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Projekt „ErdHase“: BMBF-geförderte Studie zu Nahrungsmittelallergien

Kooperationsprojekt verbindet klinisches, analytisches und produktionstechnisches Know-how

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Klassiker der Allergieauslöser Erdnuss und Haselnuss

Ein BMBF-gefördertes Kooperationsprojekt zu Nahrungsmittelallergien verbindet jetzt klinisches, analytisches und produktionstechnisches Know-how. Untersucht werden dabei die Klassiker unter den Allergieauslösern Erdnuss und Haselnuss. Ziel der Studie ist es, die Lebensqualität und die Sicherheit von Menschen mit Allergien zu steigern und den Dialog zwischen Betroffenen und Lebensmittelherstellern zu verbessern. Das Projekt wird für drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 2 Millionen Euro gefördert.

Charité beteiligt sich mit Kinder- und Erwachsenen-Allergologie

Das Projekt „Identifizierung des allergenen Potentials von Erdnuss und Haselnuss in Lebensmittelverarbeitungsketten in Bezug auf Allergenität von Patienten“, kurz ErdHase, wird unter Leitung von R-Biopharm gemeinsam mit der Charité, dem Deutschen Allergie- und Asthmabund, der Hochschule Fresenius, der Hochschule Geisenheim University sowie der YUMAB GmbH umgesetzt.

Bei Nahrungsmittelallergien gibt es für Patienten derzeit nur eine sichere Methode: Lebensmittel mit diesen Zutaten vermeiden. Das lässt jedoch den individuellen Schwellenwert der Patienten außer Acht und ebenso die Tatsache, dass Verarbeitungsprozesse die Allergenität der Zutaten verändern können. Erdnüsse und Haselnüsse sind die häufigsten und auch gefährlichsten Auslöser von Nahrungsmittelallergien. Die Reaktionen reichen von leichtem Hautjucken bis zu lebensbedrohlichen Herzkreislaufbeschwerden. Weltweit leiden darunter 4 Prozent der Bevölkerung. Bei der Verarbeitung von Erdnüssen und Haselnüssen in der Lebensmittelproduktion kann jedoch je nach Verfahren die Allergenität gesteigert oder verringert werden. Auch gängige Methoden zur Lebensmittelallergenanalyse ziehen diese Umstände zurzeit nicht in Betracht. Daher haben die sieben Projektpartner die beiden allergenen Nahrungsmittel Erd- und Haselnuss gewählt, um zu untersuchen, wie mithilfe der Kombination verschiedener immunologischer Testsysteme die Sicherheit von Allergiepatienten verbessert werden kann – und zwar schon während der Lebensmittelherstellung.

„Erdnüsse und Haselnüsse gehören zu den prominentesten Auslösern von Nahrungsmittelallergien – die lebensbedrohend sein können. Unsere Vision ist, ein System von enormer Bedeutung für Patienten und Hersteller von Lebensmitteln zu erarbeiten, das die Lebensmittelindustrie in die Lage versetzt, allergiegeplagten Verbrauchern mehr Lebensqualität zurückzubringen“, sagt Dr. Susanne Siebeneicher, Projektleiterin bei der federführenden R-Biopharm AG. Das Ziel: Analytische Instrumente für das Management von Lebensmittelallergenen entlang der Wertschöpfungskette der Lebensmittelproduktion zu entwickeln. Dafür sollen klinische und serologische Profile von Allergikern erstellt werden, um bessere Vorhersagen zur Verträglichkeit von verarbeiteten Lebensmitteln treffen zu können. Mithilfe rekombinanter Antikörper, geklont aus den B-Zellen von Allergikern, soll ein Werkzeugkasten für die Lebensmittelanalyse entstehen, der direkt mit der Allergenerkennung bei Patienten verknüpft ist.

Die Charité beteiligt sich am Projekt „ErdHase“ mit zwei Kliniken, die Experten in der Forschung und Durchführung klinischer Studien zur Nahrungsmittelallergie mit jeweils gut charakterisierten Patientenkohorten im Kindes- und Erwachsenenalter sind. Projektleiterin Dr. Sabine Dölle-Bierke von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie betont: „Strikte Vermeidung bedeutet nicht nur Karenz, sondern auch eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten. Eine auf die Patientengruppe abgestimmte Lebensmittelanalytik eröffnet die Produktauswahl und steigert damit auch die Lebensqualität.“ Projektleiterin Prof. Dr. Kirsten Beyer von der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie mit Intensivmedizin ergänzt: „Die Charité ist für die Identifizierung und umfangreiche Charakterisierung der Patientenkollektive zuständig. Ziel der interdisziplinären Kooperation ist eine nachvollziehbare Deklaration auf den entsprechenden Lebensmitteln für unsere Allergikerinnen und Allergiker.“  

Interessierte können sich beim Allergiecentrum der Charité oder unter t: +49 30 450 518 417 über die Studie und die Teilnahmevoraussetzungen informieren.