronaviren und dem neuen SARS-CoV-2 überein. Die Primer würden also auch für das neue Virus passen und das Kopieren und damit den Nachweis bestimmter Gen-Abschnitte per PCR ermöglichen. Dies wurde zunächst mit synthetischer SARS-CoV-2-Erbsubstanz, später anhand von Patientenmaterial erfolgreich überprüft. 

Um sicherzustellen, dass der Test möglichst sensitiv ist (also keine Infektionen mit SARS-CoV-2 übersieht) und gleichzeitig möglichst spezifisch ist (also nicht auf Infektionen mit anderen Viren anschlägt), sah das Testprotokoll einen aufeinander aufbauenden Nachweis von drei Gen-Abschnitten vor. In Kooperation mit weiteren Labors in Europa erfolgte anschließend eine umfangreiche Prüfung des Testprotokolls („Validierung“). Sowohl das Testprotokoll als auch die Validierungsdaten sind in der Eurosurveillance-Publikation einzusehen. 

Wichtig festzuhalten ist, dass es sich bei dem publizierten Testprotokoll nicht um ein kommerzielles Produkt handelt, sondern um eine Anleitung im Sinne eines Backrezepts, wie SARS-CoV-2 mittels PCR nachgewiesen werden kann. Diese Anleitung wurde nach ihrer Veröffentlichung von verschiedensten Akteuren weltweit genutzt, um den Nachweis von SARS-CoV-2 zu ermöglichen (siehe „Welcher PCR-Test auf SARS-CoV-2 wird in Deutschland angewendet?“).

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Welcher PCR-Test auf SARS-CoV-2 wird in Deutschland angewendet?

Die Diagnostik ist in Deutschland dezentral organisiert: Eigenständige Diagnostiklabore bieten ihren Kunden – von Krankenhäusern über Gesundheitsämter bis hin zu Arztpraxen oder die Feuerwehr – verschiedenste labormedizinische Dienstleistungen als Service an. Jedes dieser Labore kann selbst entscheiden, für welchen Parameter es welchen spezifischen Test nutzen möchte. Diagnostiklabore haben hier grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder sie verwenden einen kommerziell erhältlichen Test, für den der Hersteller bereits eine Zulassung für die Diagnostik eingeholt hat („CE-IVD-markierte Tests“, IVD = In-vitro-Diagnostik). Oder sie belegen selbst, dass ein Test sich für die Diagnostik eignet, führen also selbst die sogenannte Validierung durch. Dafür greifen die Labore entweder auf eigenverantwortlich etablierte Verfahren zurück („Inhouse-Tests“) oder auf kommerzielle Tests, die der Hersteller eigentlich nicht für die Diagnostik, sondern für die Anwendung in der Forschung konzipiert hat („RUO-Produkte“, Research Use Only).

Viele Diagnostiklabore in Deutschland und weltweit haben die Eurosurveillance-Publikation (siehe „Was ist der ‚Drosten-Test‘?“) als Orientierung genutzt, um selbst in kürzester Zeit in der Lage zu sein, das neue Virus nachweisen zu können. Auch Diagnostikfirmen haben auf Basis dieses Testprotokolls – und später auch auf Basis von Protokollen anderer Forschungsgruppen – verschiedenste kommerzielle Produkte für die PCR-Testung auf SARS-CoV-2 entwickelt. Alle hierzu nötigen regulatorischen Schritte (also beispielsweise die Zulassung des Produkts als CE-IVD-markierter Test) lagen und liegen in der Verantwortung der Diagnostiklabore bzw. -firmen.

Die Diagnostiklabore in Deutschland nutzen also unterschiedliche PCR-Tests für die SARS-CoV-2-Diagnostik.

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Wie verlässlich ist ein PCR-Test auf SARS-CoV-2?

Wie bei jedem diagnostischen Test hängt die Aussagekraft eines PCR-Tests auf SARS-CoV-2 von einer Reihe von Aspekten ab. Wichtig ist, dass der Labormediziner bei einer Diagnosestellung auf Basis eines PCR-Tests all diese und weitere Aspekte individuell berücksichtigt. Das Ergebnis eines PCR-Tests ist deshalb nicht mit einer Diagnose gleichzusetzen (siehe „Wie wird eine SARS-CoV-2-Infektion diagnostiziert?“).

Sensitivität
Die Sensitivität eines Tests gibt an, wie viel Prozent der erkrankten Patienten der Test korrekt erkennt. Ist eine SARS-CoV-2-PCR sehr sensitiv, übersieht sie also nur sehr wenige tatsächlich mit SARS-CoV-2 Infizierte – die sogenannte Falsch-negativ-Rate ist also niedrig. Die Diagnostiklabore in Deutschland verwenden unterschiedliche Tests (siehe „Welcher PCR-Test auf SARS-CoV-2 wird in Deutschland angewendet?“). Deren technische Sensitivität geben die Hersteller beispielsweise in den (frei verfügbaren) Beipackzetteln an. Die technische Sensitivität bei SARS-CoV-2-PCR-Tests gilt als sehr hoch.

Spezifität
Die Spezifität eines Tests gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der ein Test Gesunde auch als gesund erkennt. Ist eine SARS-CoV-2-PCR sehr spezifisch, gibt sie also beispielsweise bei Personen, die mit anderen Viren infiziert sind, nicht versehentlich ein positives Ergebnis aus („falsch-positives Ergebnis“). Die Diagnostiklabore in Deutschland verwenden unterschiedliche Tests (siehe „Welcher PCR-Test auf SARS-CoV-2 wird in Deutschland angewendet?“). Deren technische Spezifität geben die Hersteller beispielsweise in den (frei verfügbaren) Beipackzetteln an. Die technische Spezifität bei SARS-CoV-2-PCR-Tests gilt als sehr hoch. Das gilt auch für die PCR-Testung in Deutschland insgesamt – also unter Berücksichtigung verschiedenster Aspekte abseits der technischen Parameter (siehe „Wie wird eine SARS-CoV-2-Infektion diagnostiziert?“): Das Robert Koch-Institut geht bei korrekter Durchführung der Tests und fachkundiger Beurteilung der Ergebnisse von einer sehr geringen Zahl falsch-positiver Befunde aus. 

Probenqualität
Wie verlässlich ein PCR-Ergebnis ist, hängt maßgeblich von der Probe ab: Wurde Sie ordnungsgemäß aus dem Nasen-Rachen-Raum entnommen – oder beispielsweise nur aus dem vorderen Teil der Nase? Wurde sie zu einem Zeitpunkt im Krankheitsverlauf entnommen, an dem sich das Virus im Nasen-Rachen-Raum befindet? Bei zu später Probennahme wäre SARS-CoV-2 zwar nicht mehr im Rachen, aber möglicherweise in der Lunge nachweisbar. Wurde die Probe korrekt transportiert und gelagert? Ein unsachgemäßer Transport kann dazu führen, dass das möglicherweise vorhandene Virus-Erbgut zerstört wird und die PCR deshalb fälschlicherweise ein negatives Ergebnis ausgibt.

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Wie wird eine SARS-CoV-2-Infektion diagnostiziert?

Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen einem rohen PCR-Testergebnis und einer medizinischen Diagnosestellung („Befundung“). Die Erstellung eines Befunds obliegt in der Regel Ärztinnen und Ärzten. Sie berücksichtigen für die Diagnosestellung in jedem einzelnen Fall nicht nur das jeweilige PCR-Ergebnis, sondern auch individuelle Begleitumstände wie die Patientenanamnese, die Probennahme und den Transport. Sie beziehen zusätzlich Parameter wie das aktuelle Infektionsgeschehen mit ein. 

In der Regel lassen Laborärzte nichtplausible PCR-Testergebnisse in der Praxis durch eine Wiederholung des Tests oder zusätzliche Testverfahren bestätigen bzw. widerlegen. Das gilt auch für falsch-positive Testergebnisse, die in seltenen Fällen möglich sind (siehe „Wie verlässlich ist ein PCR-Test auf SARS-CoV-2?").

Das Ergebnis eines PCR-Tests ist deshalb nicht mit einer Diagnose gleichzusetzen. Berechnungen zu falsch-positiven bzw. falsch-negativen Ergebnissen, die allein auf den technischen Spezifikationen eines bestimmten PCR-Tests beruhen, sind deshalb grundsätzlich nicht auf die gesamte Testsituation in Deutschland übertragbar.

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Was kann eine PCR leisten – und was nicht?

Mittels PCR (bzw. qPCR) lässt sich das Erbgut von Organismen nachweisen und die Erbgut-Menge abschätzen (siehe „Wie funktioniert eine PCR?“). Ein positiver PCR-Test auf SARS-CoV-2 in einem Nasen-Rachen-Abstrich bedeutet, dass der Patient von diesem Erreger infiziert wurde (weil SARS-CoV-2 nicht Teil des natürlichen Mikrobioms des Menschen ist). Gleichzeitig erlaubt der Ct-Wert (siehe „Wie funktioniert eine PCR?“) eine Abschätzung der Menge des Virusgenoms („Viruslast“), und somit der Menge an Virus im Nasen-Rachen-Raum.

Auf Basis der PCR allein lässt sich erst einmal nicht ableiten, ob das Erbgut aus intakten Viruspartikeln stammte oder nicht – der Patient also selbst ansteckend war. Dafür ist es nötig, die Probe zusätzlich im Labor zu kultivieren: Lässt sich das Virus hier anzüchten, hatte der Patient infektiöse SARS-CoV-2-Partikel in seinem Nasen-Rachen-Raum. Die Anzucht von SARS-CoV-2 in der Zellkultur dauert mehrere Tage und ist aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen und der zeitkritischen Proben-Logistik ein sehr aufwändiges Verfahren, das nur in spezialisierten Labors durchgeführt werden kann. Dennoch haben Forschende weltweit und auch im Institut für Virologie der Charité die Resultate von PCR-Testungen in umfangreichen Testreihen mit der Virus-Anzucht in der Zellkultur kombiniert. Im Zusammenspiel mit weiteren Studien weisen diese Untersuchungen darauf hin, dass die per PCR ermittelte Viruslast im Nasen-Rachen-Raum mit der Fähigkeit des Patienten einhergeht, andere Menschen anzustecken.

Obwohl die PCR selbst also keine Infektiosität nachweisen kann, lassen sich anhand von PCR-Ergebnissen Aussagen über die Infektiosität treffen.

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Fragen und Antworten auf einen Blick

Schutzmaßnahmen im Klinikalltag der Charité

Wie schützt die Charité Beschäftigte und Patienten vor einer Ansteckung?
Der Schutz der Patientinnen und Patienten sowie der Beschäftigten hat für die Charité oberste Priorität. So trägt das medizinische Personal seit März während der gesamten Dienstzeit einen chirurgischen Mund-Nasen-Schutz, bei der Durchführung von Aerosol erzeugenden Prozeduren bei COVID-19-Patienten eine FFP-2-Maske. Seit April gilt auch für Patienten aller Bereiche – sowie Angehörige und Besucher – eine Maskenpflicht. Details zu den Vorgaben und zum richtigen Umgang mit Masken sind hier zusammengefasst.

Zusätzlich sollen Besuchsbeschränkungen das Infektionsrisiko senken: Patientinnen und Patienten dürfen seit 12. Oktober täglich nur noch für eine Stunde Besuch von einer Person empfangen – möglichst zwischen 15 und 18 Uhr. Besuchende müssen sich auf der Station anmelden und dort entsprechend der Vorgabe des Berliner Senats ein Kontaktformular ausfüllen. Die Maßnahme dient dazu, das gesundheitliche Wohl von Patientinnen und Patienten sowie von Mitarbeitenden zu schützen. Für Eltern von stationär betreuten Kindern unter 16 Jahren sowie für Angehörige von Schwerstkranken sind nach Rücksprache mit dem Stationspersonal Ausnahmen von dieser Regelung möglich. Menschen, die Erkältungssymptome zeigen, haben nach wie vor keinen Zutritt zu den Kliniken.

[aktualisiert am 12. Oktober 2020]


Wie verhindert die Charité unentdeckte Ausbrüche?
Die Charité hat früh begonnen, Beschäftigte im Verdachtsfall auf SARS-CoV-2 zu testen. Zusätzlich wurde im Frühjahr eine COVID-19-Querschnittsuntersuchung unter mehr als 7.500 Beschäftigten, insbesondere in der Krankenversorgung, durchgeführt. Dabei zeigte sich eine geringe Infektionsquote von weniger als 0,5 Prozent und es konnten keine größeren Häufungen von Infektionen in einzelnen Bereichen festgestellt werden. Weniger als 2 Prozent der Getesteten wiesen Antikörper auf. Dieses Ergebnis unterstreicht die konsequente Umsetzung der Hygienemaßnahmen in den einzelnen Bereichen und die Sicherstellung der Schutzausrüstung. Die Charité führt weiterhin regelmäßige Untersuchungen bei Mitarbeitenden durch, insbesondere in sensiblen Krankenhausbereichen wie der Onkologie und der Geriatrie sowie in den Zentralen Notaufnahmen.

Ergänzend zum Screening der Mitarbeitenden werden seit Anfang Mai auch alle stationär aufgenommenen Patientinnen und Patienten getestet. Beide Maßnahmen zusammen – das Screening der Mitarbeitenden und der Patienten – machen das Krankenhaus im Hinblick auf COVID-19-Übertragungen zu einem sicheren Ort.

[aktualisiert am 12. Oktober 2020]


Ist es sicher, in einer Notfallsituation ein Krankenhaus aufzusuchen?
Menschen mit Symptomen, die auf eine ernst zu nehmende akute Erkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall hinweisen, sollen weiterhin den Notruf 112 kontaktieren. Diese Erkrankungen müssen unverzüglich im Krankenhaus behandelt werden, da sie sonst schwerwiegende Folgen haben können. Zudem werden COVID-19-Patienten im Krankenhaus auf separaten Stationen behandelt. Typische Symptome, die auf einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt hinweisen, sind hier noch einmal zusammengefasst.

Je nach Dynamik der Pandemie müssen zeitweise geplante Eingriffe verschoben und auch weitgehende Besuchsbeschränkungen erlassen werden, um Betten- und Personalkapazitäten für COVID-19-Patienten zu schaffen und auch die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Die Akut- und Notfallversorgung war und ist unverändert gesichert, medizinisch notwendige Eingriffe und Behandlungen, wie beispielsweise Krebstherapien, wurden und werden weiterhin durchgeführt.

[aktualisiert am 12. Oktober 2020]


Wie stellt die Charité eine bedarfsgerechte Versorgung aller Patienten sicher?
Auch in Zeiten der Pandemie ist es das Ziel der Charité, alle Patientinnen und Patienten – unabhängig von ihrer Erkrankung – bestmöglich zu versorgen. Abhängig vom aktuellen Infektionsgeschehen kann es nötig sein, die Regelversorgung in unterschiedlichem Umfang einzuschränken, um die Versorgung von COVID-19-Betroffenen sicherzustellen.

[aktualisiert am 12. Oktober 2020]


Wie werden Patienten mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion isoliert?
Bei gutem Gesundheitszustand ist zunächst eine häusliche Isolation von Personen mit Verdacht auf oder mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion, abhängig von der medizinischen und sozialen Situation, möglich und kann vom Amtsarzt angeordnet werden. Werden Menschen mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion an der Charité aufgenommen, müssen Vorkehrungen getroffen werden, um insbesondere andere Patienten zu schützen. Das medizinische Personal in seiner Schlüsselfunktion für das Gesundheitssystem muss ebenfalls geschützt werden. Gemäß den Empfehlungen des RKI werden Isolationsmaßnahmen vergleichbar mit denen für Patienten mit Influenza-Infektion oder offener Lungentuberkulose angewendet. Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion werden an der Charité in einem Zimmer behandelt, das mit einer Schleuse – einem Vorraum mit je einer Tür zum Zimmer und zum Gang – ausgestattet ist. Medizinisches Personal legt vor Betreten des Patientenzimmers in der Schleuse eine spezielle Schutzkleidung an (geschlossener Kittel mit wasserdichter Oberfläche, Einmalhandschuhe und FFP2-Maske). Die Schutzkleidung wird bei Verlassen des Zimmers in der Schleuse so abgelegt, dass weder die Haut, die darunterliegende Kleidung noch die Umgebung kontaminiert werden. Anschließend wird sie vernichtet. Grundsätzlich ist eine gemeinsame Isolierung mehrerer COVID-19-Patienten in einem Raum oder einer abgeschlossenen Einheit mit mehreren Patientenzimmern möglich.

Isolationsmaßnahmen, wie sie zum Beispiel im Fall von Ebola notwendig wären, sind bei COVID-19 nicht nötig. Hierzu würden Patientenzimmer mit Unterdruck und Luftfilterung, eine Behandlung im vollständig geschlossenen Schutzanzug mit individueller Gebläse-Einheit u.v.m. gehören.

SARS-CoV-2-Test

Was können Berlinerinnen und Berliner tun, die befürchten, sich angesteckt zu haben?
Für Berlinerinnen und Berliner, die befürchten, sich angesteckt zu haben, hat die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Handlungsempfehlungen zusammengestellt und eine Hotline unter der Telefonnummer 030 / 90 28 28 28 eingerichtet. Zur besseren Erreichbarkeit haben alle Bezirke auch eigene Hotlines und E-Mail-Adressen etabliert. Auch der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung berät unter der Telefonnummer 116 117 zu COVID-19 und führt im Bedarfsfall Hausbesuche durch.

Die von der Charité entwickelte CovApp bietet Berlinerinnen und Berliner bereits zu Hause eine Entscheidungshilfe, ob sie eine Untersuchungsstelle aufsuchen sollten und ob ein Test auf SARS-CoV-2 sinnvoll ist. Im Rahmen der CovApp bietet die Charité auch Video-Sprechstunden an für Menschen, die befürchten, sich angesteckt zu haben, aber keine oder nur leichte Symptome empfinden. Für den Fall, dass ein Test auf SARS-CoV-2 sinnvoll ist, gibt es spezielle Untersuchungsstellen an mehreren Berliner Krankenhäusern. Zusätzlich hat die Kassenärztliche Vereinigung Berlin ein Netz von 30 COVID-19-Praxen ins Leben gerufen. Diese behandeln Personen mit Verdacht auf COVID-19, die Symptome haben und sich aus verschiedenen Gründen nicht an den eigenen Hausarzt wenden können.

  • Nur Patienten mit schwereren Symptomen sollten eine Notaufnahme aufsuchen. Hier sollte eine telefonische Vorankündigung erfolgen mit dem Hinweis, dass COVID-19 möglich ist.
  • In Notfällen (z.B. Atemnot) sollte man sich direkt an den Notruf 112 wenden.

[aktualisiert am 12. Oktober 2020]
 

Wann empfiehlt das RKI einen ärztlich angeordneten Test auf SARS-CoV-2?
Die Richtlinien des Robert Koch-Instituts werden regelmäßig an die aktuelle Situation in Deutschland angepasst. Die derzeit gültigen Kriterien für den Test auf SARS-CoV-2 sind deshalb auf der dortigen Webseite einzusehen.

Tests bei asymptomatischen Personen haben nur eine begrenzte Aussagekraft. Hintergrund ist, dass das Virus eine Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen hat. Ein negatives Testergebnis während dieser 14 Tage bedeutet, dass SARS-CoV-2 zu diesem Zeitpunkt nicht nachweisbar war; die Infektion könnte sich jedoch noch entwickeln. Ein negatives Testergebnis während der Inkubationszeit gibt deshalb keine Gewähr, dass man nicht doch noch krank werden kann. Personen ohne Symptome zu testen, kann beispielsweise im Rahmen der Nationalen Teststrategie dennoch sinnvoll sein.

[aktualisiert am 5. November 2020]


Was kostet der Test auf SARS-CoV-2?
Die Kosten für die Testung werden seit dem 1. Februar 2020 bei ärztlicher Verordnung von den Krankenkassen übernommen. Menschen ohne deutsche Krankenversicherung müssten eine Kostenübernahme direkt mit ihrer ausländischen Versicherung klären.


Wie läuft ein Test auf SARS-CoV-2 an der Charité ab?
Soll bei einer Person geprüft werden, ob eine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt, werden ihr Proben aus den oberen Atemwegen (Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum) und ggf. auch den tiefen Atemwegen (z.B. Husten-Auswurf) entnommen. Verschiedenste Stellen in Deutschland und darüber hinaus – wie Krankenhäuser, Gesundheitsämter, Feuerwehr oder Arztpraxen – senden solche Proben für den Test auf SARS-CoV-2 an die Charité.

Die Testung der Proben erfolgt im Zentrallabor von Labor Berlin, einem gemeinsamen Unternehmen von Charité und Vivantes. In der Zentralen Probenannahme werden zunächst sämtliche Informationen zu der Probe im Laborinformationssystem erfasst. Anschließend werden die Proben in die Abteilung für Molekulardiagnostik weitergeleitet. Dort arbeiten mehr als 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter strengen Sicherheitsvorkehrungen an der eigentlichen Diagnostik.

Die Proben werden zunächst aufgearbeitet, was gerade mit Trockentupfern sehr aufwändig ist, da die darin aufgenommenen Erreger erst manuell in eine spezielle Flüssigkeit überführt werden müssen. Anschließend erfolgt die Extraktion der Virus-RNA: Die Virushülle wird chemisch aufgebrochen, sodass die Erbinformation (RNA) des Virus freigesetzt wird. Diese wird in weiteren Schritten separiert und von sämtlichen anderen Probenbestandteilen getrennt. Die so aufgereinigte Virus-RNA wird dann in den eigentlichen Testansatz überführt. Es wird eine real-time RT-PCR durchgeführt. Diese umfasst in einem Ansatz die Umschreibung der RNA mittels reverser Transkriptase (RT), einer Art Übersetzung, in DNA. Im nächsten Schritt wird die DNA mittels PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) vervielfältigt (amplifiziert). Durch den Einsatz virusspezifischer DNA-Sonden wird dann im Rahmen der sogenannten Detektion das Virus nachgewiesen. Der Prozess wird von speziell ausgebildeten medizinisch-technischen Mitarbeitenden eng überwacht.

Alle Testergebnisse werden von einem Arzt beurteilt, der zeitnah und rund um die Uhr den abschließenden Befund erstellt. Bei einem nicht eindeutigen Testergebnis wird die Diagnostik wiederholt, um zu einem eindeutigen Befund zu gelangen. Sobald ein eindeutiger Befund vorliegt, wird dieser elektronisch an den Arzt bzw. die Untersuchungsstelle übermittelt, der oder die die Proben eingesendet hat. Das dortige Personal kontaktiert anschließend die getestete Person darüber, ob sie mit SARS-CoV-2 infiziert ist oder nicht.

Schutz vor Ansteckung

Wie kann ich dazu beitragen, die Pandemie einzudämmen?
Ziel der derzeitigen Pandemie-Strategie ist es, dass sich die Infektionswelle möglichst langsam ausbreitet. Dazu kann und sollte jeder einzelne beitragen. Maßgeblich dabei ist, nicht nur den eigenen Schutz vor Ansteckung im Blick haben, sondern auch den Schutz anderer Menschen. Zentrales Element und Merkhilfe sind dabei die sogenannten AHA+A+L-Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, App und Lüften.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat Regeln und Empfehlungen mit vielen praktischen Beispielen zusammengestellt für das Verhalten

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat außerdem Infografiken mit den wichtigsten Hygienetipps zum Ausdrucken erstellt.

[aktualisiert am 12. Oktober 2020]


Warum sind Alltagsmasken sinnvoll?
Erkrankte Personen sollten zum Schutz ihrer Mitmenschen unbedingt zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen meiden. Da Infizierte das Virus jedoch schon 1 bis 3 Tage vor Beginn der Symptome weitergeben können, empfiehlt sich für alle Menschen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (textile Barriere) in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum. Das gilt insbesondere dort, wo mehrere Menschen sich länger in geschlossenen Räumen aufhalten oder die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können (z.B. am Arbeitsplatz, in Geschäften, in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch im Freien).

Mund-Nasen-Bedeckungen vermindern die Freisetzung von Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen. So können sie – bei Beachten der Abstands- und Hygieneregeln und der Empfehlungen zum Lüften (!) – als zusätzlicher Baustein dazu beitragen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 zu reduzieren. Dafür, dass Behelfsmasken zum Schutz anderer Menschen beitragen (Fremdschutz), gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Belege. Für den Eigenschutz gibt es bisher keine Hinweise.

[aktualisiert am 5. November 2020]


Was ist beim Tragen von Alltagsmasken zu beachten?
Voraussetzung für die Wirksamkeit von Mund-Nasen-Bedeckungen ist, dass genügend Menschen eine solche tragen und sie korrekt benutzen: Die Bedeckung muss durchgehend eng anliegend über Mund und Nase getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden. Sie darf nicht (unbewusst) bewegt oder um den Hals getragen werden. Die Charité hat eine Anleitung für die Herstellung einer Behelfsmaske entwickelt. Sowohl das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) geben zur Handhabung von verschiedenen Maskentypen konkrete Empfehlungen.


Welche Maßnahmen gegen SARS-CoV-2 gelten derzeit in Berlin?
Auf der Webseite der Berliner Senatskanzlei ist aufgelistet, welche Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie derzeit in Berlin gelten.

[ergänzt am 12. Oktober 2020]

Die Erkrankung COVID-19

Was ist über die Erkrankung COVID-19 bekannt?
Das Robert Koch-Institut trägt alle neuen Erkenntnisse zu dem neuartigen Coronavirus und der Erkrankung COVID-19 in einem Steckbrief zusammen. Dieser basiert auf der laufenden Sichtung und Bewertung der Literatur. Da die Datenbasis rasch wächst, wird das Dokument fortlaufend aktualisiert.


Wie sind die gesundheitlichen Auswirkungen von SARS-CoV-2 einzuschätzen?
Hier muss unterschieden werden, ob die Auswirkungen auf die einzelne Person oder das Gesundheitssystem gemeint sind.

  • Welche gesundheitlichen Auswirkungen hat das Virus auf jeden einzelnen?
    Nach derzeitigen Erkenntnissen variieren die Krankheitsverläufe stark, von symptomlosen Infektionen bis zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen und Tod. Etwa 12 Prozent der Fälle in Deutschland werden im Krankenhaus behandelt. Insgesamt sind 2,1 Prozent aller Personen, für die bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen in Deutschland übermittelt wurden, im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung verstorben. Frauen und Männer sind von einer SARS-CoV-2-Infektion etwa gleich häufig betroffen, Männer erkranken jedoch häufiger schwer als Frauen. Zu den Risikogruppen, bei denen schwere Krankheitsverläufe häufiger auftreten, zählen außerdem Menschen höheren Alters (mit stetig steigendem Risiko ab 50 bis 60 Jahren), Raucher, stark adipöse Personen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronische Lungen-, Nieren- und Lebererkrankungen sowie Krebserkrankungen und Immunschwäche). Schwere Verläufe können auch bei Personen ohne bekannte Vorerkrankung und bei jüngeren Menschen auftreten.

    SARS-CoV-2 kann nicht nur die Lunge, sondern auch andere Organsysteme befallen. Zu den im deutschen Meldesystem am häufigsten erfassten Symptomen zählen Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Aufgrund der Neuartigkeit des Krankheitsbildes lassen sich noch keine zuverlässigen Aussagen zu Langzeitauswirkungen und Folgeschäden durch die Erkrankung bzw. ihre Behandlung (z.B. eine Langzeitbeatmung) treffen. COVID-19-Patienten können auch Wochen bzw. Monate nach der akuten Erkrankung noch Symptome aufweisen oder neu entwickeln. Längere Genesungszeiten werden allerdings auch bei anderen Infektionskrankheiten mit Pneumonien beobachtet und sind prinzipiell nicht ungewöhnlich. Wichtig ist: Alle diese Aussagen basieren auf den derzeit vorliegenden Daten und sind daher als vorläufig zu betrachten.
     
  • Welche Auswirkungen hat das Virus auf das Gesundheitssystem?
    Welche Auswirkungen SARS-CoV-2 für das deutsche Gesundheitssystem insgesamt haben wird, ist noch nicht vorherzusehen. Das hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich das Virus ausbreitet: Sollte die Infektionswelle sehr langsam voranschreiten, hätte das Gesundheitssystem ausreichend Kapazitäten, die zusätzliche Versorgung der COVID-19-Patienten zu gewährleisten. Sollte die Ausbreitung dagegen sehr schnell voranschreiten, wäre kurzfristig mit einer stark erhöhten Zahl behandlungsbedürftiger Patienten zu rechnen.

    In diesem Fall müssten neben anderweitig erkrankten Menschen auch eine große zusätzliche Zahl von COVID-19-Patienten versorgt werden. Die Krankenversorgung in einer solchen Situation wie gewohnt aufrecht zu erhalten, würde das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen stellen. Um einen Kapazitätsengpass in der Krankenversorgung zu verhindern, ist es das aktuelle Ziel der Behörden, die Ausbreitung von SARS-CoV-2 so weit wie möglich zu verlangsamen. Dazu kann und sollte jeder einzelne beitragen – selbst wenn sein persönliches Risiko, schwer zu erkranken, niedrig ist (siehe „Schutz vor Ansteckung“).

[aktualisiert am 5. November 2020]

Blutspende

Kann man weiterhin Blut spenden?
Wer gesund ist, kann weiterhin Blut spenden. Blut- und Plasmaspenden werden zurzeit dringend gebraucht, da die Anzahl der Spenden in den letzten Wochen stark zurückgegangen ist. Blutspenden sind jedoch wichtig für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Bluttransfusionen sowie Arzneimitteln, die aus Blutspenden hergestellt werden. Auch während der aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens ist es erlaubt und erwünscht, Blut zu spenden.

Es gibt derzeit keinen Hinweis, dass SARS-CoV-2 durch Blut übertragbar ist und eventuell durch unerkannt infizierte Personen auf Patientinnen oder Patienten übertragen wird. Unabhängig davon gelten für das Blutspenden grundsätzlich eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen. Personen, die Anzeichen einer Infektion zeigen, sind generell von einer Blutspende ausgeschlossen. Das medizinische Fachpersonal überprüft dies routinemäßig durch Messen der Körpertemperatur und eine Befragung. Vorsorglich werden Reiserückkehrende aus Risikogebieten außerhalb Deutschlands sowie Personen, die Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten, darüber hinaus für mindestens zwei Wochen von der Spende zurückgestellt.

Gleichzeitig stellen die Blutspende-Einrichtungen sicher, dass für Spenderinnen und Spender kein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 besteht. Deshalb ist auch in den Blutspende-Einrichtungen darauf zu achten, mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen einzuhalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Aktuell sind Blutspenden an der Charité am Campus Charité Mitte (CCM) sowie am Campus Benjamin Franklin (CBF) möglich:

Blutspende am CCM (Zentrum für Transfusionsmedizin und Zelltherapie Berlin)
Schumannstraße 22, 10117 Berlin
t: 030 / 450 525 167, E-Mail: blutspende(at)charite.de

Blutspende am CBF (Institut für Transfusionsmedizin Berlin)
Hindenburgdamm 30A, 12203 Berlin
t:  030 / 80681-0, Kontakt

Spendewillige sollten sich vorab bei der Blutspende-Einrichtung nach den aktuellen Spendevoraussetzungen erkundigen. Hinweis: Ein Test auf SARS-CoV-2 wird in Blutspende-Einrichtungen nicht durchgeführt.

Weitere Informationen zu Blutspenden im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 bietet auch der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost sowie das Robert Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

[aktualisiert am 12. Oktober 2020]

Hilfsangebote

Wie kann man die Charité unterstützen?
Die Charité dankt allen, die sich in diesen Zeiten engagieren wollen, und heißt individuelle Unterstützungsangebote willkommen. Ob Sachspende, Dienstleistung, Geld oder personelle Mitarbeit: Über unsere Plattform für Spenden und helfende Hände findet jeder Unterstützer den richtigen Ansprechpartner.

Pandemie-Strategie der Charité

Was umfasst die Pandemie-Strategie der Charité?
Die Charité hat verschiedene Gremien eingerichtet, die regelmäßig tagen, die aktuellen Entwicklungen in Berlin-Brandenburg und der Charité besprechen und notwendige Entscheidungen zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Charité treffen.

Zusätzlich gibt es einen Pandemieplan, der die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und Patienten der Charité vorgibt und andererseits Richtlinien für das fachlich-organisatorische Management während des Pandemiefalls enthält. So sieht der Pandemieplan beispielsweise auch die Umwidmung von Räumen, Stationen, Krankenbetten oder Ambulanzbereichen vor, um auch steigende Fallzahlen von intensivpflichtigen COVID-19-Patienten versorgen zu können. Im Zuge dessen wurden Ende März in der Charité Campus-Klinik (CCK) zusätzliche Intensivbetten eingerichtet.

[aktualisiert am 12. Oktober 2020]

Weitere Informationen

Prof. Dr. Christian Drosten bespricht aktuelle Erkenntnisse zu SARS-CoV-2 im NDR-Info-Podcast "Das Coronavirus-Update".

Umfassende und aktuelle Informationen zu SARS-CoV-2, auch für Fachpersonal, stellt das Robert Koch-Institut zusammen.

Berlinerinnen und Berliner finden weitere Informationen auf der Webseite der Berliner Senatskanzlei.

Informationen zum Corona-Virus in Leichter Sprache gibt es hier

En una columna de la Deutsche Welle, el virólogo de Charité, Prof. Dr. Felix Drexler, responde a las preguntas sobre la pandemia en español.