Ablauf des Tenure Track-Programms an der Charité

Entdecken Sie die vielfältigen Karrierechancen an der Charité

Sie befinden sich hier:

W1-Professur (Juniorprofessuren) im Tenure Track

Grafik: Standardprozess für W1-Tenure Track-Verfahren, Verlängerung bei Elternzeit, Krankheit oder Teilzeitbeschäftigung, © Charité
Grafik: Standardprozess für W1-Tenure Track-Verfahren, Verlängerung bei Elternzeit, Krankheit oder Teilzeitbeschäftigung (zum Vergrößern bitte anklicken!), © Charité

Die W1-Professur (Juniorprofessuren) im Tenure Track ist auf zweimal drei Jahre ausgelegt, wobei die Bewährungsfeststellung am Ende des dritten Jahres entscheidet, ob die W1-Professur im Tenure Track fortgeführt wird (§102b BerlHG).

Im Rahmen der Bewährungsfeststellung werden auch im Sinne einer Zwischenevaluation Empfehlungen für die erfolgreiche Erreichung der Berufung auf Lebenszeit gegeben. Eine zusätzliche Zwischenevaluation findet bei W1-Professuren nicht statt. Mindestens eineinhalb Jahre vor Auslaufen der Befristung wird die Tenure-Evaluation eingeleitet, bei der je nach Leistung der Kandidat*innen die Möglichkeit zum Ruf auf eine W2- oder W3- Professur auf Lebenszeit besteht. Ist die Evaluation negativ, endet die Professur mit einer Auslaufphase von einem Jahr.

W2-Professuren im Tenure Track sind für fünf Jahre befristet, wobei eine Zwischenevaluation zur Feststellung des Leistungsstatus bei der Fakultätsleitung frühestens nach zwei Jahren beantragt werden kann. Die Entscheidung erfolgt durch die abschließende Evaluation.

Fast Track Verfahren: Bei besonders exzellenten Leistungen kann auf Antrag die Tenure-Evaluation vorgezogen und auf den Zeitpunkt der Bewährungsfeststellung vorverlegt werden.

Verlängerungen der befristeten Phase sind gemäß §95 BerlHG aus verschiedenen Gründen (z.B. Krankheit, Betreuung von Kindern, etc.) möglich. In allen Varianten ist das Charité Tenure Track-Programm durch die drei Meilensteine Berufung, Zwischenevaluation und Tenure-Evaluation gekennzeichnet.

Die Bewerbung zum Tenure Track: Ausschreibung und Berufungsverfahren an der Charité

Das Tenure Track-Verfahren steht allen offen, welche die Einstellungsvoraussetzungen für Professuren gemäß Berliner Hochschulgesetz erfüllen und das Berufungsverfahren positiv durchlaufen haben. Dies gilt auch für Bewerber*innen, die sich bereits auf anderen Wegen zur Professur (z.B. Nachwuchsgruppenleitung, etc.) befinden.

Die Tenure Track-Professuren werden als selbständige W1- oder W2-Professuren auf Zeit mit Tenure-Zusage eingerichtet und obligatorisch international ausgeschrieben. Die Stellenausschreibung enthält in beiden Fällen die verbindliche Zusage der Professur auf Lebenszeit nach erfolgreicher Evaluierung durch das in der Tenure Track-Satzung festgelegte Verfahren.

Das Berufungsverfahren erfolgt im üblichen Ablauf durch eine vom Fakultätsrat eingesetzte Berufungskommission, die zu ihrer Unterstützung mindestens zwei externe, international ausgewiesene oder, soweit fachlich geboten, ausländische Gutachter*innen hinzuzieht. Obwohl die Juniorprofessuren nicht von Beginn an die wesentlich breiter gefassten Anforderungen einer W2-oder W3-Professur erfüllen können, muss das Potenzial der Bewerberin/des Bewerbers, diese in sechs Jahren zu erfüllen, bereits bei der Berufung berücksichtigt werden.

Im Rahmen der Berufungsverhandlungen werden neben den üblichen Vereinbarungen zu inhaltlichem Konzept, struktureller Anbindung und Ausstattung der Professur auch Ziele für die zu erbringenden Leistungen bis zur Zwischenevaluation bzw. Tenure-Evaluation im Sinne der Evaluierungskriterien verhandelt und in einer gesonderten Leistungsvereinbarung festgehalten. Die Berufungszusage enthält die strukturelle und organisatorische Anbindung einschließlich der Gewährleistung der Selbständigkeit in Forschung und Lehre sowie die Ausstattung und die persönlichen Bezüge. Weiterhin werden mit diesem Dokument auch die Zusage einer Professur auf Lebenszeit bei erfolgreicher Evaluierung beziehungsweise bei negativer Evaluierung die Option einer Überbrückung (Auslaufphase) vereinbart. Verlängerungszeiten werden gemäß den Regelungen des Berliner Hochschulgesetzes gewährt.

Bewährungsfeststellung, Zwischenevaluation und Tenure-Evaluation anhand transparenter Kriterien

Bewährungsfeststellung, Zwischenevaluation und Tenure-Evaluation zur Entscheidung über den Übergang zur Lebenszeitprofessur beruhen auf den in der Tenure Track-Satzung festgelegten und in der Berufungszusage in Form einer Leistungsvereinbarung fachlich spezifizierten Leistungsanforderungen und erfolgen nach einheitlichen Grundsätzen zur Leistungsbewertung.

Zwischenevaluation zur Bewährungsfeststellung

Die Bewährungsfeststellung der W1-Professuren im Tenure Track erfolgt entsprechend der Satzung zur Evaluation von Juniorprofessuren an der Charité und dient neben der Leistungsbewertung zusätzlich dazu, dem/der Professor*in eine Orientierungsmöglichkeit für die weitere Karriere zu geben. So können beispielsweise während der Bewährungsfeststellung Hinweise zu alternativen Karrierewegen oder zusätzlichen Qualifizierungsangeboten gegeben werden. Bei positiver Evaluation wird die Empfehlung ausgesprochen, die W1-Professur um weitere drei Jahre zu verlängern. Wird die Bewährung im Amt von W1-Professuren nicht festgestellt, wird auf Antrag eine Überbrückung von bis zu einem Jahr gewährt.  

Tenure-Evaluation und Entscheidung über die Verstetigung und den Aufstieg nach W2 oder W3

Die Tenure-Evaluation dient der abschließenden Bewertung, ob der/die Professor*in im Tenure Track sich für eine Professur auf Lebenszeit bewährt und die vereinbarten Leistungskriterien erfüllt hat. Gleichzeitig werden die Einstellungsvoraussetzungen für eine Lebenszeitprofessur geprüft. Kommt die Evaluierungskommission zu dem Ergebnis, dass die vereinbarten Leistungsanforderungen erfüllt sind wird der Prozess zur Erteilung des Rufs auf eine Professur auf Lebenszeit eingeleitet. Ist die Tenure-Evaluierung nicht erfolgreich, das heißt, die vereinbarten Leistungsanforderungen sind nicht erfüllt, wird das Beamtenverhältnis auf Zeit auf Antrag um ein Jahr verlängert (Auslaufphase).

Spezifische Tenure Track-Leistungskriterien für die Universitätsmedizin

Zur Evaluierung wird ein standardisiertes Verfahren mit einer Prüfung der in der Leistungsvereinbarung festgelegten Leistungsanforderungen während des Beamtenverhältnisses auf Zeit in den in der Tenure Track-Satzung festgelegten Bereichen

  • Forschung,
  • Lehre,
  • akademische Selbstverwaltung/Service,
  • Nachwuchsförderung,
  • Wissens- und Technologietransfer,
  • wissenschaftliche Weiterbildung und
  • Personalführungskompetenz

angewendet. Bei klinischen Professuren wird zusätzlich der Bereich Patientenversorgung bewertet. Zudem dient die Evaluierung der Prüfung, ob die für die jeweilige Professur auf Lebenszeit notwendige fachliche und pädagogische Eignung sowie Führungskompetenz vorliegt. Die von der Charité angestrebte Gleichstellung von Frauen und Männern in Führungspositionen wird ebenfalls im Evaluierungsverfahren berücksichtigt.

Eine detaillierte Liste der zu berücksichtigenden Kriterien in den oben genannten Bereichen findet sich in der Tenure Track-Satzung der Charité.