Klinikpartnerschaften - Engagement im Globalen Süden

Im Rahmen der "Initiative Klinikpartnerschaften - Partner stärken Gesundheit" unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gemeinsam mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung Partnerschaftsprojekte zwischen deutschen Organisationen des Gesundheitssektors und Partnern in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Die Charité engagiert sich in dieser Initiative mit einer Reihe von Projekten:

Finden Sie Ihren Bereich
Finden Sie Ihren Ansprechpartner

Sie befinden sich hier:

Initiative Klinikpartnerschaften

Die Initiative Klinikpartnerschaften - Partner stärken Gesundheit fördert soziales Engagement und Kooperationen zwischen deutschen Einrichtungen im Gesundheitswesen und Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Dabei liegt der Fokus auf Wissenstransfer sowie dem Austausch von Erfahrungen und der Stärkung von Innovation über Ländergrenzen hinweg. Mehr Informationen dazu hier...

Aktuelle prothetische Konzepte: Wissensaustausch, Training und Implementierung

Partner: Faculty of Dental Medicine, University of Medicine, Tirana

Kontakt: Prof. Dr. Florian Beuer, Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre

Beschreibung: Im Zentrum der Klinikpartnerschaft steht die Vermittlung aktueller prothetischer Konzepte und moderner Therapieansätze. Die an der Charité eingesetzten Methoden im Bereich der digitalen Zahnmedizin sollen an der Universität Tirana etabliert und weiterentwickelt werden. Neben festsitzendem, metallfreien Zahnersatz geht es insbesondere auch um digital erstellte Totalprothesen. In Albanien besteht ein hoher Bedarf an dieser Art des Zahnersatzes. Die Universität Tirana möchte daher, auch mit Unterstützung der Forscher der Charité, einen Masterstudiengang für Zahnärztliche Prothetik installieren.

Safe obstetric care in Sierra Leone in the light of outbreak preparedness and infection control

Partner: Princess Christian Maternity Hospital, Sierra Leone; Holy Family Virika Hospital, Uganda

Kontakt: Prof. Dr. med. Frank Mockenhaupt, Institut für Tropenmedizin

Beschreibung: Sierra Leone (SL) ist mit einer Müttersterblichkeit von 1360/100.000 Geburten (2015) eines der gefährlichsten Länder der Welt für die Entbindung eines Kindes. Gleichzeitig wurde die ohnehin häufig unzureichende geburtshilfliche Versorgung des Landes während der Ebola-Epidemie bis Ende 2015 weiter geschwächt, und die Anzahl der sicheren Entbindungen in Gesundheitseinrichtungen nahm aufgrund mangelnder Kapazitäten sowie aufgrund des Vertrauensverlustes der werdenden Mütter in die Gesundheitsdienste deutlich ab. Vor diesem Hintergrund wurde eine Klinikpartnerschaft zwischen dem Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit, Charité Berlin und dem Princess Christian Maternity Hospital, Freetown, Sierra Leone gegründet. Die Klinikpartnerschaft zielt darauf ab, die Qualität der geburtshilflichen Versorgung im Partnerland SL insbesondere unter Berücksichtigung des post-Ebola-Szenarios zu verbessern. Die Partnerschaft baut auf der nationalen Gesundheitsstrategie auf und wird in enger Kooperation und Abstimmung mit dem Vorhaben "Gesundheitssystemstärkung und Epidemieprävention" des lokalen Gesundheitsprogramms der GIZ durchgeführt. Darüber hinaus wird innerhalb der Klinikpartnerschaft auch eine Süd-Süd-Kooperation mit dem Virika- Krankenhaus in Uganda etabliert, die einen Austausch der afrikanischen Partnerländer in Bezug auf Ebola Outbreak Preparedness ermöglichen soll.

Klinikpartnerschaft Guinea - Hopital Regional de Faranah, Guinea

Partner: Hopital Regional de Faranah

Kontakt: Prof. Dr. Titus Kühne, Institut für kardiovaskuläre Computer-assistierte Medizin

Beschreibung: Ein Mangel an Gesundheitspersonal sowie schlechte Infrastrukturen behindern in Guinea den Zugang vieler Menschen zu Gesundheitsdienstleistungen. Dadurch besteht eine starke Abhängigkeit von ausländischer Hilfe. Die Klinikpartnerschaft zielt darauf ab, Kommunikationsinfrastrukturen im medizinischen Bereich zu schaffen und die Plattform Satmed in Guinea zu etablieren, die eine moderne Administration von Patientendaten ermöglicht. Satmed ist bereits in verschiedenen afrikanischen Staaten im Einsatz und stellt eine Vielzahl an e-health Applikationen in einer eigenständigen und sicheren Umgebung für teilnehmende Ärztinnen und' Ärzte, Pflegerinnen, Hebammen und Community Health Workers zur Verfügung. Die Plattform bietet weiterhin Werkzeuge zur einfachen und effektiven Kooperation, für Konferenzen, e-Learning und zum Austausch von Dateien. Mit der Charité in Berlin steht ein kompetenter Partner im Bereich der Telemedizin und Teleradiologie zur Verfügung sowie einem breiten Spektrum an klinischen Spezialisierungen zur Verfügung. Langfristig sollen durch die Partnerschaft die Qualität und Zugang zu Gesundheitsdiensten in Faranah und landesweit verbessert werden.

Aufbau eines Perinatalzentrums in Barentu, Eritrea

Partner: Ministry of health of the State of Eritrea/ Gash Barka Referral Hospital Barentu, Eritrea

Kontakt: Dr. Carolin Meinus und Dr. Katharina Marggraf, Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie und Immunologie mit Intensivmedizin

Beschreibung: In Kooperation mit ARCHEMED - Ärzte für Kinder in Not e.V. und dem eritreischen Gesundheitsministerium unterstützt die Charité bereits seit 2012 das Gash Barka Referral Hospital in Barentu / Eritrea beim Aufbau der Neonatologie und Ausbau der Geburtshilfe und Pädiatrie, um eine Verbesserung der Behandlung von Müttern und Kindern, insbesondere Frühgeborenen und kranken Neugeborenen, zu erreichen. Im Vordergrund stehen die Weiterbildung der eritreischen Kollegen durch Bed-side-Teachings (z.B. Hygiene, Wärmehaushalt, Ernährung), Schulungen (u.a. in Neugeborenen-Reanimation, Management von Risikogeburten, Etablierung von Standards für häufige Krankheitsbilder) sowie die fachliche Diskussion mit den eritreischen Kollegen. Ein neues Hauptaugenmerk ist seit 2018 die Arbeit in der Rettungsstelle der Klinik. Durch die adäquate Ausstattung eines Raumes für die Versorgung der Kinder, Festlegung von Behandlungsstandards und Schulungen des Rettungsstellenpersonals soll die Erstversorgung und Behandlung der pädiatrischen Patienten verbessert werden. Unser Ziel ist es, zusammen mit den eritreischen Kollegen vor Ort einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion der Mütter- und Kindersterblichkeit in der Region Gash Barka zu leisten.

Improving patient safety: prevention and control of healthcare associated infections, antibiotic resistance, and highly contagious infections

Partner: University Teaching Hospital of Butare, University of Ruanda

Kontakt: Prof. Dr. Frank Mockenhaupt, Institut für Tropenmedizin

Beschreibung: Seit März 2009 besteht eine ESTHER-Partnerschaft zwischen der Universitätsklinik Butare (Centre Hospitalier Universitaire Butare, CHUB) Ruanda und dem Institut für Tropenmedizin Berlin. Als Zielvorgabe für diese Klinikpartnerschaft gilt die Verbesserung der Qualität in der Versorgung von Patienten am CHUB. Dies erfolgt durch folgende Aktivitäten:

  • Entwicklung eines Referenz-Leitfadens für klinische und diagnostische Vorgehensweisen bei HIV-Patienten, basierend auf den nationalen Leitlinien
  • Erhöhung von HIV- relevantem Wissensstand und Expertise an CHUB und ITM durch Austausch von Mitarbeitern
  • Implementierung von Pilotmaßnahmen zur Verbesserung der Händedesinfektion im Klinikbereich
  • Wissensmanagement, Publikation und öffentliche Präsentation von gewonnenen Erkenntnissen auf nationaler und internationaler Ebene Forschungsaktivitäten im Bereich parasitäre Infektionen, Krankenhausinfektionen und anderer Erkrankungen

Fortbildung, Qualitätsentwicklung und Forschung zu Gebärmutterhalskrebs/ gynäkologischer Onkologie

Partner: Université Hassan II, Casablanca

Kontakt: Prof. Dr. Jalid Sehouli, Klinik für Gynäkologie mit Zentrum für onkologische Chirurgie CVK und CBF

Beschreibung: Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs sind die zwei häufigsten Krebsarten bei Frauen. Zwar ist die Prävalenz von Brustkrebs in Marokko geringer als in den westlichen Industrieländern, allerdings steigen die Fallzahlen. An Gebärmutterhalskrebs erkranken in Marokko jährlich etwa 2.000 Frauen. Im Rahmen eines Nationalen Krebsplans hat das Gesundheitsministerium in Kooperation mit der Fondation Lalla Salma inzwischen verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um die Prävention und Behandlung von Krebs landesweit zu verbessern und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu steigern. Im Rahmen der Klinikpartnerschaft mit der Université Hassan II in Casablanca in Kooperation mit der Fondation Lalla Salma soll die Qualität der Versorgung im Bereich der gynäkologischen Onkologie in Marokko weiter verbessert werden. Im Zentrum stehen dabei Kommunikations- und Qualitätssicherungsprozesse wie Tumorkonferenzen, interprofessionelle Kommunikation und SOPs sowie eine patientenorientierte Kommunikation und Versorgung. Langfristig wird ein landesweiter Dialog mit allen Universitäten angestrebt.

Förderung psychiatrischer Versorgung in Vietnam durch Weiterbildung

Partner: Department of Psychiatry, Medical University of Hanoi, Vietnam

Kontakt: Dr. Thi Minh Tam Ta, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie CVK

Beschreibung: Die Etablierung der klinischen Partnerschaft im Jahr 2017 zielt im Kern auf eine langfristige und flexibel zu entwickelnde Kooperation zwischen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité CBF und dem Department für Psychiatrie der Medizinischen Universität Hanoi sowie dem National Institute of Mental Health Vietnam. In Anlehnung an die drei Grundprinzipien der Charité (Heilen, Lehren, Forschen) soll die langfristige Kooperation die psychiatrische Versorgung in Vietnam, aber auch von vietnamesischen MigrantInnen in Deutschland verbessern.

  • Klinik: In einem ersten Schritt wird als Zielgruppe ÄrtzInnen, PsychologInnen und bereits qualifizierte PsychiaterInnen angesprochen. Langfristig würde dies ausgehend von einer deutlichen Unterversorgung in Vietnam dazu führen, dass mehr qualifiziertes Personal vorhanden ist, so dass die Behandlungsangebote für psychiatrische Patienten qualitativ und quantitativ verbessert werden und das "Mental Health Treatment Gap" so verringert wird.
  • Weiter(Bildung): Mit ersten Förderung werden neben Austausch psychiatrische Seminare mit Fokus auf adaptierten Wissenstransfer, Verbesserung der Weiterbildung in der Psychiatrie, moderne psychiatrische multimodale Therapien etabliert um die psychiatrische Facharzt- und Grundausbildung auf einen hohen Standard zu erheben.
  • Forschung: Innerhalb der Laufzeit sind gemeinschaftliche Forschungsprojekte und ein Ph.D.-Programm mit der Charité́, CBF geplant. Durch eine Einbettung in diese 3 einander stärkende Bereiche kann eine geförderte Klinikpartnerschaft langfristig zu einer Internationalisierung und Modernisierung der Psychiatrie in Vietnam beitragen, aber auch neue Impulse für die deutschsprachige Psychiatrie liefern.

Qualitätsstärkung in der Prophylaxe, Diagnose und Behandlung von postoperativen und muskuloskeletalen Infektionen im Krankenhaus

Partner: Université Evangélique du Cameroun und Hôpital Protestant de Mbouo , Kamerun

Kontakt: Prof. Dr. Andrej Trampuz, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC)

Beschreibung: Post-operative und im erworbene Krankenhaus Infektionen sind in Ländern mit niedrigen und mitteleren Einkommen sehr verbreitet. Insbesondere in Ländern wie Kamerun, in denen Patienten selbst für Gesundheitsdienstleistungen aufkommen müssen, können solche Infektionen für die Patienten und ihre Familien dramatische Folgen haben, führen sie doch zu verlängerten (teuren) Krankenhausaufenthalten, zu langem Arbeitsausfall und ggf. Jobverlust, zu Behinderungen und schlimmstenfalls sogar zum vorzeitigen Tod. Andererseits sind viele Infektionen mit den entsprechenden Methoden und Kenntnissen gut behandel- oder sogar vermeidbar. Im Rahmen der Klinikpartnerschaft mit der Université Évangélique du Cameroun und dem Hôpital Protestant de Mbuou werden Arbeitskräfte und Studierende in der Prävention, Diagnostik und Behandlung von postoperativen und muskuloskeletalen Infektionen geschult. Infektionsfälle, aber auch Resistenzen sollen darüber hinaus systematisch überwacht, Hygienepläne erarbeitet und neue Methoden in Diagnostik und Behandlung eingeführt werden. Langfristig soll das Projekt zur Erarbeitung einer nationalen Strategie in diesem Bereich beitragen. Das Projekt wird durch eine Förderung der Stiftung PRO-IMPLANT mitunterstützt.