Stimmen zum STEMO: Pressekonferenz zu 10 Jahren Stroke-Einsatz-Mobil

8. Februar 2021

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Sie sind seit 10 Jahren in Berlin unterwegs: die Stroke-Einsatz-Mobile (STEMO). Die speziell ausgestatteten Rettungsfahrzeuge erlauben es, Menschen bei einem Schlaganfall schon am Einsatzort zu behandeln. Ein Forschungsteam der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat jetzt erstmals gezeigt, dass die Betroffenen beim Einsatz der STEMO eine bessere Prognose haben: Sie überleben häufiger ohne bleibende Behinderung. Die Ergebnisse der Studie sind im Fachmagazin JAMA* veröffentlicht und wurden heute im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Michael Müller (l.), Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung, und Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, auf der Pressekonferenz. Foto: Peitz/Charité

Die Studie und ihre Resultate sind im Detail in einer Pressemitteilung beschrieben. Zusätzlich ordneten eine Reihe von Unterstützern des Projekts die Ergebnisse bei der Pressekonferenz ein:

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung: „Es ist unser gemeinsamer Anspruch für die Gesundheitsstadt Berlin, wissenschaftliche Erkenntnisse konsequent für Verbesserungen in der medizinischen Versorgung zu nutzen. Die heute vorgestellte Studie steht für das Potenzial der STEMOs und für die vielen Menschenleben, die durch ihren Einsatz gerettet werden konnten. Das ist eine große Leistung aller, die in den vergangenen Jahren dafür gearbeitet haben – von den Rettungskräften der Feuerwehr, über die Krankenhäuser und ihr medizinisches Personal, bis hin zu den Forscherinnen und Forschern.“

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité: „Das STEMO ist ein wunderbares Beispiel, wie umgesetzte Wissenschaft zu einem Nutzen für die Patientinnen und Patienten führt. Für uns liegt das Potential einer früheren Behandlung bei zeitkritischen Notfällen auf der Hand. An der Charité werden wir dieses Feld deshalb weiter intensiv beforschen – derzeit bereits im Rahmen des Exzellenzclusters NeuroCure.“

Prof. Dr. Martin Dichgans, Präsident der European Stroke Organisation (ESO) und Direktor des Instituts für Schlaganfall- und Demenzforschung der LMU München: „Die Studie zeigt, wie stark die zeitliche Abhängigkeit bei der Lyse-Therapie ist und dass es daher nur konsequent ist, die Behandlung nach Möglichkeit bereits in die prähospitale Rettungsversorgung zu verlagern.“ 

Prof. Dr. Matthias Endres, Direktor der Klinik für Neurologie und Experimentelle Neurologie der Charité: „Nur durch die tolle Zusammenarbeit mit allen Partnern von der Berliner Feuerwehr, Vivantes, dem Unfallkrankenhaus Berlin und dem Team aus der Charité war dieses Projekt überhaupt möglich. Es freut uns umso mehr, dass wir die Versorgung der Schlaganfallpatientinnen und Schlaganfallpatienten in Berlin durch die STEMOs messbar verbessern konnten.“

Dr. Johannes Danckert, Geschäftsführung Klinikmanagement Vivantes: „Vivantes behandelt circa 40 Prozent der Berliner Schlaganfallpatientinnen und Schlaganfallpatienten. Für uns ist es deshalb selbstverständlich, dass wir uns in diesem Bereich auch in der wichtigen präklinischen Versorgung engagieren. Das hochprofessionelle STEMO-Team am Klinikum Neukölln rund um Chefarzt Prof. Dr. Nabavi hat dabei in den vergangenen Jahren vollen Einsatz gezeigt – und die notfallmedizinische Versorgung in unserer Stadt entscheidend vorangebracht.“

Prof. Dr. Darius Günther Nabavi, Chefarzt der Klinik für Neurologie mit Stroke Unit, Vivantes Klinikum Neukölln: „Das STEMO-Konzept hat uns von Beginn an überzeugt und wurde daher im ganzen Team voll und ganz unterstützt. Dass nun nachgewiesen werden konnte, wie sehr Patientinnen und Patienten vom Einsatz des STEMO profitieren, macht mich zufrieden und auch stolz.“
 
Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des Unfallkrankenhauses Berlin: „Das STEMO am ukb ist das einzige im Osten der Hauptstadt und versorgt rund 1,2 Millionen Berlinerinnen und Berliner. In knapp vier Jahren 6.800 Alarme, 4.400 Patienten, davon 2.000 Schlaganfälle, 380 lebensrettende ‚Lysen‘ bei Patienten im Alter von 26 bis 103 Jahren. Mich beeindrucken diese Zahlen, aber auch die hohe Kompetenz, stete Einsatzbereitschaft, das Teamwork zwischen Feuerwehrleuten, Radiologieassistenten und Ärzten.“

*Ebinger M et al., Association Between Dispatch of Mobile Stroke Units and Functional Outcomes Among Patients With Acute Ischemic Stroke in Berlin. JAMA  2021;325(5):454-466. doi: 10.1001/jama.2020.26345