Wir leben Internationalität

"Mir ganz persönlich ist es ein Anliegen, die internationale Ausrichtung der Charité in all ihren Facetten zu unterstützen. Ich möchte Sie, unsere internationalen Gäste, Kolleginnen und Kollegen, willkommen heißen und Sie, unsere Mitarbeitenden und Studierenden, dazu ermutigen, selber den Weg ins Ausland zu wagen. Zum Wohle der Charité und im Sinne einer offenen, global vernetzten Gesellschaft."

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer - Vorstandsvorsitzender

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Agenda zur Internationalisierung

Mehr als 100 Nationen sind an der Charité vertreten. Foto: W. Peitz / Charité

Menschen aus über 100 Ländern und allen Kontinenten arbeiten in Forschung, Lehre und Patientenversorgung oder studieren an der Berliner Universitätsmedizin. Auch Patientinnen und Patienten kommen vielfach aus dem Ausland an die Charité und lassen sich hier von international führenden Expertinnen und Experten behandeln. Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin versteht sich als eine weltoffene Institution der Spitzenmedizin und fördert die Internationalisierung in Forschung, Lehre, Patientenversorgung und Verwaltung. Dabei verfolgt die Charité die folgenden strategischen Ziele:

  • die Stärkung der internationalen Marke Charité und die Förderung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit
  • die Rekrutierung von internationalen Spitzenkräften aus allen Tätigkeitsfeldern der Universitätsmedizin und
  • die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung auch im globalen Kontext.

Um diese Ziele zu erreichen, stellt die Internationalisierungsstrategie der Charité die folgenden Instrumente in den Vordergrund:

  • Förderung der weltweiten Vernetzung durch die Fokussierung auf strategische Netzwerke und ausgewählte bilaterale Partnerschaften.
  • Schaffung einer offenen Willkommenskultur und Stärkung der interkulturellen und Sprachkompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Internationalisierung zu Hause).
  • Unterstützung von Projekten und Kooperationen, welche die globale Mission der Charité vorantreiben.

Handlungsfeld 1: Profilbildung und strategische Netzwerke

Als essenzieller Teil einer Internationalisierungsstrategie steigern Partnerschaften die Reputation und schärfen das Profil und die internationale Sichtbarkeit der Charité als exzellente Universitätsmedizin. Sie bedeuten einen Zugewinn an Know-how, Perspektive und Wirkung und machen uns zu einem international attraktiven Partner und Arbeitgeber. Die Charité unterhält derzeit ca. 200 zentral registrierte institutionelle Kooperationen, hinzukommen dezentrale Klinikpartnerschaften und individuelle Partnerschaften auf Instituts- und Klinikebene.

Im Rahmen des Strategieprozesses zur Internationalisierung wurde eine Fokussierung auf drei Netzwerke festgelegt, die auf lokaler, regionaler und globaler Ebene agieren und jeweils für die Charité strategisch wichtige internationale Partner beinhalten:

Obwohl die gelebte Kooperation in den drei Netzwerken unterschiedlich ausgeprägt ist und unterschiedliche Schwerpunkte hat, so ist allen drei gemeinsam, dass die Partnerschaft auf Charité-Leitungsebene eingegangen wurde, sich die konkreten Projekte und Handlungsfelder der Netzwerke auf eine Vielzahl von Bereichen innerhalb der Charité beziehen und die gemeinsamen Projekte einen systemischen Einfluss auf die gesamte Charité, bzw. die Universitätsmedizin, haben können.

Demnächst: Am Mittwoch, den 4. November 2020 findet eine Podiumsdiskussion im Rahmen der Berlin Science Week über das Thema "Gesundheits-Apps" statt. Die Diskussion wird von der Universität Zürich und der Charité - Universtitätsmedizin Berlin organisiert und hat zum Ziel, renommierte Wissenschaftler*innen aus der Medizin, Expert*innen im IT-Bereich und Entscheidungsträger*innen aus Politik und Wirtschaft zusammen zu bringen, um über vielversprechende Perspektiven, Nutzen und Risiken von mobilen Applikationen im Gesundheitsbereich zu sprechen. Für mehr Informationen bitte hier klicken.

Handlungsfeld 2: Internationalisierung zu Hause

Internationalisierung zu Hause bedient drei wichtige Aktionsräume: Die Schaffung einer gelebten Willkommenskultur, die Wertschöpfung der Potenziale und Ressourcen kultureller Vielfalt und die Möglichkeit einer internationalen Erfahrung für Personen, die nicht selber mobil sein können oder wollen. Als zentrales Handlungsfeld berührt das Thema alle Bereiche der Charité (Lehre, Forschung, Krankenversorgung sowie deren Verwaltungsorgane) und trägt dazu bei, dass beispielsweise internationale Talente nicht nur rekrutiert, sondern auch (ein-)gebunden werden, Lehrveranstaltungen in verschiedenen Sprachen angeboten werden, Mobilität zum Erwerb von Sprach- und interkultureller Kompetenz sowohl für Studierende als auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, z.B. aus dem Pflege-, Funktionsdienst und Ärztlichen Dienst aktiv gefördert wird, oder die Patientenzufriedenheit durch kultursensible Behandlungen gesteigert wird.

Handlungsfeld 3: Internationale Forschungskooperationen

Wissenschaft lebt vom Austausch unterschiedlicher Ideen, Ansichten und Konzepte. Die Kooperation mit internationalen Partnern in Forschungsprojekten ist eine grundlegende Voraussetzung für Spitzenforschung und erhöht somit die Forschungsleistung der Charité und deren internationale Sichtbarkeit. An der Charité gibt es unzählige Forschungskooperationen mit internationalen Partnern, die überwiegend zwischen individuellen Wissenschaftlerinnen- und Wissenschaftler-Teams geführt werden. Auf zentraler Ebene wird derzeit durch die Fakultätsleitung der Schwerpunkt auf europäische Kooperationen und der Umsetzung einer EU-Forschungsförderstrategie gelegt.

Handlungsfeld 4: Internationalisierung in der Lehre

Erasmus an der Charité: Flashmob zum Aktionstag „Erste Hilfe für Europa“. Foto: W. Peitz / Charité

Im europäischen Kontext stellt der Bologna-Prozess bereits einen transnationalen Ansatz zur Integration von verschiedenen Traditionen der Hochschulbildung innerhalb der Europäischen Union dar. In der Zukunft werden neuartige Konzepte wie die der Europäischen Universitäten auch für die Universitätsmedizin von zunehmender Bedeutung sein und die Charité sollte schon jetzt ihre Netzwerke zum Aufbau von internationalen Kollaborationen in der Lehre weiterentwickeln.

Gleichwohl ist die Studierendenmobilität an der Charité sehr gut entwickelt. Europaweit stehen über Erasmus+ mit 82 Partnern in 26 Ländern insgesamt 182 Austauschplätze in den Studiengängen Humanmedizin, Zahnmedizin, Gesundheitswissenschaften und Public Health zur Verfügung. Dazu kommen über 30 Plätze für Famulaturen und PJ-Tertiale im außereuropäischen Ausland. Zudem bietet die Charité drei englischsprachige Masterstudiengänge an International Health, Medical Neurosciences und Molecular Medicine, in denen überwiegend internationale Studierende studieren. Der Studiengang International Health hat auch inhaltlich einen genuin internationalen Horizont und richtet besonderes Augenmerk auf Global Health und die Gesundheitssysteme im s.g. Globalen Süden.

Handlungsfeld 5: Internationale Patienten

Facharztweiterbildungsprogramm: Eine saudi-arabische Ärztin im Patientengespräch. Foto: W. Peitz / Charité

Internationale Patientinnen und Patienten werden an der Charité optimal betreut und können von der Spitzenmedizin profitieren. Deren Versorgung ist auch von hoher Bedeutung für die Wissenschaft, insbesondere in Bezug auf Patientinnen und Patienten mit seltenen Erkrankungen. Die Charité hat in den letzten Jahren bereits versucht, sich mit Vivantes bei der Akquise, den organisatorischen Prozessen und den Behandlungsfeldern abzustimmen. Mit Charité und Vivantes vertreten zwei renommierte medizinische Versorgungseinrichtungen die Gesundheitsstadt Berlin. Die Tätigkeit internationaler ärztlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Charité (Fachärzteprogramm u.a.) führt mehr Patientinnen und Patienten aus deren Heimatländer an die Charité. Daher ist die Nachfrage für eine Behandlung hoch und wird durch das gute Abschneiden in einschlägige Rankings (Focus, Newsweek u.a.) weiter befördert.

Handlungsfeld 6: Internationale Rekrutierung

Integrationstreffen albanischer Fachpflegekräfte. Foto: Wiebke Peitz / Charité

Wissenschaft lebt vom Austausch mit anderen Kulturen und Ländern. Eine Steigerung der Diversität der Fakultät ist daher für die Verbesserung der Forschungsleistung und Reputation der Charité zwingende Voraussetzung. Um die Attraktivität für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu stärken, hat die Charité ein umfangreiches Tenure Track-Programm implementiert, mit welchem dieser international anerkannte Karriereweg an der Charité zur Verfügung steht. Zudem bietet die Charité Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswisssenschaftlern aus dem In- und Ausland exzellente Bedingungen für den Einstieg in eine wissenschaftliche Karriere über eine Reihe von strukturierten Promotionsprogrammen. Sie bietet neben der Promotion zum Dr. med auch die Promotion zum PhD und MD/PhD an. Im Bereich klinischer Forschung ist das BIH-Charité Clinician Scientist Program ein hervorragender Mechanismus, Karrieren auf der Schnittstelle von Klinik und Forschung über gezielte Förderung und die Schaffung von Zeiträumen, die dezidiert der Forschung gewidmet sind, zu unterstützen.

Auch für klinisches Personal hat die Charité dezidierte Mechanismen zur Gewinnung und Bindung entwickelt. Für den pflegerischen Bereich werden internationale Pflegekräfte gezielt als Kolleginnen und Kollegen angeworben und sowohl sprachlich als auch fachlich für ihren Einsatz qualifiziert. Um diese Fachkräfte langfristig an das Unternehmen zu binden, legt die Pflegedirektion besonderes Augenmerk auf eine erfolgreiche Integration und die Möglichkeit zur Weiterqualifizierung.

Internationale Ärztinnen und Ärzte gelangen überwiegend durch strukturierte Weiterbildungsprogramme an die Charité, die in der Regel bis zum erfolgreichen Abschluss der Facharztweiterbildung nach 5 bis 6 Jahren dauern. Dieses deutschlandweit einmalige, strukturierte Programm beginnt mit einer einjährigen Sprachausbildung vom Anfänger zum Niveau C1 und wird engmaschig durch das Ärztliche Direktorat betreut. Damit baut die Charité ein Netzwerk von ärztlichen Alumni auf, das die internationalen Beziehungen festigt, die Reputation im Ausland stärkt und den Patientenfluss vom Ausland an die Charité steigert.

Unsere internationalen Kolleginnen und Kollegen in Lehre, Forschung, Krankenversorgung und Verwaltung tragen maßgeblich zur Diversität im Unternehmen bei. Mit ihren sprachlichen und kulturellen Kompetenzen und ihren internationalen Perspektiven bereichern sie das Kollegium, erweitern den institutionellen Horizont und steigern sie die Qualität unserer Arbeit.

Handlungsfeld 7: Internationale Marke

Eine stärkere Internationalisierung auf allen Ebenen der Charité führt auch zu einer erhöhten internationalen Sichtbarkeit und Reputation der CharitéUniversitätsmedizin Berlin und somit auch zu einer stärkeren Marke Charité. Im Bereich Wissenschaft sind dabei neben den oben beschriebenen Kooperationen Publikationen in hochrangigen internationalen Journalen sowie einer erfolgreichen Wissenschaftskommunikation auch die Teilnahme an internationalen Hochschulrankings von großer Bedeutung zur Stärkung der internationalen Marke Charité. Im Bereich der Rankings kann die Charité in den letzten Jahren starke Erfolge verbuchen.

Im Bereich Krankenhausmanagement stärkt die Charité ihre internationale Marke durch die Durchführung von internationalen Beratungsprojekten. So unterstützen wir z.B. internationale Partner bei der Planung und beim Bau neuer Krankenhäuser oder spezieller Stationen. Ein besonderes Projekt, welches nun kurz vor seinem Abschluss steht, ist der Bau eines Mother and Child Hospitals in Shanghai.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Gruppe der internationalen Alumni. Durch die langfristige Bindung von internationalen Alumni an die Charité wird die Reputation und Sichtbarkeit der Charité weltweit erhöht und unsere internationalen Netzwerke gefestigt. Dies wird in Zukunft besonders wichtig sein für den Bereich internationale Rekrutierung von Spitzenkräften, sowie für internationale Beratungsprojekte, Forschungsprojekte und den Bereich Global Health.

Handlungsfeld 8: Globale Verantwortung

World Health Summit: Global Health auf der Agenda. Foto: WHS

Unter der Überschrift „Globale Verantwortung zu Hause“ übernimmt die Charité freiwillig Aufgaben in der Gesundheitsversorgung für vulnerable Bevölkerungsgruppen mit erschwertem Zugang zur Gesundheitsversorgung oder Prävention. Beispielhaft waren die Charité-Ambulanzen und Impfkampagnen für Geflüchtete. Hier wollen wir eng mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst zusammenarbeiten und dessen Angebot ergänzen. Zudem führen wir unseren medizinischen Nachwuchs schon während des Studiums an die Gesundheitsversorgung vulnerabler Gruppen heran.

Charité Global Health bedeutet gelebte Kooperation auf Augenhöhe mit nationalen und internationalen Partnereinrichtungen, insbesondere auch im globalen Süden. Viele Herausforderungen und Aspekte von Krankheit und Gesundheit kennen keine Ländergrenzen; sie finden gleichermaßen lokal wie global statt. Die Bundesrepublik Deutschland zeigt großes humanitäres Engagement und setzt sich verstärkt für globale Gesundheitspolitik ein; sie hat Global Health zu Recht zu einer strategischen und politischen Priorität gemacht. Im Sinne ihres Leitgedankens, Forschen – Lehren – Heilen – Helfen, übernimmt die Charité international Verantwortung und setzt sich mit der Stabsstelle Charité Global Health für die Bekämpfung von Krankheiten und für die Verbesserung der Gesundheit ein.

Im Rahmen der Berlin University Alliance (BUA) engagiert sich die Charité bei der Etablierung des Berlin Centers for Global Engagement (BCGE). Das BCGE unterstützt die wissenschaftlichen Beziehungen der BUA - Verbundpartnerinnen im Globalen Süden. Zudem wird das BCGE der Berliner Forschungslandschaft als Think Tank- und Service-Einrichtung für die Bereiche Science Diplomacy, Umgang mit Krisenregionen und Verteidigung akademischer Freiheit dienen.

Der World Health Summit (WHS) ist der jährliche Kongress der M8 Alliance, eines der strategischen Netzwerke der Charité. Die M8 Alliance ist ein Think Tank mit 28 Mitgliedern aus 19 Ländern. Der World Health Summit hat sich seit seiner Gründung 2009 zu einem der bedeutendsten internationalen Foren im Bereich Public Health und Global Health entwickelt und ein Netzwerk von rund 25.000 Personen aus 9.500 Organisationen aufgebaut. Die Grundidee einer intersektoralen Gesundheitskonferenz mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und einem breiten Themenspektrum von Grundlagenforschung bis Ordnungspolitik trägt und ist wichtiger denn je. Deshalb steht der WHS unter dem Motto Science – Innovation – Policies.

Um nachhaltige Entwicklungspartnerschaft mit Gesundheitseinrichtungen in Ländern des globalen Südens, insbesondere in Afrika zu leisten, hat die Charité auch Klinikpartnerschaften etabliert. Neben individuellen Klinikkooperationen unterhält die Charité gegenwärtig acht Partnerschaften, die über die „Initiative Klinikpartnerschaften“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert werden.

Seit jeher sind die internationale Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Medizinerinnen und Medizinern aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen eine treibende Kraft für Innovationen in der biomedizinischen Forschung sowie in der Entwicklung von neuen Therapien und Methoden für die Versorgung von Patientinnen und Patienten bzw. die Behandlung von Krankheiten. Die wertschätzende und respektvolle Zusammenarbeit und der Umgang mit Partnerinstitutionen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Studierenden aus der ganzen Welt ist vor dem Hintergrund der zunehmenden Herausforderungen der Globalisierung, aber auch der wechselvollen Geschichte der Charité integraler Bestandteil unseres Selbstverständnisses als international sichtbare Einrichtung der Spitzenmedizin.

Falls Sie uns bezüglich der Agenda kontaktieren möchten, schreiben Sie an international(at)charite.de.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Charité finden auch weitere Informationen und Aktivitäten im Intranet.