FAQ-Liste zu SARS-CoV-2

Sowohl Medien als auch Bürgerinnen und Bürger haben zahlreiche Fragen zum aktuellen Ausbruch des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2). Die Charité beantwortet im Folgenden die häufigsten Fragen.

Hinweis: Das neuartige Coronavirus wird als SARS-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2) bezeichnet. Die von dem Virus ausgelöste Atemwegserkrankung heißt COVID-19 (Coronavirus disease 2019).

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Aktuelles

[10. August] Corona-Teststellen an den Flughäfen

Reiserückkehrende aus Risikogebieten können sich am Flughafen Tegel (seit 29.7.2020) und am Flughafen Schönefeld (ab 31.7.2020) auf COVID-19 testen lassen.

Das Testangebot richtet sich ausschließlich an Reiserückkehrende, die keine Corona-Symptome zeigen. Weitere Testmöglichkeiten für symptomfreie Reiserückkehrende aus Risikogebieten bestehen darüber hinaus in allen Berliner Vertragsarztpraxen. Die Tests sind kostenfrei und seit 8. August gilt laut Bundesgesundheitsministerium eine Testpflicht. Die Teststellen werden gemeinsam von der CharitéUniversitätsmedizin Berlin und Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH betrieben.

  • Flughafen Tegel: Terminal D, 8 Uhr bis 21 Uhr, Anmeldung vor Ort
  • Flughafen Schönefeld: Terminalbereich M, 8 Uhr bis 21 Uhr Anmeldung vor Ort

Für die Durchführung eines Tests ist eine Anmeldung vor Ort an der Teststelle erforderlich. Dies erfolgt digital mithilfe einer WebApplikation. Die Abstriche werden vom medizinischen Personal der Charité und von Vivantes vorgenommen. Die Anmeldung und der Abstrich selbst dauern in der Regel nur wenige Minuten, je nach Nachfrage muss aber mit einer Wartezeit gerechnet werden. Die Übermittlung des Testergebnisses erfolgt innerhalb von 48 Stunden. Die Getesteten erhalten eine E-Mail mit dem Hinweis, dass das Ergebnis in der WebApp abrufbar ist. Bis zur Übermittlung des Testergebnisses sind die Reiserückkehrenden weiterhin an die Einhaltung der häuslichen Quarantäne durch die geltende Verordnung gebunden. Sollte der Test positiv ausfallen, wird automatisch – wie bei der Testung in anderen Teststellen oder beim Hausarzt auch – das zuständige Gesundheitsamt informiert.

In der vergangenen Woche konnten in den Corona-Teststellen von Charité und Vivantes an den Flughäfen Tegel und Schönefeld über 6.500 Reiserückkehrende aus Risikogebieten auf COVID-19 getestet werden. Davon waren 1,7 Prozent der getesteten Personen positiv. (Stand 10. August 2020)
 

Grundsätzlich sind Reiserückkehrende aus Corona-Risikogebieten zu einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne verpflichtet, sofern sie sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Das schreibt die aktuelle Infektionsschutzverordnung des Landes Berlin vor. Welche Staaten als Risikogebiete mit einer erhöhten Infektionsgefahr gelten, legt die Bundesregierung gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut fest. Von der Quarantänepflicht befreit sind Personen, die einen aktuellen negativen Corona-Test (ärztliches Attest nebst Laborbefund) in deutscher oder englischer Sprache vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist und in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem sonstigen durch das Robert-Koch-Institut veröffentlichten Staat durchgeführt wurde.

Für Einreisende mit Symptomen sind die Flughafen-Teststellen nicht geeignet, sie sind verpflichtet, sich schnellstmöglich telefonisch beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden, um das weitere Vorgehen zu besprechen und ebenfalls nach telefonischer Anmeldung die Hauärztin/den Hausarzt, eine der von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin eingerichteten Covid-19-Praxen oder eine der Berliner Untersuchungsstellen aufzusuchen. Dabei sind unnötige Kontakte, insbesondere zu Älteren oder chronisch Kranken zu vermeiden und es gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln.

[29. Juni] Was umfasst die Berliner Teststrategie?

Der Senat hat die „Berliner Teststrategie“ auf COVID-19 beschlossen, mit der berlinweit in einem abgestimmten Vorgehen Personen mit erhöhtem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes und Personen mit erhöhtem Risiko der Verbreitung frühzeitig identifiziert werden sollen. Im Fokus stehen dabei Einrichtungen des Gesundheitswesens, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindergärten sowie Tests an Orten mit erhöhtem Verbreitungsrisiko, wie etwa in der Gastronomie oder in Justizvollzugsanstalten. Ein von der Charité gemeinsam mit Vivantes Netzwerk für Gesundheit erarbeitetes Konzept bildete die Grundlage der Teststrategie mit dem Ziel der Erhaltung beziehungsweise Wiederherstellung der Gesundheit und des öffentlichen, gesellschaftlichen und wirtschaften Lebens in Berlin.

Als Auftakt ist die Berliner Teststrategie in Bildungseinrichtungen gestartet, die sich aus mehreren Bausteinen zusammensetzt: Seit Anfang Juni konnten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus zunächst 48 ausgewählten Bildungseinrichtungen ohne Symptome an der Charité testen lassen. Seit Ende Juni können sich nun symptomfreie Beschäftigte aller Berliner Kitas nach vorheriger Terminvereinbarung auf das Coronavirus testen lassen. Die Charité stellt dafür gesonderte Zeitfenster zur Verfügung, um eine Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Symptome zu vermeiden. Informationen zur verbindlichen Terminvereinbarung erhalten die Beschäftigten in einem Schreiben von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Die Tests sind freiwillig und kostenfrei. Seit dem 6. Juli können sich asymptomatische Kita-Beschäftigte zudem auch an den drei Vivantes Abklärungsstellen für Corona-Tests in Prenzlauer Berg, Tempelhof und Spandau testen lassen. Auch hier ist dies nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. In der zweiten Julihälfte soll das Test-Angebot auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Berliner Schulen ohne Symptome geöffnet werden.

Ein weiterer Baustein ist die einjährige Berliner Corona Schulstudie (BECOSS), die Mitte Juni gestartet ist. Dafür sind mobile Teams der Charité an 24 zufällig ausgewählte Grund- und Oberschulen gefahren und haben die Testungen vor Ort durchgeführt.

Ziel dieses schrittweisen Vorgehens ist es, die Berliner Bildungseinrichtungen bei der graduellen Rückkehr zum Normalbetrieb wissenschaftlich zu begleiten und eventuelle Risiken zu identifizieren. Somit wird eine Datengrundlage geschaffen, die zur epidemiologischen Beurteilung der aktuellen Situation und für die weitere Planung herangezogen werden kann.

Neben dem Bereich der Bildungseinrichtungen werden derzeit auch Testungsmöglichkeiten für Pflegeeinrichtungen, Kliniken, die Gastronomie, Verkehrsbetriebe, Kultureinrichtungen und weitere Einrichtungen vorbereitet. Ziel der Berliner Teststrategie bleibt eine wissenschaftliche Begleitung und dadurch frühzeitige Identifizierung eines möglichen Infektionsgeschehens, um der Politik und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) beratend und unterstützend zur Seite zu stehen. Die Charité verantwortet die Konzeption der Teststrategie, die Umsetzung der Testungen geschieht gemeinsam mit den Senatsverwaltungen und dem ÖGD.

Die Teststrategie wird in einer Steuerungsgruppe koordiniert und ihre Umsetzung in verschiedenen Arbeitsgruppen unter Beteiligung von Senatsverwaltungen, Expertinnen und Experten der Charité und Vivantes, Amtsärzten, Gesundheitsämtern sowie weiterer Akteure erarbeitet.

[Der Wortlaut der Meldung wurde am 7. Juli um den Hinweis zu den Vivantes Abklärungsstellen ergänzt.]

[8. Mai] Letzter französischer COVID-19-Patient entlassen

Die Charité unterstützt Nachbarländer, die besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen sind. So wurden am 28. März schwerkranke COVID-19-Patienten aus Frankreich aufgenommen und intensivmedizinisch behandelt. Jetzt wurde der letzte Patient aus der Charité entlassen.

"Die Charité hat in den vergangenen Wochen großes solidarisches Engagement bewiesen und vor dem Hintergrund der weltweiten Corona-Pandemie Patienten aus Frankreich aufgenommen. Diese Personen konnten die bestmögliche medizinische Versorgung bekommen. Ich danke der Charité und besonders dem ganzen Team sehr herzlich für dieses grossartige Engagement", sagt I.E. Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Französischen Republik in der Bundesrepublik Deutschland.

[18. April] Wie unterstützt die Charité in der aktuellen Situation ihre Studierenden im Praktischen Jahr?

Aufgrund der außergewöhnlichen Situation während der COVID-19-Pandemie zahlt die Charité ihren Studierenden im Praktischen Jahr (PJ) für 3 Monate eine Aufwandsentschädigung. Die Höhe der Zahlung richtet sich nach dem aktuellen BAföG-Höchstsatz und beträgt 744 Euro. Die Charité möchte damit das herausragende Engagement der PJ-Studierenden bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit COVID-19 würdigen.

[26. März] Wie trägt die Charité dazu bei, die Erforschung von COVID-19 zu bündeln?

Auf Initiative der Charité fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 150 Millionen Euro den Aufbau eines Forschungsnetzwerks, um die Forschungsaktivitäten der deutschen Universitätsmedizin zur Bewältigung der aktuellen COVID-19-Pandemie zu bündeln und zu stärken. Die Charité koordiniert dieses nationale Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu COVID-19 ("Netzwerk Universitätsmedizin"). Die Nationale Task Force des Netzwerks hat am 24. April die Arbeit aufgenommen.

Um die Ausbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen und auch eine bestmögliche medizinische Versorgung für die Patientinnen und Patienten zu gewährleisten, bedarf es einer bundesweiten Abstimmung. Nur so lassen sich schnell wichtige Erkenntnisse erzielen. Hier setzt das Forschungsnetzwerk – ein Verbund aus perspektivisch allen deutschen Universitätskliniken – an. Auf Initiative von Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, und Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie am Campus Charité Mitte, stellt das Bundesforschungsministerium dafür 150 Millionen Euro bereit. Erstmals sollen in einem Krisenfall bundesweit alle Maßnahmenpläne, Diagnostik- und Behandlungsstrategien der Universitätskliniken und weiterer Akteure des Gesundheitswesens systematisch zusammengeführt werden. Gerade innovative Methoden, wie beispielsweise die telemedizinische Behandlung von Patientinnen und Patienten mit COVID-19, können so nach erfolgreicher Erprobung schnell großflächig eingesetzt werden.

Außerdem werden die Forschenden die Behandlung der COVID-19-Patienten standardisiert erheben, verfolgen und analysieren. Auf dieser Basis lassen sich Behandlungsoptionen entwickeln, zum Beispiel für bestimmte Patientengruppen mit Vorerkrankungen. Vorhandene und neue Erkenntnisse sollen schnell und flächendeckend kommuniziert werden. So können sie zügig in die Praxis einfließen und die bestmögliche Behandlungsqualität sicherstellen. Der breite Datensatz wird darüber hinaus neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefern, die für die Impfstoff- und Therapieentwicklung, aber auch für das Pandemiemanagement von hohem Nutzen sind.

[Der Wortlaut der Meldung wurde am 30. April um den Hinweis zum Start des Projekts sowie am 29. Juni um den Link zur Webseite des Netzwerks Universitätsmedizin ergänzt.]

[16. März] Charité verschiebt geplante Eingriffe

Ab dem heutigen Tag und bis auf Weiteres verschiebt die Charité geplante Eingriffe, um Betten- und Personalkapazitäten für eine voraussichtlich steigende Zahl an behandlungsbedürftigen Patientinnen und Patienten mit COVID-19 zu schaffen. Davon ausgenommen sind Eingriffe, deren Verschieben medizinisch nicht vertretbar wäre. Personen, für die in den kommenden Wochen an der Charité ein Eingriff vorgesehen war, werden von der jeweiligen Klinik kontaktiert.

Die Charité folgt damit einem Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 12. März. Danach sollen ab 16. März alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe in allen Krankenhäusern, soweit medizinisch vertretbar, auf unbestimmte Zeit verschoben und ausgesetzt werden. Auch der Pandemieplan der Charité sieht diese Maßnahme vor (siehe „Fragen und Antworten zur Pandemie-Strategie der Charité“).

[6. März] Wie entlastet die Charité ihre Notaufnahmen bei vermehrten Verdachtsfällen?

Um die zentralen Notaufnahmen der Charité bei erhöhtem Aufkommen von Verdachtsfällen zu entlasten und das Übertragungsrisiko zu reduzieren, sieht der Pandemieplan der Charité die Einrichtung einer Untersuchungsstelle in einem separierten Gebäudeteil vor. Diese interne Maßnahme ist am Dienstag, den 3. März, gestartet und soll als Modellprojekt für andere Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg fungieren.

Es gilt weiterhin: Berlinerinnen und Berliner, die befürchten, sich angesteckt zu haben, sind angehalten, sich telefonisch an die Hotline der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung oder an ihren Hausarzt zu wenden. Hier wird eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen ausgesprochen. Nur Patienten mit Symptomen sollten die Untersuchungsstelle direkt aufsuchen. Hier werden bei Verdachtsfällen Proben für SARS-CoV-2-Testungen (Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum) genommen.

Die Charité-Untersuchungsstelle befindet sich am Campus Virchow-Klinikum, Mittelallee 1.

So ist die Untersuchungsstelle besetzt:
Mo-Fr 8 bis 13 Uhr

[Die Öffnungszeiten der Untersuchungsstelle wurden am 8. Juni aktualisiert.]

[3. März] Wie wurde die neue Charité-Untersuchungsstelle für COVID-19 angenommen?

Die neu eingerichtete Untersuchungsstelle hat am Dienstag, den 3. März, um 8 Uhr den Betrieb aufgenommen. Die interne Maßnahme hat die Notaufnahmen zwar entlastet, aber die Nachfrage war wie zu erwarten sehr hoch: So wurden am ersten Tag bis kurz vor 16 Uhr bereits rund 100 Abstriche genommen.

Die Charité appelliert daher weiterhin, dass sich Menschen, die befürchten sich angesteckt zu haben, telefonisch an die Hotline der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung oder an ihren Hausarzt wenden. Zudem hofft die Charité, dass zeitnah auch andere Einrichtungen und Kliniken eine solche Maßnahme umsetzen.

[2. März] Wann gab es den ersten bestätigten COVID-19-Fall in Berlin?

Am Sonntag, den 1. März 2020, hat die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung darüber informiert, dass es in Berlin einen ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gibt. Der Patient wird in der Medizinischen Klinik m. S. für Infektiologie und Pneumologie am Charité Campus Virchow-Klinikum stationär isoliert behandelt. Sein Zustand ist stabil.

Der Patient wurde am Sonntag mit neurologischen Symptomen in eine Notaufnahme der Charité eingeliefert. Im Zuge der Diagnostik wurde er auf Influenza getestet. Bereits seit vergangener Woche führt die Charité standardmäßig bei allen Influenza-Verdachtsfällen auch Tests auf SARS-CoV-2 durch. Nach positivem Befund wurde der Patient stationär aufgenommen und isoliert behandelt. Die Behörden wurden informiert. Der zuständige Amtsarzt hat mit der Nachverfolgung der Kontaktpersonen begonnen. Sowohl eine Reihe von Kontaktpersonen des Patienten als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notaufnahme sind häuslich isoliert.

Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick

[aktualisiert am 19. Mai]

Fragen und Antworten zu Schutzmaßnahmen im Klinikalltag der Charité

Wie schützt die Charité Beschäftigte und Patienten vor einer Ansteckung?
Der Schutz der Patientinnen und Patienten sowie der Beschäftigten hat für die Charité oberste Priorität. So trägt das medizinische Personal seit März während der gesamten Schicht einen chirurgischen Mund-Nasen-Schutz, bei der Durchführung von Aerosol erzeugenden Prozeduren bei COVID-19-Patienten eine FFP-2-Maske. Seit April gilt auch für Patienten aller Bereiche – sowie Angehörige und Besucher – eine Maskenpflicht. Details zu den Vorgaben und zum richtigen Umgang mit Masken sind hier zusammengefasst.

Zusätzlich sollen Besuchsbeschränkungen das Infektionsrisiko senken: Patientinnen und Patienten der Charité dürfen derzeit einen Besucher pro Tag empfangen. Eine Ausnahme bilden Schwerstkranke, sie unterliegen keinen Besuchsbeschränkungen. Patienten dürfen allerdings nicht von Menschen besucht werden, die an einer Infektion der Atemwege erkrankt sind.


Wie verhindert die Charité unentdeckte Ausbrüche?
Die Charité hat bereits sehr früh begonnen, Personal im Verdachtsfall auf SARS-CoV-2 zu testen. Zusätzlich zur verdachtsabhängigen Testung hat die Charité kürzlich eine COVID-19-Querschnittsuntersuchung unter mehr als 7.500 Beschäftigten insbesondere in der Krankenversorgung durchgeführt. Dabei zeigte sich nur eine geringe Infektionsquote von weniger als 0,5 Prozent, es konnten keine größeren Häufungen von Infektionen in einzelnen Bereichen festgestellt werden. Weniger als 2 Prozent der Getesteten wiesen Antikörper auf. Dieses Ergebnis unterstreicht die konsequente Umsetzung der Hygienemaßnahmen in den einzelnen Bereichen und die Sicherstellung der Schutzausrüstung. Die Charité wird auch zukünftig regelmäßige Untersuchungen bei Mitarbeitenden durchführen, insbesondere in sensiblen Krankenhausbereichen (Onkologie, Geriatrie) und in den Zentralen Notaufnahmen.

Ergänzend zum Screening der Mitarbeitenden werden seit Anfang Mai auch alle stationär aufgenommenen Patientinnen und Patienten getestet. Bis das jeweilige Ergebnis vorliegt, besteht eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Beide Maßnahmen zusammen – das Screening der Mitarbeitenden und der Patienten – machen das Krankenhaus im Hinblick auf COVID-19-Übertragungen zu einem sicheren Ort.


Wie stellt die Charité eine bedarfsgerechte Versorgung aller Patienten sicher?
Mit Blick auf die rückläufigen Infektionszahlen bereitet sich die Charité jetzt schrittweise darauf vor, wieder eine Regelversorgung für alle Patienten zu ermöglichen und verschobene Operationen durchzuführen. Zugleich werden ausreichend Intensivbetten für COVID-19-Patienten vorgehalten, um bei erhöhten Infektionszahlen schnell reagieren zu können.

Fragen und Antworten zu Hilfsangeboten

Wie kann man die Charité unterstützen?
Die Charité ist jedem dankbar, der sich in diesen Zeiten engagieren will, und heißt individuelle Unterstützungsangebote willkommen. Ob Sachspende, Dienstleistung, Geld oder personelle Mitarbeit: Über unsere Plattform für Spenden und helfende Hände findet jeder Unterstützer den richtigen Ansprechpartner.

Fragen und Antworten zum SARS-CoV-2-Test

Was können Berlinerinnen und Berliner tun, die befürchten, sich angesteckt zu haben?
Für Berlinerinnen und Berliner, die befürchten, sich angesteckt zu haben, hat die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung eine Hotline unter der Telefonnummer 030 / 90 28 28 28 eingerichtet. Zur besseren Erreichbarkeit haben alle Bezirke auch eigene Hotlines und E-Mail-Adressen etabliert. Auch der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung berät unter der Telefonnummer 116 117 zu COVID-19 und führt im Bedarfsfall Hausbesuche durch.

Die von der Charité entwickelte CovApp bietet Berlinerinnen und Berliner bereits zu Hause eine Entscheidungshilfe, ob sie eine Untersuchungsstelle aufsuchen sollten und ob ein Test auf SARS-CoV-2 sinnvoll ist. Im Rahmen der CovApp bietet die Charité auch Video-Sprechstunden an für Menschen, die befürchten, sich angesteckt zu haben, aber keine oder nur leichte Symptome empfinden. Für den Fall, dass ein Test auf SARS-CoV-2 sinnvoll ist, gibt es spezielle Untersuchungsstellen an mehreren Berliner Krankenhäusern. Zusätzlich hat die Kassenärztliche Vereinigung Berlin ein Netz von 30 COVID-19-Praxen ins Leben gerufen. Diese behandeln Personen mit Verdacht auf COVID-19, die sich aus verschiedenen Gründen nicht an den eigenen Hausarzt wenden können.

Die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung empfiehlt, dass Personen auch mit nur leichten Symptomen (z.B. Husten, Niesen, Halsschmerzen) die Situation abklären lassen, wenn

  • sie innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einem laborbestätigten COVID-19-Fall hatten oder
  • sie Vorerkrankungen haben bzw. ihre Atemwegserkrankung schlimmer wird (Atemnot, hohes Fieber o.ä.) oder
  • sie bei der Arbeit bzw. ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit mit Menschen in Kontakt kommen, die ein hohes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben (z.B. im Krankenhaus oder in der Altenpflege).

Zur Abklärung sollten diese Personen zunächst zu Hause bleiben, die Hygiene- und Abstandsregeln (ggf. mit Mund-Nasen-Schutz) befolgen und telefonisch das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren. Der Amtsarzt entscheidet nach den Kriterien des Robert Koch-Instituts und der individuellen Situation der anfragenden Person über das weitere Vorgehen.

  • Nur Patienten mit schwereren Symptomen sollten eine Notaufnahme aufsuchen. Hier sollte eine telefonische Vorankündigung erfolgen mit dem Hinweis, dass COVID-19 möglich ist.
  • In Notfällen (z.B. Atemnot) sollte man sich direkt an den Notruf 112 wenden.
     

In welchen Fällen sollte auf SARS-CoV-2 getestet werden?
Derzeit empfiehlt das Robert Koch-Institut eine niederschwellige Testung aller Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung. Das bedeutet eine Testung bei

  • allen Personen mit akuten Atemwegssymptomen jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn (unabhängig von Risikofaktoren)
  • Personen mit COVID-19-vereinbaren Symptomen, die bis 14 Tage vor Erkrankungsbeginn Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten
  • Personen mit klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie und Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einer Pflegeeinrichtung/Krankenhaus

Wichtig: Die Richtlinien des Robert Koch-Instituts werden regelmäßig an die aktuelle Situation in Deutschland angepasst. Die derzeit gültigen Kriterien für den Test auf SARS-CoV-2 sind deshalb auf der dortigen Webseite einzusehen.

Tests bei asymptomatischen Personen werden vom Robert Koch-Institut in der Regel nicht empfohlen. Hintergrund ist, dass das Virus eine Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen hat und ein negatives Testergebnis während dieser Zeit nur begrenzt aussagekräftig ist: Zu diesem Zeitpunkt ist SARS-CoV-2 zwar nicht nachweisbar, die Infektion könnte sich jedoch noch entwickeln. Ein negatives Testergebnis während der Inkubationszeit gibt deshalb keine Gewähr, dass man nicht doch noch krank werden kann. Ausnahmen können beispielsweise im Rahmen der Nationalen Teststrategie gelten, um die Zahl und Verteilung von infizierten Personen in Deutschland präzise zu erfassen.


Was kostet der Test auf SARS-CoV-2?
Die Kosten für die Testung werden seit dem 1. Februar 2020 bei ärztlicher Verordnung von den Krankenkassen übernommen. Menschen ohne deutsche Krankenversicherung müssten eine Kostenübernahme direkt mit ihrer ausländischen Versicherung klären.


Wie läuft ein Test auf SARS-CoV-2 an der Charité ab?
Soll bei einer Person geprüft werden, ob eine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt, werden ihr Proben aus den oberen Atemwegen (Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum) und ggf. auch den tiefen Atemwegen (z.B. Husten-Auswurf) entnommen. Verschiedenste Stellen in Deutschland und darüber hinaus – wie Krankenhäuser, Gesundheitsämter, Feuerwehr oder Arztpraxen – senden solche Proben für den Test auf SARS-CoV-2 an die Charité.

Die Testung der Proben erfolgt im Zentrallabor von Labor Berlin, einem gemeinsamen Unternehmen von Charité und Vivantes. In der Zentralen Probenannahme werden zunächst sämtliche Informationen zu der Probe im Laborinformationssystem erfasst. Anschließend werden die Proben in die Abteilung für Molekulardiagnostik weitergeleitet. Dort arbeiten mehr als 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter strengen Sicherheitsvorkehrungen an der eigentlichen Diagnostik.

Die Proben werden zunächst aufgearbeitet, was gerade mit Trockentupfern sehr aufwändig ist, da die darin aufgenommenen Erreger erst manuell in eine spezielle Flüssigkeit überführt werden müssen. Anschließend erfolgt die Extraktion der Virus-RNA: Die Virushülle wird chemisch aufgebrochen, sodass die Erbinformation (RNA) des Virus freigesetzt wird. Diese wird in weiteren Schritten separiert und von sämtlichen anderen Probenbestandteilen getrennt. Die so aufgereinigte Virus-RNA wird dann in den eigentlichen Testansatz überführt. Es wird eine real-time RT-PCR durchgeführt. Diese umfasst in einem Ansatz die Umschreibung der RNA mittels reverser Transkriptase (RT), einer Art Übersetzung, in DNA. Im nächsten Schritt wird die DNA mittels PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) vervielfältigt (amplifiziert). Durch den Einsatz virusspezifischer DNA-Sonden wird dann im Rahmen der sogenannten Detektion das Virus nachgewiesen. Der Prozess wird von speziell ausgebildeten medizinisch-technischen Mitarbeitenden eng überwacht.

Alle Testergebnisse werden von einem Arzt beurteilt, der zeitnah und rund um die Uhr den abschließenden Befund erstellt. Bei einem nicht eindeutigen Testergebnis wird die Diagnostik wiederholt, um zu einem eindeutigen Befund zu gelangen. Sobald ein eindeutiger Befund vorliegt, wird dieser elektronisch an den Arzt bzw. die Untersuchungsstelle übermittelt, der oder die die Proben eingesendet hat. Das dortige Personal kontaktiert anschließend die getestete Person darüber, ob sie mit SARS-CoV-2 infiziert ist oder nicht.

Fragen und Antworten zum Schutz vor Ansteckung

Ziel der derzeitigen Pandemie-Strategie ist es, dass sich die Infektionswelle möglichst langsam ausbreitet. Dazu kann und sollte jeder einzelne beitragen. Maßgeblich dabei ist, nicht nur den eigenen Schutz vor Ansteckung im Blick haben, sondern auch den Schutz anderer Menschen. Folgendes Vorgehen ist in der aktuellen Situation ratsam:

Soziale Distanz

  • Generell sollten Menschen, die Atemwegssymptome haben, zu Hause bleiben. Da einige Personen mit COVID-19 die Infektion aufgrund der zum Teil geringen Symptome kaum bemerken, wird derzeit allen Menschen in Deutschland empfohlen, soziale Kontakte zu meiden. Ausgenommen sind Kontakte zu den Personen, die im selben Haushalt leben. Am effizientesten wird dies erreicht, wenn jeder – außer zur Erledigung des Nötigsten – zu Hause bleibt. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche.
  • Mit einem Abstand von 1,5 bis 2 Metern zu anderen Personen sowie dem Verzicht aufs Händeschütteln schützt man sich und auch andere Menschen vor Ansteckung.
  • Private Veranstaltungen (Geburtstagsfeiern, Spieleabende) sollten gemieden werden.
  • Ältere Personen (über 65 Jahren) und Menschen mit Grunderkrankungen (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebserkrankungen, Immunschwäche sowie Erkrankungen des Atmungssystems und der Leber) sollten besonders geschützt werden. Beispielsweise können Familien oder Nachbarn diese Risikogruppen für deren erhöhte Gefährdung sensibilisieren und beim Einkaufen unterstützen. Auch ist es empfehlenswert, ältere Menschen – wie die Großeltern – vorübergehend nicht mit der Betreuung von Kindern zu betrauen.

Hygiene

  • Mit einer guten Husten- und Nies-Etikette und gründlichem Händewaschen schützt man sich und auch andere Menschen vor Ansteckung. Infografiken mit den wichtigsten Hygienetipps zum Ausdrucken bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  • Erkrankte Personen sollten zum Schutz ihrer Mitmenschen unbedingt zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen meiden. Da Infizierte das Virus jedoch schon 1 bis 3 Tage vor Beginn der Symptome weitergeben können, empfiehlt sich für alle Menschen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (textile Barriere) in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum. Das gilt insbesondere dort, wo mehrere Menschen sich länger in geschlossenen Räumen aufhalten oder die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können (z.B. in Geschäften oder öffentlichen Verkehrsmitteln).

    Indem Mund-Nasen-Bedeckungen die ungehinderte Freisetzung von Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen abfangen, können sie – bei Beachten der Abstands- und Hygieneregeln (!) – als zusätzlicher Baustein dazu beitragen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 zu reduzieren. Voraussetzung dafür ist, dass genügend Menschen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und sie korrekt benutzen: Die Bedeckung muss durchgehend eng anliegend über Mund und Nase getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden. Sie darf nicht (unbewusst) bewegt oder um den Hals getragen werden. Die Charité hat eine Anleitung für die Herstellung einer Behelfsmaske entwickelt. Sowohl das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) geben zur Handhabung von verschiedenen Maskentypen konkrete Empfehlungen. Hinweis: Dass Behelfsmasken zum Schutz anderer Menschen beitragen, wird vermutet, ist aber bisher nicht wissenschaftlich belegt. Für den Eigenschutz gibt es keine Hinweise.

    Insbesondere mit Blick auf die weltweite Knappheit von Gesichtsmasken ist es wichtig, dass dem medizinischen Personal – das mit Erkrankten oder Verdachtsfällen in sehr engem Kontakt steht – ausreichend Schutzkleidung zur Verfügung steht. Nur so kann eine optimale Krankenversorgung gewährleistet werden, die ein Schlüsselfaktor für die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen der Infektionswelle ist. Gesunde Privatpersonen sollten daher keine für den medizinischen Gebrauch vorgesehenen Gesichtsmasken kaufen.
  • Das regelmäßige Lüften von Aufenthaltsräumen sorgt für einen begrüßenswerten Austausch von Luftmassen.
  • Es ist empfehlenswert, sich so wenig wie möglich ins Gesicht zu fassen, um Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen.

Mobilität

  • Für die Erledigung des Nötigsten gilt: Fahrradfahren oder Zufußgehen können mögliche Alternativen für öffentliche Verkehrsmittel sein.

Allgemeines

 

Ist es sicher, in einer Notfallsituation ein Krankenhaus aufzusuchen?
Ja. Um Betten- und Personalkapazitäten für COVID-19-Patienten zu schaffen und auch die Ansteckungsgefahr zu reduzieren, haben Krankenhäuser zwar viele geplante Eingriffe verschoben und auch weitgehende Besuchsbeschränkungen erlassen. Medizinisch nicht verschiebbare Eingriffe (z.B. Krebstherapien) werden aber weiter durchgeführt und vor allem auch die Akut- und Notfallversorgung ist unverändert gesichert.

Deshalb sollten Menschen bei Symptomen, die auf eine ernst zu nehmende akute Erkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall hinweisen, weiterhin den Notruf 112 kontaktieren. Solche Erkrankungen müssen unverzüglich im Krankenhaus behandelt werden, da sie sonst schwerwiegende Folgen haben können. Im Krankenhaus werden COVID-19-Patienten auf separaten Stationen behandelt. Typische Symptome, die auf einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt hinweisen, sind hier noch einmal zusammengefasst.

Fragen und Antworten zur Erkrankung COVID-19

Was ist über Symptome und den Krankheitsverlauf bei COVID-19 bekannt?
Das Robert Koch-Institut trägt alle neuen Erkenntnisse zu dem neuartigen Coronavirus und der Erkrankung COVID-19 in einem Steckbrief zusammen. Dieser basiert auf der laufenden Sichtung und Bewertung der Literatur. Da die Datenbasis rasch wächst, wird das Dokument fortlaufend aktualisiert.

Nach derzeitigen Erkenntnissen variieren die Krankheitsverläufe stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Aus den in China erfassten Fällen werden als häufigste Symptome Fieber und Husten berichtet. Dabei verlief die Erkrankung in rund vier von fünf Fällen mild bis moderat. Außerhalb von Wuhan/Hubei und außerhalb von China gibt es teilweise Beobachtungen, dass der Anteil milder Verläufe höher ist. In Europa wurden am häufigsten Geruchs- bzw. Geschmacksstörungen, Fieber, Husten und Halsschmerzen als Symptome angegeben.


Wie sind die gesundheitlichen Auswirkungen von SARS-CoV-2 einzuschätzen?
Hier muss unterschieden werden, ob die Auswirkungen auf die einzelne Person oder das Gesundheitssystem gemeint sind.

  • Welche gesundheitlichen Auswirkungen hat das Virus auf jeden einzelnen?
    Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist das neuartige Coronavirus für die meisten Menschen harmlos. Auf Basis der in China erfassten Fälle geht das Robert Koch-Institut von einem milden bis moderaten Krankheitsverlauf in vier von fünf Fällen aus. Bei einem Teil der Patienten kann das Virus aber auch zu schwereren Lungenentzündungen führen. Grundsätzlich birgt eine Lungenentzündung das Risiko, daran zu sterben. Zu den Risikogruppen, bei denen schwere Krankheitsverläufe häufiger auftreten, zählen Menschen höheren Alters, Raucher, stark adipöse Personen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems und der Leber sowie Krebserkrankungen und Immunschwäche). In der Mehrzahl der vorliegenden Studien sind Kinder seltener von einer SARS-CoV-2-Infektion betroffen als Erwachsene. Auch die Symptome scheinen häufig geringer ausgeprägt, obwohl auch, insbesondere bei jüngeren Kindern, schwere Verläufe vorkommen können. Schwangere scheinen kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Wichtig ist: Alle diese Aussagen basieren auf den derzeit vorliegenden Daten und sind daher als vorläufig zu betrachten.
     
  • Welche Auswirkungen hat das Virus auf das Gesundheitssystem?
    Welche Auswirkungen SARS-CoV-2 für das deutsche Gesundheitssystem insgesamt haben wird, ist noch nicht vorherzusehen. Das hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich das Virus ausbreitet: Sollte die Infektionswelle sehr langsam voranschreiten, hätte das Gesundheitssystem ausreichend Kapazitäten, die zusätzliche Versorgung der COVID-19-Patienten zu gewährleisten. Sollte die Ausbreitung dagegen sehr schnell voranschreiten, wäre kurzfristig mit einer stark erhöhten Zahl behandlungsbedürftiger Patienten zu rechnen.

    In diesem Fall müssten neben anderweitig erkrankten Menschen auch eine große zusätzliche Zahl von COVID-19-Patienten versorgt werden. Die Krankenversorgung in einer solchen Situation wie gewohnt aufrecht zu erhalten, würde das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen stellen. Um einen Kapazitätsengpass in der Krankenversorgung zu verhindern, ist es das aktuelle Ziel der Behörden, die Ausbreitung von SARS-CoV-2 so weit wie möglich zu verlangsamen. Dazu kann und sollte jeder einzelne beitragen – selbst wenn sein persönliches Risiko, schwer zu erkranken, niedrig ist (siehe „Fragen und Antworten zum Schutz vor Ansteckung“).


Wie hoch wird die Sterblichkeitsrate bei COVID-19 geschätzt?
Wie viele der COVID-19-Patienten an den Folgen der Erkrankung sterben werden, lässt sich nur schwer einschätzen. Dennoch ist eine grobe Abschätzung der Sterblichkeitsrate für eine ungefähre Prognose des Infektionsverlaufs wichtig: Nur so können beispielsweise die Gesundheitssysteme sich entsprechend vorbereiten. Für eine korrekte Einschätzung dieser Sterblichkeitsrate (auch „Letalität“ oder wissenschaftlich ungenau „Mortalitätsrate“ genannt) müsste beispielsweise bekannt sein, wie viele Infizierte es tatsächlich gibt. Aufgrund der oft milden Verläufe werden COVID-19-Fälle jedoch häufig nicht erkannt, es geht also eine falsche Zahl der Gesamtinfektionen in die Statistik ein. Deshalb wird die Sterblichkeitsrate insbesondere bei einem unübersichtlichen Infektionsgeschehen – wie in China – häufig überschätzt. Zusätzlich hängt die Sterblichkeitsrate von weiteren Faktoren wie der Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems ab und schwankt daher auch von Region zu Region.

Zum jetzigen Zeitpunkt schätzen Experten die Sterblichkeitsrate bei COVID-19 auf 0,3 bis 0,7 Prozent. Das bedeutet, dass etwa 3 bis 7 von 1000 COVID-19-Patienten an den Folgen der Erkrankung sterben könnten. Eine ähnlich hohe Sterblichkeitsrate hat man beispielsweise 1957 bei der sogenannten Asiengrippe beobachtet, die sich wie auch SARS-CoV-2 über die ganze Welt verbreitet hat.

Rein rechnerisch müssten sich in Deutschland etwa zwei Drittel der Bevölkerung – also knapp 56 Millionen Menschen – mit SARS-CoV-2 infizieren, bevor genügend Menschen immun wären, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu stoppen. Geht man also davon aus, dass sich etwa 56 Millionen Menschen hierzulande mit dem Virus infizieren, wäre bei einer angenommenen Sterblichkeitsrate von 0,5 Prozent mit knapp 280.000 Todesfällen zu rechnen. Wichtig ist festzuhalten, dass noch nicht klar ist, ob diese zusätzlichen Todesfälle gesamtgesellschaftlich überhaupt bemerkt werden. Das hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich SARS-CoV-2 ausbreitet. Jedes Jahr sterben in Deutschland statistisch etwa 850.000 Menschen. Sollte sich die SARS-CoV-19-Infektionswelle über mehrere Jahre erstrecken, wäre die jährliche Todesrate durch COVID-19 im Vergleich eher geringfügig erhöht und würde möglicherweise in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Das Virus in seiner Ausbreitung zu verlangsamen, ist deshalb das aktuelle Ziel der Behörden.


Wie werden Patienten mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion isoliert?
Bei gutem Gesundheitszustand ist zunächst eine häusliche Isolation von Personen mit Verdacht auf oder mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion, abhängig von der medizinischen und sozialen Situation, möglich und kann vom Amtsarzt angeordnet werden. Werden Menschen mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion an der Charité aufgenommen, müssen Vorkehrungen getroffen werden, um insbesondere andere Patienten zu schützen. Das medizinische Personal in seiner Schlüsselfunktion für das Gesundheitssystem muss ebenfalls geschützt werden. Gemäß den Empfehlungen des RKI werden Isolationsmaßnahmen vergleichbar mit denen für Patienten mit Influenza-Infektion oder offener Lungentuberkulose angewendet. Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion werden an der Charité in einem Zimmer behandelt, das mit einer Schleuse – einem Vorraum mit je einer Tür zum Zimmer und zum Gang – ausgestattet ist. Medizinisches Personal legt vor Betreten des Patientenzimmers in der Schleuse eine spezielle Schutzkleidung an (geschlossener Kittel mit wasserdichter Oberfläche, Einmalhandschuhe und FFP2-Maske). Die Schutzkleidung wird bei Verlassen des Zimmers in der Schleuse so abgelegt, dass weder die Haut, die darunterliegende Kleidung noch die Umgebung kontaminiert werden. Anschließend wird sie vernichtet. Grundsätzlich ist eine gemeinsame Isolierung mehrerer COVID-19-Patienten in einem Raum oder einer abgeschlossenen Einheit mit mehreren Patientenzimmern möglich.

Isolationsmaßnahmen, wie sie zum Beispiel im Fall von Ebola notwendig wären, sind bei COVID-19 nicht nötig. Hierzu würden Patientenzimmer mit Unterdruck und Luftfilterung, eine Behandlung im vollständig geschlossenen Schutzanzug mit individueller Gebläse-Einheit u.v.m. gehören.

Fragen und Antworten zur Blutspende

Kann man weiterhin Blut spenden?
Wer gesund ist, kann weiterhin Blut spenden. Blut- und Plasmaspenden werden zurzeit dringend gebraucht, da die Anzahl der Spenden in den letzten Wochen stark zurückgegangen ist. Blutspenden sind jedoch wichtig für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Bluttransfusionen sowie Arzneimitteln, die aus Blutspenden hergestellt werden. Auch während der aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens ist es erlaubt und erwünscht, Blut zu spenden.

Es gibt derzeit keinen Hinweis, dass SARS-CoV-2 durch Blut übertragbar ist und eventuell durch unerkannt infizierte Personen auf Patientinnen oder Patienten übertragen wird. Unabhängig davon gelten für das Blutspenden grundsätzlich eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen. Personen, die Anzeichen einer Infektion zeigen, sind generell von einer Blutspende ausgeschlossen. Das medizinische Fachpersonal überprüft dies routinemäßig durch Messen der Körpertemperatur und eine Befragung. Vorsorglich werden Reiserückkehrende aus Risikogebieten sowie Personen, die Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten, darüber hinaus für mindestens vier Wochen von der Spende zurückgestellt.

Gleichzeitig stellen die Blutspende-Einrichtungen sicher, dass für Spenderinnen und Spender kein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 besteht. Deshalb ist auch in den Blutspende-Einrichtungen darauf zu achten, mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen einzuhalten.

Aktuell sind Blutspenden an der Charité am Campus Charité Mitte (CCM) sowie am Campus Benjamin Franklin (CBF) möglich:

Blutspende am CCM (Zentrum für Transfusionsmedizin und Zelltherapie Berlin)
Schumannstraße 22, 10117 Berlin
t: 030 / 450 525 167, E-Mail: blutspende(at)charite.de

Blutspende am CBF (Institut für Transfusionsmedizin Berlin)
Hindenburgdamm 30A, 12203 Berlin
t:  030 / 80681-0, Kontakt

Spendewillige sollten sich vorab bei der Blutspende-Einrichtung nach den aktuellen Spendevoraussetzungen erkundigen. Hinweis: Ein Test auf SARS-CoV-2 wird in Blutspende-Einrichtungen nicht durchgeführt.

Weitere Informationen zu Blutspenden im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 bietet auch der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost sowie das Robert Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fragen und Antworten zur Pandemie-Strategie der Charité

Wie bereitet sich die Charité auf eine mögliche Pandemie vor?
Die Charité hat einen Pandemiestab und eine Pandemie-AG zu COVID-19 eingerichtet. Der Pandemiestab tagt täglich und schätzt die aktuelle Lage ein. Hier kommen der Vorstand Krankenversorgung, Virologen, Infektiologen, und die Unternehmenskommunikation zusammen. Zusätzlich existiert ein Pandemieplan, der das genaue Vorgehen im Falle einer Pandemie für alle betroffenen Bereiche der Charité detailliert vorgibt.

Um sich auf die zu erwartende steigende Fallzahl von intensivpflichtigen COVID-19-Patienten vorzubereiten, sieht der Pandemieplan der Charité die Umwidmung von Räumen, Stationen, Krankenbetten oder Ambulanzbereichen zur Reserve für die Pandemieversorgung vor. Im Zuge dessen wird die Charité Campus-Klinik (CCK) schrittweise in ein Intensivgebäude mit zusätzlich 135 Intensivbetten umfunktioniert. Die erste Station in der 3. Ebene der CCK ging am 27. März 2020 in Betrieb. Sie verfügt über 24 Intensivbetten, die die 364 intensivmedizinischen Betten ergänzen, über die die Charité bereits verfügt. Alle Betten sind mit Beatmungsgeräten ausgestattet. Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Aufnahme von intensivmedizinischen Patienten in diesem Bereich noch nicht notwendig.
 

Welche Voraussetzungen sind nötig, um COVID-19-Patienten zu behandeln?
Voraussetzung für die Behandlung von COVID-19-Patienten ist deren räumliche Trennung von anderen Patienten. Wichtig festzuhalten ist, dass COVID-19 derzeit nicht derselben Gefahrenstufe zugeordnet wird wie hochansteckende Infektionserkrankungen wie z.B. Ebola und Lungenpest, die auf einer Sonderisolierstation behandelt würden.

Weitere Informationen

Umfassende und aktuelle Informationen zu SARS-CoV-2, auch für Fachpersonal, stellt das Robert Koch-Institut zusammen.

Berlinerinnen und Berliner finden weitere Informationen auf der Webseite der Berliner Senatskanzlei.

Informationen zum Corona-Virus in Leichter Sprache gibt es hier