Metanavigation:

Hier finden Sie den Zugang zur Notfallseite, Kontaktinformationen, Barrierefreiheits-Einstellungen, die Sprachwahl und die Suchfunktion.

Navigation öffnen
Portrait der Wissenschaftlerin Sara Abou Raslan, in der Hand ein Mobiltelefon

#WomenInScience: Interview mit Sara Abou Raslan

21.01.2022

Sie befinden sich hier:

„Forschung ist für mich eine Leidenschaft, in schwierigen Zeiten meine Motivation.“

Portrait der Wissenschaftlerin Sara Abou Raslan vor dem Gebäude der Anatomie der Charité Campus Mitte
© Charité | René Krempin
Portrait der Wissenschaftlerin Sara Abou Raslan am Notebook in der Sammlung der Anatomie der Charité am Campus Charité Mitte
© Charité | René Krempin

Warmup: Erzählen Sie uns etwas über sich in fünf Sätzen, das Sie fachlich wie auch menschlich beschreibt.
Ich bin ein Mensch, der viele Träume oder besser gesagt viele Ziele hat, an die ich glaube, die ich verfolge und die ich erreichen möchte. Ich träume von einer Welt, in der alle in Frieden und Verständigung miteinander leben können, fernab von Kriegen, Tod und Ungerechtigkeit. In meinem Studienfach versuche ich von den Erfahrungen meiner Professorinnen und Professoren zu profitieren, um auch in Zukunft das Beste für meine Patientinnen und Patienten leisten zu können. Forschung ist für mich eine Leidenschaft, in schwierigen Zeiten meine Motivation. Es bereitet mir viel Freude, ein enges Verhältnis zu den Patientinnen und Patienten zu haben und ihnen bei ihren täglichen Bedürfnissen zu helfen. Diese Begegnungen machen mir jeden Tag bewusst, weshalb ich Medizin studieren wollte.

Seit wann sind Sie an der Charité und was ist Ihr Arbeits- oder Studienschwerpunkt?
Seit dem Sommersemester 2017 studiere ich Medizin an der Charité und befinde mich aktuell im 10. Semester.

Können Sie etwas genauer auf Ihr Forschungsgebiet eingehen?
Mein Schwerpunkt liegt in der Neurologie. Zurzeit beschäftige ich mich in meiner Promotion mit der Rolle der B-Zellen in der Entwicklung von Demenz nach einem Schlaganfall, da ein Viertel bis ein Drittel der Schlaganfallpatientinnen und –patienten Demenz entwickeln.

Warum haben Sie sich für die Charité entschieden?
Die Charité ist mir als eine der größten Universitätskliniken Europas aufgefallen – ausschlaggebend war für mich aber die Tatsache, dass die Charité eine der forschungsintensivsten medizinischen Einrichtungen Deutschland ist und auf eine lange Medizingeschichte zurückblicken kann, aus der auch Nobelpreisträger hervorgegangen sind.

Was hat den Ausschlag gegeben, sich für eine Karriere in der Medizin zu entscheiden?
Für mich war es einerseits die Neugier auf den menschlichen Körper und andererseits mein Wunsch, Teil des medizinischen Fortschritts zu sein, der zur Verbesserung der Gesundheitssituation von Menschen beiträgt. Dazu kommt mein großer Wille, Menschenleben retten zu wollen.

Gab es besondere Herausforderungen oder Hürden in Ihrer bisherigen Karriere?
Als Studentin mit Migrationshintergrund hatte ich viele Schwierigkeiten: das Erlernen der deutschen Sprache und das Leben in einer anderen Kultur und Gesellschaft – weit weg von meiner Familie und meinen Freunden. Dazu kam noch die Herausforderung, neben der Alltagssprache, medizinische Fachausdrücke erlernen sowie mich an ein neues universitäres Lehrsystem gewöhnen zu müssen.

Haben Sie im Laufe Ihrer Karriere Hilfe von Mentor:innen oder Förderprogrammen erhalten?
Das Deutschlandstipendium seit dem ersten Semester war nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch eine große Motivation. Außerdem haben mich meine Doktorväter und –mütter sehr unterstützt, besonders Dr. Helena Radbruch, sie hat mich bei jedem Schritt begleitet und mir sehr viel beigebracht.

Was raten Sie Frauen, die eine Karriere in der Medizin anstreben?
Lasst euch nicht von anderen entmutigen, es gibt nichts, was ihr nicht schaffen könnt. Vieles lässt sich im Leben parallel erledigen, gebt eure Träume nicht auf.

Was muss sich ändern, damit mehr Frauen in Führungspositionen vertreten sind?
Wenn ich als Vergleich Syrien betrachte, haben Frauen hierzulande schon viel erreicht. Deshalb glaube ich auch, dass noch weitere Veränderungen und Verbesserungen kommen werden. Auch politische Rahmenbedingungen können helfen, aber ich glaube in erster Linie brauchen Frauen Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld. Die Gesellschaft muss die Idee von der Gleichstellung von Frauen und Männern fördern und an die Fähigkeit der Frauen glauben, Führungspositionen voll ausfüllen zu können. Besonders Frauen, die bereits Führungspositionen innehaben, können eine wichtige Rolle spielen, indem sie ihr Können demonstrieren und andererseits andere Frauen unterstützen, fördern und motivieren.

Wo sehen Sie sich in beruflicher Zukunft?
Ich möchte mich an einem Uniklinikum auf den Bereich Neurologie spezialisieren und daneben auch in der Forschung tätig sein.

Erfahren Sie mehr über die Arbeit von Sara Abou Raslan auf der Homepage der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie