Foto: Olaf Scholz (l.), Michael Müller (r.), Foto: Charité / W. Peitz

Bundesfinanzminister und Berlins Regierender Bürgermeister informieren sich über die Situation auf den COVID-19-Stationen

 

Foto: Olaf Scholz (l.), Michael Müller (r.), Copyright: Charité / W. Peitz

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz und der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller waren heute zu Gast an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin. Sie wurden von Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, und Prof. Dr. Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung der Charité, über die Versorgungssituation und den aktuellen Stand der Behandlung von COVID-19-Patienten informiert. Zudem konnten sie sich mit einem interdisziplinär organisierten Intensivteam über die pflegerische und ärztliche Situation auf den COVID-19-Stationen austauschen. 

Foto: Prof. H. K. Kroemer, O. Scholz, M. Müller, Prof. U. Frei (v.l.n.r.), Copyright: Charité / W. Peitz
Foto: Prof. H. K. Kroemer, O. Scholz, M. Müller, Prof. U. Frei (v.l.n.r.), Copyright: Charité / W. Peitz

Dazu erklärte Bundesfinanzminister Olaf Scholz: „Das Gespräch mit den Experten der Charité bestärkt mich, unseren Kurs entschlossen fortzusetzen. Die Lage ist ernst und es ist richtig, dass wir entschlossen handeln, um Menschenleben zu schützen und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Der November ist der Monat der Wahrheit, wir stehen vor einer Riesenherausforderung. Alle müssen jetzt ihre Verantwortung wahrnehmen, wir müssen aufeinander achten und Infektionen vermeiden. Nur so können wir Leben, Gesundheit und auch Arbeitsplätze schützen. Das Pflegepersonal, die Ärztinnen und Ärzte schlagen sich in dieser Pandemie heldenhaft. Die Bundesregierung wird weiter alles tun, um das Gesundheitssystem zu stärken und die Beschäftigten zu unterstützen.“

Der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller blickte auf das Infektionsgeschehen in Berlin: „Berlin ist für die Corona-Pandemie gut aufgestellt, aber man muss es deutlich sagen: Jedes Intensivbett kann nur einmal belegt werden, jede Patientin und jeder Patient erfordert eine besondere Versorgung und speziell ausgebildete Fachkräfte. Die Charité und unsere Krankenhäuser leisten in der Corona-Krise großartige Arbeit, aber auch ihre Kapazitäten sind nicht unendlich. Der Blick auf die steigenden Infektionszahlen und die Entwicklung auf den Intensivstationen sprechen eine deutliche Sprache. Ich appelliere an die Menschen in unserer Stadt, halten Sie weiterhin die Regeln und Einschränkungen ein, helfen Sie alle entschieden mit, damit unsere Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte nicht an ihr Limit kommen!“

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, sagte im Anschluss an den Besuch: „Wir haben im Gespräch heute aufzeigen können, dass die Beanspruchung der intensivmedizinischen Kapazitäten hoch und jetzt schon 50 Prozent höher als im Frühjahr ist. Und immer noch steigen die Zahlen. Die Behandlung der COVID-Patienten ist sehr belastend für die pflegerische und ärztliche Seite. Und daher hoffen wir, dass die von der Bundesregierung richtigerweise getroffenen Maßnahmen schnell wirken, schneller, als die Pandemie sich verbreitet. Insgesamt ist eine enge Abstimmung zwischen Politik und Krankenversorgung in dieser Zeit sehr wichtig, deshalb sind wir für den Besuch des Bundesministers und des Regierenden Bürgermeisters wirklich dankbar.“

Prof. Dr. Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung der Charité, ging besonders auf die Situation der Pflegenden ein: „Brennendes Problem ist und bleibt der Fachkräftemangel. Die Versorgung der COVID-19-Patienten ist nur möglich durch erhebliche Einschränkung der übrigen Versorgung, der sogenannten elektiven, also planbaren Eingriffe. So einfach dies auch klingt, bei den betroffenen Patienten wird dadurch viel Angst ausgelöst. Wir werden daher für diese und die Notfall-Patienten rund 200 Intensivbetten beibehalten und reservieren. Zur Versorgung der COVID-19-Patienten werden wir eine Intensivkapazität von rund 200 Betten freihalten. Davon sind zurzeit bereits 85 belegt. Doch auch auf den Normalstationen verzeichnen wir eine Zunahme von COVID-19-Patienten. Diese Entwicklung beunruhigt uns zunehmend.“