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Das Bild zeigt Lil Antonia Meyer-Arndt, angelehnt an ein Geländer in einer Halle im Virchow-Klinikum

#WomenInScience: Interview mit Lil Meyer-Arndt

11.02.2022

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„An der Charité kann man fast alles machen.“

Das Bild zeigt Lil Meyer-Arndt an ihrem klinischen Arbeitsplatz einer Patientin oder einem Patienten zugewandt
© Charité | René Krempin
Das Bild zeigt Lil Meyer-Arndt an ihrem Büroarbeitsplatz vor einem Monitor, im Hintergrund eine zur Seite geklappte Vertikaljalousie
© Charité | René Krempin

Seit wann sind Sie an der Charité und was ist Ihr Arbeits- oder Studienschwerpunkt?

Ich habe schon an der Charité Medizin studiert. Das erste Semester ging 2012 für mich los. Während des Studiums habe ich in der Neuroimmunologie zu einem Thema zu Multipler Sklerose (MS) promoviert. Das ist seitdem auch mein Forschungsschwerpunkt, mal mehr neurologisch, mal mehr immunologisch. Außerdem arbeite ich seit Studienende in der Klinik für Neurologie als Assistenzärztin.

Können Sie etwas genauer auf Ihr Forschungsgebiet eingehen?

Aktuell beschäftige ich mich mit SARS-CoV-2 und MS-Patientinnen und Patienten, um genau zu sein damit, inwiefern sich eine COVID-19-Erkrankung schwerer auf MS-Patientinnen und Patienten auswirkt und inwiefern immunmodulierende MS-Therapien die Impfwirkung beeinflussen.

Warum haben Sie sich für die Charité entschieden?

Ich komme aus Hamburg und wollte auf keinen Fall in eine kleinere Stadt ziehen. Die Charité kannte ich aus meinem Geschichts-Leistungskurs und war fasziniert von der langen Tradition. Nach dem Studium war ich immer noch begeistert davon, welche Möglichkeiten dieses Haus mir bieten kann. Ich meine, an der Charité kann man fast alles machen.

Was hat den Ausschlag gegeben, sich für eine Karriere in der Medizin zu entscheiden?

Ich wollte zuerst Meeresbiologin werden und dann Journalistin. Da war, glaube ich, die Medizin eine gute Mischung. Ich kann naturwissenschaftlich forschen und gleichzeitig die (medizinische) Geschichten von ganz unterschiedlichen Menschen aufschreiben.

Gab es besondere Herausforderungen oder Hürden in Ihrer bisherigen Karriere?

Den Alltag der Krankenversorgung und die teilweise sehr intensive Forschung unter einen Hut zu bringen – es ist nie genug Zeit.

Haben Sie im Laufe Ihrer Karriere Hilfe von Mentor:innen oder Förderprogrammen erhalten?

Im Studium habe ich Hilfe von der „Studienstiftung des deutschen Volkes“ erhalten. So bin ich auch auf die „Boehringer Ingelheim Stiftung“ aufmerksam geworden, die meinen ersten (studentischen) Forschungsaufenthalt in den USA unterstützt hat. In den letzten Monaten hatte ich aufgrund der COVID-19-Pandemie das große Glück, auf viele inspirierende Kolleginnen und Kollegen sowie auf ein großes Forschungsbudget zurückgreifen zu können.

Was raten Sie Frauen, die eine Karriere in der Medizin anstreben?

Ich würde Frauen das Gleiche raten wie Männern. Vor allem die Universitätsmedizin kann sehr kompetitiv sein. Man sollte sich davon nicht verrückt machen lassen, sondern das verfolgen, wofür man sich interessiert und was man wichtig findet.

Was muss sich ändern, damit mehr Frauen in Führungspositionen vertreten sind?

Viele Strukturen in der Gesundheitsversorgung müssen sich ändern, effizienter und besser organisiert werden. Das würde dazu führen, dass der Arbeitsalltag geregelter verlaufen würde, wovon vor allem Frauen profitieren könnten, die oftmals das Gefühl haben zwischen Familienleben/Freunden etc. und der Arbeit entscheiden zu müssen.

Wo sehen Sie sich in beruflicher Zukunft?

Das habe ich noch nicht entschieden – im Moment erlebe ich die aktive Forschung als bereichernd. Aber ich könnte mir genauso gut vorstellen, für beispielsweise eine Stiftung oder Gesundheitsorganisation zu arbeiten.