Organspende an der Charité

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Bundesweit ist die Zahl der Organspender 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Während im Jahr 2018 in Deutschland noch 955 Organspender verzeichnet werden konnten, waren es 2019 laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) nur noch 932.

An der Charité - Universitätsmedizin Berlin stellten im vergangenen Jahr 2019 insgesamt 26 Organspender ihre Organe zur Verfügung. Damit war die Charité bundesweit die Klinik mit der höchsten Zahl an Organspendern, bereits das vierte Jahr in Folge. Dennoch war auch an der Charité in 2019 ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Im Jahr 2018 konnte die Charité noch 28 Organspender verzeichnen.

Trotz der hohen Zustimmung in der Bevölkerung sind die Spenderzahlen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern dauerhaft niedrig. Mit der doppelten Widerspruchslösung würde jeder Bürger als möglicher Organspender gelten, der zu Lebzeiten keinen Widerspruch erklärt hat.

Prof. Kai-Uwe Eckardt, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Intensivmedizin an der Charité, spricht sich für die Widerspruchsregelung aus: „Wir brauchen dringend eine neue gesetzliche Regelung, so, wie sie auch in den meisten europäischen Ländern praktiziert wird.“

Zum jetzigen Zeitpunkt stehen allein an der Charité die Namen von mehr als 1400 Menschen auf einer Transplantationswarteliste. Bundesweit warten laut organspende info.de, einer Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, rund 9.500 Menschen auf ein Spenderorgan.

Die niedrigere Anzahl an Spenderorganen wirkt sich auf die Anzahl der Transplantationen aus. Die Charité und das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) sind zusammengenommen zwar Deutschlands größter Transplantationsstandort, verzeichnen aber ebenfalls einen Rückgang an durchgeführten Transplantationen auf 298 in 2019 (2018: 324). Dies war bundesweit die höchste Zahl an Transplantationen.